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Ausstellung

Goya,

Eisenstein,

Longo



(C) Deichtorhallen Hamburg

Bewertung:    



In dieser bildgewaltigen Ausstellung erkennen wir das Drama der Menschheit und eine Aufgabe von Kunst, komplexe Sinneseindrücke zu vermitteln.

Es ist auch eine Brückenbildung dreier Künstler, welche in ihrer Radikalität wesensverwandt sind und soziale Umbruchphasen dokumentieren.

Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen hier zusammen, konsequent auf schwarz-weiß reduziert, den Blick schärfend.

Beeindruckend ist auch die Größe; riesige Formate können in dieser überaus weißen Deichtorhalle wirken und strahlen Erhabenheit aus.

Schwarz-weiß - von jeher ein klassisches Ausdrucksmittel der Dokumentation. Diese Künstler suchen nach der Wahrheit und thematisieren Schönheit und Kraft, Sinnlichkeit und Aggression.

Doch auch Fotografien können lügen, und Robert Longo (geb. 1953) steht der Macht von Bildern generell kritisch gegenüber. Sind Aufnahmen vom Krieg authentisch? Zeigen Bilder vom schmelzenden Eisberg die Bedrohung oder die Schönheit von Natur?

Seine monumentalen Kohlezeichnungen sind keine Fotografien, wie der erste Eindruck vermittelt. Sie sind mit Kohle und Pinsel gemalt und bewirken einen ambivalenten und verlangsamten Blick auf die Bedrohung durch den Menschen, auf Kapitalismus, Religion und Protest.

Die „Black-Lives-Matter“- Bewegung ist eine Antwort gegen die Gewalt Schwarzen gegenüber in Amerika. Es gibt dieses überdimensionierte Bild von Longo mit der kraftvollen Geste des Protests, als im Dezember 2014 Footballspieler das Stadion in St.Lois mit erhobenen Händen betreten.



Untitled (St. Louis Rams, Hands Up), Kohle auf Papier / Private collection. Courtesy of Metro Pictures, New York | Foto: Liane Kampeter


Longo sagt: „Es ist die Zeit, die mich zwingt, politisch zu sein.“

Immer sucht er die Geschichte hinter dem Sichtbaren. Er arbeitet auch nach Röntgenaufnahmen von historisch bedeutsamen Gemälden und malt Verborgenes, verändert deren Bedeutung.

Seine Bilder treffen, und sie hinterfragen aktuell staatliche Kontrolle und Gewalt.

Die Gewalt, die auch für Francisco Goya (1746-1828) immer zwingender wurde, darzustellen. Ein mutiger Mann, der sich schon damals von der klassischen akademischen Malerei abwandte, um sich der europäischen Aufklärung zu widmen. Er entwickelt eine makabre Bildwelt und kritisiert den Konflikt zwischen spanischer Religiosität und aufklärerischem Denken.



Robert Longo: Untitled (After Goya, Saturn Devouring His Son, 1819), 2016. Graphite and charcoal on paper. Courtesy Metro Pictures New York © Robert Longo/VG Bild-Kunst Bonn, 2018.


„Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer.“ - so heißt seine wohl bekannteste Radierung.

Um ein Bewusstsein für historische Prozesse und politische Bewegungen zu wecken, setzt der russische Filmemacher Sergei Eisenstein (1898-1948) auf Schockmomente. Seine Art der Filmmontage ist oft zusammenhanglos und voller Kontraste und daher eher intuitiv zu erfassen.

Hier in den Deichtorhallen sind 7 seiner Filme auf 1 Prozent der normalen Geschwindigkeit verlangsamt.

Ein gewähltes Stilelement, um das Experimentelle und Avantgardistische dieser Kunstform noch hervorzuheben. Eisenstein entwickelte bereits 1923 seine theoretischen Schriften Montage der Attraktionen, und sie beschreiben die Wirkung emotionaler Effekte und suggestiver Bildverknüpfungen.

Thematisch geht es um die proletarische Kultur, um Ereignisse der Revolution, um Hungersnot und Unterdrückung. 1932 unter Stalin wurde die Filmindustrie von der Regierung zentralisiert.

„Ist die Wahrheit gestorben? Wird sie auferstehen?“

So heißt ein Bilder Zyklus von Goya, indem die Schrecken des Krieges dargestellt werden. Und es verwundert nicht, dass sich diese Themen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert gleichen. Nur dass die Kriege immer technischer werden.



Robert Longo: Untitled (Bullet Hole in Window, January 7, 2015), 2015-2016. Charcoal on mounted paper. Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac © Robert Longo/ VG Bild-Kunst Bonn, 2018.

Liane Kampeter - 19. Februar 2018
ID 10531
Weitere Infos siehe auch: http://www.deichtorhallen.de


Post an Liane Kampeter

http://www.liane-kampeter.de

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