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Ausstellung

Anfang mit

Blattgold



Joe Ramirez, The Gold Projections: Somnium, 2017, Filminstallation, Privatsammlung, © Joe Ramirez

Bewertung:    



Ab heute (9. Februar) sind wieder viele, viele aufgeregte BERLINALE-Menschen in der Hauptstadt unterwegs - die Filmfestspiele mit ihren unzähligen Veranstaltungen für geladene und ungeladene Besucher fangen wieder an; und jeder Festivalbesucher, der dort sein wird, weil er dort sein muss bzw. dort sein will, wird sicherlich in irgendeiner Art und Weise voll (oder auch nicht so voll) auf seine Kosten kommen; es gibt also lauter laute und - wir kommen gleich zu einem diesbezüglichen Geheimtipp - nicht so laute also leisere und leise Rand- oder Spezial-Events...

Der seit zehn Jahren in Berlin wirkende Künstler Joe Ramirez (geb. 1958 in San Francisco) führt zum Beispiel - auch und eben anlässlich der diesjährigen BERLINALE, wie uns der Veranstalter mitteilt - sein sog. Fresken-Kino The Gold Projections im Kulturforum Berlin auf; gestern waren wir zu einem Zeitpunkt dort, wo sich dieses Projekt erklärter Maßen in der sog. Phase I befand, d.h.:



"Die erste Phase [...] besteht aus einer Performance, die alle 20 Minuten von einer Filmvorführung unterbrochen wird: In der abgedunkelten und für die Besucherinnen und Besucher geöffneten Sonderausstellungshalle wird eine rund zweieinhalb Meter große und über 200 Kilogramm schwere Scheibe horizontal aufgebaut und vom Künstler und seinem Team per Hand vergoldet. Währenddessen werden auf einer rund eineinhalb Meter messenden, vergoldeten Scheibe Szenen des Films Somnium sowie weitere Filme des Gold Projections-Zyklus in 20 minütigen Intervallen gezeigt."


Das [s.o.] stimmt dann so nicht ganz - nicht "währenddessen", sondern nacheinander sind dann also a) diese Vergoldungsarbeiten des anwesenden Ramirez-Teams inkl. des verantwortenden Künstlers sowie b) die Filmbilder aus Somnium anschließend oder davor zu sehen, also überhaupt nicht gleichzeitig!!

Zwei große runde Tische sind zu dem Behuf hinter einer was spärlich anmutenden Absperrung positioniert. Und auf den Tischplatten liegen zum Einen eine von den schon bezeichneten Ramirez-Scheiben und zum Anderen eine quadratische bzw. rechteckige Platte in der Form eines eventuellen Bilderrahmens. Hierauf oder (besser noch:) hierneben knieen dann die Handwerkenden und sind hochprofessionell damit beschäftigt, milligrammweise diverses Blattgold auf die jeweiligen Oberflächen aufzutragen, mittels Pinsel und/oder (quasi zum "Festdrücken") unter Zuhilfenahme eines Glasplättchens. Das funktioniert total beherrscht und langsam und sieht völlig unspektakulär aus. Jedesmal wird daraufhin mit Wasser auf die vormals aufgetrag'ne Goldfläche herumgepinselt; und der Maestro sorgt mit einem Wassersprüher für den allem Anschein nach erforderlichen Mindestgrad an feuchthaltiger Luft im Raum...



"Im Zentrum der Sonderpräsentation im Kulturforum steht Ramirez’ jüngstes Filmgemälde Somnium (lateinisch 'Traum'), das auf der gleichnamigen Novelle von Johannes Kepler aus dem Jahr 1608 basiert, die eine geträumte Reise zum Mond imaginiert. Keplers Science Fiction-Vision diente Joe Ramirez‘ somnambulen Bildschöpfungen als Ausgangspunkt für sein rund zweistündiges Filmgemälde, das in loser und intuitiver Erzählfolge stille Szenen und betörende Bilder zu einer assoziativen Collage verwebt, die den Betrachter in eine kontemplative Versenkung versetzt.

[...]

Die Projektion von Somnium auf dieser Goldscheibe wird am 14. und 15. Februar 2017 täglich zu den regulären Öffnungszeiten sowie am 16. Februar 2017 zusätzlich bis 2 Uhr nachts zu sehen sein. Am Ende der Aufführung steht am 18. und 19. Februar 2017 die Projektion der Arbeit Limits of the Marvellous. Sie entsteht in einem an Gordon Matta-Clark angelehnten Transformationsprozess und wird als materielle und filmische Quintessenz in die Alchemie-Ausstellung übergehen."

(Quelle: smb.museum)


Das, was man gestern [8. 2.] auf der Goldscheibe zu sehen kriegte, war ein Kleidungsstück aus Leinen oder Sack; es hatte porenscharfe Tiefe. Etwa eine Viertelstunde war es sehbar, danach wurde dieses Kleidmotiv in die Unendlichkeit diminuiert, ja und der Film "verschwand", das Licht ging also wieder an - - und die Performance mit dem Blattgold ging von vorne wieder los.



Unter dem Plakat zu The Gold Projections ist der grünfarbige Eingang zur Sonderausstellungshalle im Berliner Kulturforum zu sehen. | Foto (C) Gisela Herwig

Gisela Herwig - 9. Februar 2017
ID 9826
Weitere Infos siehe auch: http://www.smb.museum/ausstellungen/detail/joe-ramirez-the-gold-projections.html


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