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Ausstellung

Mittel gegen ästhetische Depression



Dalí mit der katalanischen Mütze,1977 - Foto: W. Kohn, Bamberg | Bildquelle http://www.museum-junge-kunst.de

Bewertung:    



„Leiden Sie an periodischem intellektuellem Jammer? Ästhetischer Depression, Ermüdung, Lebensekel, manischer Depression, angeborener Mittelmäßigkeit, gelatinösem Kretinismus, Diamanten in den Nieren, Impotenz, Frigidität? Nehmen Sie DALINAL, DAS KÜNSTLICHE FEUER DES GEISTES, DAS SIE WIEDER MUNTER MACHT“, schreibt Dalí 1945 in seiner Zeitung Dalí News, ist damit herrlich verrückt und trifft bis heute mindestens eine gefühlte Eigenschaft beim Adressaten: Dalí, ich komme, kann ich nur denken und stehe 300 Exponaten gegenüber, die ich bisher nicht kannte.

Dalí thematisch sortiert, Einzelobjekte und Illustrationsfolgen, dazu Druckplatten und Holzdruckstöcke aus 50 Jahren Schaffensperiode. Ob Tour-de-France oder christliche Ritter, ob brennende Giraffe oder Marilyn Monroe, die Themen sind schier endlos. Das titelgebende Bild Weiche Schädel und Schädelharfe von 1935 ist ein Konglomerat von dalítypischen Elementen, die der Künstler selbst nicht interpretiert...

„Ich transkribiere ganz einfach meine Gedanken und versuche, meine intensivsten und flüchtigsten Visionen zu konkretisieren, alles, was mysteriös, unverständlich, persönlich, unverwechselbar ist und was auch immer mir in den Sinn kommt.“ (Quelle: Ausstellungskatalog, S. 32)

Konkret sind die Themen der Illustrationsfolgen, die über zwanzig Bilder umfassen können. Manche dieser Abläufe orientieren sich an Dalís eigenen Schriften, andere folgen der Weltliteratur, wie Alice im Wunderland von Lewis Carroll, Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway oder Die göttliche Komödie von Dante Alighieri. Man muss diese Vorlagen nicht kennen, um die Bilder zu genießen. Doch die Lithografien, Farbholzstiche und Radierungen machen neugierig auf die Werke und hinterlassen so auch andere künstlerische Spuren im Kopf des Besuchers.

Dalí sieht in diesen Bildern mehr als pure Illustration, er hat in ihnen seine eigenen künstlerischen Eindrücke zum Thema eingebunden, was die Bilder in doppelter Weise sehenswert macht.

Einzig zu bemängeln ist an manchen Stellen die Position der Ausstellungsstücke. Wohl durch die große Menge der Exponate bedingt, hängen einige dieser Objekte so hoch, dass kleine Betrachter (wie ich) damit Schwierigkeiten bekommen können.

Trotzdem sauge ich mich an den Bildern voll wie ein Schwamm, nehme Ideen und Eindrücke auf. Dalí ist nicht der Künstler, der einfach bewundert werden will, er öffnet die Tür und lädt ein, seine Kunst zu teilen. In New York radiert er 1964 beim Frühstück im Hotel Regis mit der Frühstücksgabel das Bild Manhattan. Es bedarf keines teuren Equipments, um Kunst zu schaffen. Sie wartet auf uns, und man muss sich einfach nur trauen.

„Meine Jugend war durch eine bewusste Verstärkung all der Mythen, Manien, Schwächen, Talente, Genie- und Charakterzüge gekennzeichnet, die sich bereits in meiner frühen Kindheit abgezeichnet hatte. Ich wollte mich in keiner Weise verbessern, ich wollte mich nicht verändern; immer mehr beherrschte mich der Wunsch, meine Art zu leben auf jeden Fall durchzusetzen und zu forcieren.“ (Quelle: Ausstellungskatalog, S. 12)

Solche Zitate sind es, die die Ausstellung beleben, wir erfahren viel über den surrealistischen Künstler. Eigeninterpretationen zu seinen Metaphern und Symbolen, wie etwa den weichen Uhren, aber auch seine Biografie und eine Zeittafel über die Geschichte Spaniens bereichern die Exposition. Die ausgestellten Bilder stammen aus der Privatsammlung von Richard H. Mayer in Bamberg, der mit dem Künstler befreundet war.


Ellen Norten - 16. August 2014
ID 8019
Weitere Infos siehe auch: http://www.museum-junge-kunst.de


Post an Dr. Ellen Norten



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