400.000
Holzwürfel à
10x10x10
cm
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Foto: KE
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Bewertung:
In der großen historischen Eingangshalle vom HAMBURGER BAHNHOF - NATIONALGALERIE DER GEGENWART gibt es gerade eine Art Kunst-Happening, bei dem sich Besucherinnen und Besucher (und das sind ersichtlich viele) zwischen sage und schreibe 400.000 gleichgroße Holzwürfel im Einheitsmaß von 10x10x10 cm frei bewegen und mit ihnen Kunstobjekte frei nach ihrer Wahl bauen, also auftürmen können, um sie hiernach, je nachdem wie ihnen ihre selbst kreierten Kunstobjekte gefielen oder nicht, krachend wieder einreißen könnten, und das machte ihnen wohl am meisten Spaß, all diese vielen Türme, kurz nachdem sie fertig waren, in sich zusammenkrachen zu lassen - und egal, ob es Kinder, Jugendliche, jüngere oder ältere Erwachsene waren, die an diesem Tun die hellste Freude hatten: die gute Laune, die von diesen hunderttausenden hellhölzernen Würfeln auszugehen schien, übertrug sich allgemein.
Dazu ertönt hin und wieder Live-Musik - erst dachte ich, als dann diese Klänge nach und nach meine Ohren erreichten: Wo kommt das her, wer singt - bis ich's schließlich entdeckte, dass es sich um singende Performerinnen und Performer handelte, die entweder seitlich der Halle oder inmitten der vielen Holzwürfelskulpturen und -flächen sicht- und hörbar wurden; sie mischten sich also fast unauffällig unter die Besucherinnen und Besucher und fingen halt dann an zu singen...
Die Ausstellung bzw. die Performance nennt sich We Make Years Out of Hours [dt.: "Wir machen aus Stunden Jahre"], und ausgedacht und aufgebaut hatten sie die litauische Künstlerin und Komponistin Lina Lapelytė (41) und ihr Team - sie...
"...ist ein lebendiges Monument für Zeit, Fürsorge und Koexistenz. Das partizipative Format betont mit der aktiven Einbeziehung des Publikums das Verständnis des offenen Museums zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhof. [...] Wie der Ausstellungsraum selbst wird auch das Werk zu einem Ort ständiger Veränderung. Die 10x10x10 cm großen Klötze aus Fichten- und Kiefernholz wandern durch die Hände von Performer*innen und Besucher*innen. Strukturen entstehen und verschwinden wieder. Für jede neue Form muss eine andere weichen. Das Werk stellt Fragen nach dem, was bleibt und was vergeht. Es fragt auch, wer entscheidet, was gebaut wird, was weichen muss und wessen Leben die Last dieser Veränderungen trägt. [...] Die in der Installation und der Performance verwendeten 400.000 Holzwürfel werden 2027 im Rahmen von Lina Lapelytės Projekt für die Neuen Auftraggeber Teil eines öffentlichen Kunstwerks in Eisenhüttenstadt." (Quelle: smb.museum)
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Blick in die Ausstellung Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours im Hamburger Bahnhof - Nationalgalerie der Gegenwart | Foto: KE
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Dieses grandiose Spektakel kann man noch bis Januar nächsten Jahres besichtigen und v.a. begehen und bebauen.
Macht Spaß und sieht gut aus.
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Bobby King - 13. Mai 2026 ID 15852
Über die Künstlerin:
Lina Lapelytė (geboren 1984, Kaunas, Litauen) ist Künstlerin und Komponistin, deren Praxis in der Performance verwurzelt ist. Sie arbeitet zwischen Vilnius und London und entwickelt zusammen mit professionellen und nicht-professionellen Performer*innen kollektive Gesangsaktionen, die Systeme des Zum-Schweigen-Bringens hinterfragen und zur Verletzlichkeit einladen. Ihre Werke waren unter anderem beim Festival d’Automne/Bourse de Commerce (Paris), BAM, MOCA und auf der Biennale von Venedig. Bekannt ist sie für die Oper Sun & Sea (mit Vaiva Grainytė und Rugilė Barzdžiukaitė), die 2019 den Goldenen Löwen der Biennale di Venezia erhielt." (Quelle: smb.museum)
https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/hamburger-bahnhof
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