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Ausstellung

BUSY GIRL

BARBIE MACHT KARRIERE/ FRAUEN IM BERUF


© Bergedorfer Museumslandschaft

Bewertung:    



Und immer noch ist die Welt der Mädchen rosa!

In Deutschland zumindest, nur hier gibt es die „Pinke Barbie“.

In der Ausstellung sind unzählige Schaukästen mit Barbiepuppen zu bewundern, im Haushalt, beim Shoppen, beim Friseur, im Abendkleid, mit Arztkittel oder einmal im Military Look. Beim Durchgang durch die altehrwürdigen Räume des Schlosses fällt auf, es hat sich nicht viel geändert: Die Barbie Puppe, nunmehr seit 55 Jahren auf dem Markt, wird immer noch gekauft, ist Rollenmodell für Mädchen mit gleichen Berufswünschen wie damals.

Barbies Scheinwelt zeigt zwar, dass die Frau in allen Bereichen Karriere macht, vom deutschen Fräulein Wunder zum Amerikanischen Traum, dabei stets gut „gedresst“ ist, aber in Wirklichkeit wird heute die Frauenquote diskutiert. Und erst seit 1977 gibt es das 1. Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts, welches es Frauen überhaupt erlaubt, uneingeschränkt berufstätig zu sein.

Kurzinterviews auf dem hiesigen Bergedorfer Wochenmarkt offenbaren die Lage: „Frauen können besser aufräumen, besser kochen und besser putzen.“ - Und das wird von den Frauen meist bestätigt. Männer hingegen können sich besser präsentieren. Im Frontalunterricht in der Schule sind sie stets die Platzhirsche. Mädchen beteiligen sich nicht so stark am mündlichen Unterricht, nehmen sich eher zurück.

In der Frauenzeitschrift Praline vom 16.06.1964 wird gefragt: „Sind Sie eine gute Hausfrau?“ - „Erzählen Sie ihm sofort, wie unerzogen 'seine' Kinder sind und was sie heute für Streiche gemacht haben?“ - Ja/nein.

In der Konstanze gibt es eine Serie „Der schöne Busen“, und die schlanke Figur mit dem zu großen Kopf und den langen Beinen hat immer noch Vorbildfunktion und wird mit Minderwertigkeitsgefühlen und Essstörungen in Verbindung gebracht.

An den Wänden hängen offene Röhren aus Plexi zur interaktiven Beurteilung, man/frau kann eine persönliche Meinung abgeben. Ich als Frau bekomme ein Tütchen mit roten Holzperlen, die ich in die Röhren werfe. „Sind die Unterschiede von Jungs und Mädchen sozial bedingt oder biologischer Natur?“ Da findet man sehr viel blaue und auch rote Holzperlen bei „biologischer Natur“. Also auch die Frauen sind der Meinung, dass Unterschiede angeboren sind.

Mein Unverständnis darüber gipfelt in der Information, dass Vergewaltigung in der Ehe erst seit 1997 nach dem Strafgesetzbuch § 177 eine Straftat ist.

Machen wir uns nichts vor: Kinder werden von der Gesellschaft beeinflusst, der Berufswunsch kleiner Mädchen ist nach wie vor Reitlehrerin oder Tierärztin, und die Jungs wollen was mit Autos machen.

Bei Schülern der Mittelstufe ist es der Medieneinfluss, ihre Idee ist es, Profiler (Polizeilicher Fallanalytiker) zu werden. Doch in Wirklichkeit geht es nach wie vor traditionell zu; Mädchen wählen überwiegend Berufe im Gesundheitswesen und Büro, Jungen favorisieren den gewerblich-technischen Bereich.

Es bestehen also Stereotypen auf beiden Seiten „Im Haushalt sind die Frauen besser“, „Der Mann auf dem Bau ist stärker“. Wie gut, dass dies eine Wanderausstellung ist, die bereits seit 10 Jahren tourt. Die Barbies sind allesamt Leihgaben, die Medienstationen zeigen Interviews mit Frauen im Berufsleben. Es sind Biographien von BergedorferInnen - aufschlussreich, wie Frauen sich dennoch versuchen durchzusetzen.

Eine liebevoll ausgestattete Ausstellung für Jung und Alt.

Doch wo war Ken in der Ausstellung?



© Liane Kampeter


Liane Kampeter - 20. November 2014
ID 8263
BUSY GIRL - BARBIE MACHT KARRIERE / FRAUEN IM BERUF
(Bergedorfer Schloss, 15.11.2014 - 31.05.2015)


Öffnungszeiten:
Di - So | 11 - 17 h
(Heiligabend, Silvester und Karfreitag geschlossen)

Museum für Bergedorf und die Vierlande
Bergedorfer Schloss
Bergedorfer Schlossstraße 4
21029 Hamburg

Telefon: +49 40 42891-2509
E-Mail: museum(at)bergedorf.hamburg.de


Weitere Infos siehe auch: http://www.bergedorfer-museumslandschaft.de


Post an Liane Kampeter

http://www.liane-kampeter.de




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