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Ausstellung

Tattoos

u. a. m.



Foto (C) Marc Brandenburg 2025

Bewertung:    



Der als Sohn einer Deutschen und eines afro-amerikanischen GIs in Westberlin geboren Marc Brandenburg (61) kehrte 1977, nachdem er seine Kindheit in den USA erlebte, in seine Geburtsstadt zurück:


"Von 1983 bis 1988 arbeitete er als Türsteher in der Berliner Diskothek Dschungel, in der er bereits seit den späten 1970ern verkehrte. Brandenburg, der von seiner Mutter nach dem ehemaligen Chefdesigner von Dior, Marc Bohan, benannt wurde, begann selbst 1984 autodidaktisch als Modedesigner zu arbeiten und kollaborierte immer wieder mit anderen Designern, so mit Claudia Skoda, PLEZ und Tabea Blumenschein. Seine Entwürfe zeigte er 1984 gemeinsam mit Claudia Skoda im Londoner Club Heaven und 1987 im New Yorker Tunnel. 1988 trat er als Performer mit Die Tödliche Doris in Ost-Berlin auf.

Mode sollte auch später Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit bleiben. So zeigte er 1993 als Reaktion auf die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen in seiner ersten institutionellen Einzelausstellung
Oceans of Violence (mit Sabina Maria von der Linden) im Berliner Künstlerhaus Bethanien u.a. 'Tarnpullover für Ausländer' und eine Burberry-Tarnkappe. 2009 kollaborierte er für eine Kollektion mit dem Designer Bernhard Wilhelm, 2010 entwarf er Unterhemden für Schiesser, 2016 arbeitete er mit Bless an der Kollektion Daycation."

(Quelle: Wikipedia)

*

Die BERLINISCHE GALERIE hat jetzt drei ihrer Säle inkl. Einganszone rechterseits (zu den drei Sälen) für die Ausstellung Marc Brandenburg. 20th Century Debris bereitgestellt und ausgerichtet; Kuratorin ist Ilka Voermann. Zu sehen gibt es mehr als 170 Zeichnungen sowie Videos, Tattoo-Editionen und zahlreiche Fotos; bei sämtliche Werken fehlen die Beschriftungen, sowieso sind fast alle ohne Titel, was Brandenburgs Absicht war und ist.

Zwei der drei Säle ziehen durch ihre besondere Präsenz und Auffälligkeit mich und meine gafferische Neugier an:

In dem einen fallen zwei überlebensgroße Fotos eines halbnackten männlichen Models (oder die malerische bzw. zeichnerische Nachbereitung selbiger Fotos) auf; es ist über und über mit kleinen, wahrscheinlich auf- und abklebbaren Tattoos markiert, also künstlerischen Kleinodien, die für Mark Brandenburg so typisch sind.

Diese aufklebbaren Tattoos entwirft er seit 2012, und seine eigenen Zeichnungen dienten und dienen ihm dabei als Vorlagen; insgesamt hat er bis heute 10 Tattoo-Serien kreiert.




Ausstellungsansicht von Marc Brandenburg. 20th Century Debris in der Berlinischen Galerie; Fotografie/Wandbild (C) Marc Brandenburg


Der sich rechts anschließende Saal ist ganz in Schwarz (unter Schwarzlicht) gehalten; die so gezeigten Zeichnungen leuchten durch ihre weißen Stellen im Papier... Auch Blau ist auszumachen; von wo das ausging, wüsste ich im Nachhinein nicht mehr zu sagen, auf jeden Fall war es da... Drei in Endlosschleife laufende Videos faszinieren vordergründig.


*

"Als genauer Beobachter des großstädtischen Lebens spürt Brandenburg die Seltsamkeiten der urbanen Realität auf und richtet sein Augenmerk auf scheinbar Belangloses abseits normierter Schönheitsvorstellungen. Zugleich gehören Symbole der Populärkultur zu seiner Bilderwelt: Porträts von Berühmtheiten, Pornografie, Fast Food, Kitsch. Exzess und Konsum thematisiert Brandenburg ebenso wie gesellschaftliche Missstände als Auswirkungen des Spätkapitalismus. Transportiert wird dabei selten eine Erzählung, vielmehr entsteht eine melancholische und unheilvolle Stimmung, die subtil auf die Krisen unserer Zeit verweist: 20th Century Debris – Die Trümmer des 20. Jahrhunderts." (Quelle: Pressemappe der BG)


Sehenswert, ja, spektakulär.
Bobby King - 20. Juni 2026
ID 15912
Weitere Infos siehe auch: https://berlinischegalerie.de


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