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Ausstellung

Avantgarde-

Galeristin



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Im Jardin des Tuileries, direkt am Place de la Concorde liegt das MUSÉE DE L´ORANGERIE - ursprünglich gebaut, um im Winter empfindliche Pflanzen vor Kälte zu schützen. Später diente das Gebäude als Kaserne, Sporthalle und Konzertsaal. 1921 wurde die Orangerie zur Außenstelle der zeitgenössischen Kunst. Der Politiker George Clemenceau sorgte 1920 dafür, dass acht übergroße Seerosengemälde von Claude Monet, eine Schenkung an den französischen Staat, dort untergebracht wurden. Zwei ovale Räume im Erdgeschoss der Orangerie zeigen seitdem als Panorama-Installation Monets Seerosenteiche; "die Sixtinische Kapelle des Impressionismus", wie André Masson das einmal bezeichnete.

In den Jahren 2000 bis 2006 haben Umbauarbeiten die Ausstellungsfläche verdoppelt. Jetzt werden jährlich auf 6.300 Quadratmeter Besucherrekorde bei hochkarätigen Wechselausstellungen in den Untergeschossen gebrochen.

*

Berthe Weill (1865-1951) war die erste Galeristin in Paris. 1901 eröffnete sie in Pigalle, dem damaligen Vergnügungs- und Künstlerviertel, eine kleine Galerie und vertrat im Verlauf von über 40 Jahren über 300 damals vor allem junge und z.T. noch unbekannte Künstler, zu denen Picasso, Matisse, Modigliani und viele andere Vertreter der Avantgarde zählten. Sexismus, Antisemitismus und ständige Geldsorgen konnten Berthe Weill nicht daran hintern ihren Weg zu gehen und vor allem auf junge Künstler zu setzen. "Macht Platz für die Jugend!" Weill müsste eigentlich in einem Atemzug mit Daniel-Henry Kahnweiler, Ambroise Vollard oder Paul Guillaume genannt werden. Das ist nicht der Fall, und diese Schau hat es sich zum Ziel gemacht, das zu ändern und ihr den ihr zustehenden Platz in der Kunstgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts einzuräumen. Berthe Weill hat 1917 die einzige Einzelausstellung zu Lebzeiten von Modigliani (drei Jahre vor seinem Tod) organisiert. In die Geschichte eingegangen ist ihr Schlagabtausch mit einem Gendarmen: "Mais qu’ont-ils donc ces nus?" (dt.: „Was ist denn bloß an diesen Nackten?“) und die lautstark und drohend vorgebrachte Antwort des Polizeikommissars: "Ces nus … ils ont des poils!" (dt.: „Diese Nackten … die sind behaart!“).

Organisiert wurde diese unbedingt sehenswerte Schau vom Grey Art Museum in New York, dem Museum of Fine Art in Montreal und dem Musée de l’Orangerie in Paris:

Man schiebt sich von einem Meisterwerk zum nächsten und stößt auch immer wieder auf heute weniger bekannte Künstlern und Künstlerinnen wie Émilie Charmy, deren Werke Weill von 1905 bis 1933 regelmäßig ausstellte und die sie als "Freundin ihres Lebens" bezeichnete. Das ungewöhnliche Porträt von Berthe Weill, das Emily Charmy 1910 malte und das sonst in Montreal hängt, ist in der Ausstellung zu sehen. In 28 Jahren hat Weill Charmy 30 mal Modell gesessen. Auch Jacqueline Marval und Suzanne Valadon sind mit bedeutenden Arbeiten vertreten. Letztere stand damals immer wieder und sehr im öffentlichen Rampenlicht.



In der Berthe Weill-Ausstellung im Pariser Musée de l´Orangerie (v.l.n.r.): Bilder von Kees van Dongen, Emily Charmy, Suzanne Valandon, Odette des Garets, George Kars und George Emile Capin | Foto: Christa Blenk

* *

Zirka hundert Arbeiten - darunter Gemälde, Zeichnungen, Poster, Skulpturen - sind in der beeindruckenden Ausstellung Berthe Weill. Galeriste d´avant garde (noch bis zum 26. Januar) zu sehen.

Christa Blenk - 9. Januar 2026
ID 15640
Berthe Weill mit ihrer Galerie umgezogen und über 300 Künstler hat sie vertreten, bis sie aus politischen Gründen 1940 ihre Galerie schließen musste. 1951 verstarb die Pionierin der Avantgarde gelähmt und fast blind in ihrer Pariser Wohnung.

Weitere Infos siehe auch: https://www.musee-orangerie.fr


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