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Kurzportrait


Tomasz Zielinski – Metamorphose als Prinzip

von Dr. Barbara Aust



Der Kunst von Tomasz Zielinski ist eine individuelle und unverwechselbare, narrative Bildsprache eigen. In seinen vielschichtigen Kompositionen überlagern sich verschiedene Ebenen der Phantasie und der Realität spielerisch in immer neuen Variationen. Ausdrucksstärke und eine kontrastreiche Farbgebung charakterisieren die großformatigen Ölbilder, in denen wiederkehrende Motive, wie Fische, Insekten, menschliche Wesen, immer wieder ein bestimmtes Thema umkreisen: Metamorphose und Vergänglichkeit.
So zeigt die Arbeit „In die Lichtung“ drei Fische im Meer, die an die Wasseroberfläche streben, vielleicht nicht nur den Ort wechselnd, um in den Wald, in die Lichtung zu gelangen, sondern auch den eigenen Körper verlassend. Auf ironische Weise setzt sich Tomasz Zielinski in dem Bild „Silvester 2000“ mit der Verwandlung des Menschen auseinander im Stadium zwischen Leben zum Tod. Zwei Leuchtfackeln in der Hand haltend, lacht der Todgeweihte, voller Schalk im Nacken, maskenhaft, dem Betrachter entgegen.
Tomasz Zielinskis Bestreben ist „die Eroberung des Irrationalen“. Im Mittelpunkt seines Werkes steht das Bemühen um systematische Erkenntnis und Erschließung der Welt des Unbewussten und des Unterbewusstseins, der Welt der Träume, der Wünsche, Visionen und letztlich der tiefen Selbsterkenntnis. Auf seinen Malflächen treffen sich Gegensätze nicht, um schroff aufeinander zu prallen, sondern um sich auf immer wieder überraschende Weisen einander anzuähneln und ineinander überzufließen. Verschmelzungen, Verwandlungen, Übergänge herrschen vor. Die Bildwelten erwecken beim Betrachter eine Erwartungshaltung, agierende anthropomorphe oder biomorphe Wesen in jeder Figuration zu sehen. Alles wird lebendig und verwandelbar.

Der Künstler malt, weil er malen muss, ganz intuitiv ohne vor gefassten Plan. Er plündert dabei nicht die Kunstgeschichte und kokettiert auch nicht mit pseudomodernistischen Beliebigkeiten. Der scheinbar selbstvergessenen Bewegung der Hand und des Pinsels vertraut er seine lebendigen Innenbilder an: malerisch expressive Ausbrüche, Provokationen, stille Phantasien, Parodien auf Alltäglichkeiten, Zauber und Metamorphosen. Dem Entstehungsprozess selbst liegt also keine festgelegte Bildidee zugrunde, vielmehr ein Dialog mit den Gestaltungsmitteln in einem Prozess des Agierens und Reagierens.

1954 in Warschau geboren, absolvierte Tomasz Zielinski sein Studium der Malerei an der Kunstakademie Warschau, das er mit dem Magistertitel abschloss und anschließend an der Akademie eine Assistententätigkeit aufnahm. Seit 1981 lebt und arbeitet Tomasz Zielinski als freischaffender Maler, Bildhauer und Kunsterzieher in Hamburg.

Die Arbeiten von Tomasz Zielinski befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen und waren u. a. in folgenden renommierten Häusern zu sehen: Kunsthaus Hamburg, Galerie Laves Worpswede, Helms Museum Hamburg-Harburg, Kunstverein Warschau, Galerie Böttcherstrasse Lübeck, Internationale Funkausstellung Berlin, ART BASEL.

Barbara Aust, November 2004
ID 00000001188
Kontakt zu Tomasz Zielinski über:

Dr. Barbara Aust
Schulstrasse 25
D-22869 Hamburg-Schenefeld
Tel. 040 – 29 89 80 08

E-mail: webmaster@arthistoryconsulting.de
www.arthistoryconsulting.de






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