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Künstlerporträt: karsten neumann
Zur Biographie || Die Maschine, die Farbe, und ihr Rhythmus || Karsten Neumann - experimenteller Individualist || Presseartikel: "Meditation mit Klang und Farbe"

Der Künstler, die Maschine, die Farbe, und ihr Rhythmus

Ende 1996

Ein Metronom tickt. Karsten Neumann tupft Farbe auf einen Bildträger aus eloxiertem Aluminium. Langsam, Schlag um Schlag, Tupfen für Tupfen, werden alle Planquadrate des quadratischen Bildträgers mit Farbe gefüllt.

...

Karsten Neumann, Performance: 1x1 des Atmens (04. Februar 2004)

Anfang 2002
Ein digitales Video. Karsten Neumann hält ein Bild an. Der Computer rechnet. Und spuckt ein Raster aus exakt 256 farbigen Quadraten aus. Alle Farbnuancen dieses Bildes. Eine neue Serie von Arbeiten beginnt.

Karsten Neumann, la muerte del angel

square3_000

Die bleibenden Konstanten in Neumanns Arbeiten sind das Format (das Quadrat), die Autonomie der Farben, und die Maschine, die diese strukturiert. Automatismus. Automatisierte Bilder.

Die vom Computer ermittelten Farbpaletten bilden die Ausgangssituation. 16x16 Farbquadrate, unterteilt durch ein schwarzes "grid". Man wird an Gerhard Richters Farbtafeln erinnert, wäre da nicht das Format.

Karsten Neumann, Cioran Montage

Die Verteilung der Farben scheint zufällig, ohne erkennbares System. Das zugrundeliegende Bild ist verschwunden. Das Motiv - Santa Croce in Florenz oder der abtauende Kühlschrank? - hat keine Bedeutung.

Wieder wird ein Ausschnitt gewählt, vergrößert, und mit verschiedenen Filtern belegt. Der Computer rechnet. Linien werden vervielfacht oder verschwimmen. Neue Farben erscheinen zwischen den Farben. Neue Bilder entstehen. Das ordnende "grid" wird von den Farben verdrängt.

Karsten Neumann, Cluster 1-3


Anklänge an bestimmte Strömungen abstrakter Malerei drängen sich gelegentlich auf, sind aber eher zufällig als gesucht: von Hard-edge über Colorfieldpainting zum Abstrakten Expressionismus - der Computer zappt sich durch die Kunstgeschichte. Manche Bilder erinnern an vergrößerte Ausschnitte mundgeblasenen Glases, andere an kristalline Strukturen oder geschliffene Edelsteine - schön, elegant und kühl.

Immer tiefer zoomt sich Neumann in die Bilder. Select. Blow-Up. Blurr. Vor und zurück. Mikro- und Makroebe oszillieren. Immer mehr verunklart sich der Bezug eines neuen Bildes zu dem ihm vorausgegangenen Ausschnitt, der ursprünglichen Farbpalette, des zugrundeliegenden Videostills. Auch dieses Verfahren läßt wieder an Richter denken - ähnlich dessen fotografischen Details der Oberfläche eines abstrakten Bildes folgt die Detailfindung einem assoziativen Verfahren, Ausmaß und Topographie der gewählten Ausschnitte sind keinen kompositorischen oder systematischen Regeln unterworfen. Jedes Bild ist ein unerschöpflicher Mikrokosmos, in den der Künstler per Computer wie ein Forscher mit dem Mikroskop vordringt, wobei Fokus und Maßstab beliebig verändert werden können. Eine virtuelle Reise in die Farbe.

Video - Still - Video

Waren die Videos Ausgangspunkt der neuen Serie, liefern die abstrakten Bilder wiederum Basis für neue Videos. Die Farben bewegen sich. Bilder fusionieren. Visualisierte Ambientsounds. Die fünfte Schachtel in der Siebten Dimension: die Quadratur des Kreises, oder umgekehrt.

Karsten Neumann, Square 3


An art to go

Die großformatigen Computerausdrucke Karsten Neumanns kommen jeweils mit eigener, industrieller Transportrolle. Effizienz und Mobilität. Denn die Bilder sollen schließlich in Bewegung bleiben.

Karsten Neumann, zuerich.psd


Text: Eva Scharrer, Kunsthistorikerin | Kunstverein Freiburg



Karsten Neumann - experimenteller Individualist

Das Werk von Karsten Neumann ist sehr vielfältig. Karsten Neumann stellte u.a. in Fürth, Hamburg, Madrid, Mainz, München, Nürnberg, Rosenheim und Zürich aus. Sein Werk reicht von der Malerei (die er bei Prof. Pfahler an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg studiert hat) über die Skulptur und die Performance bis hin zur Installation, experimentellen Computervideos, Tintenstrahldrucken und dem Möbeldesign (Serienmodell NEY TOKO). Er komponiert Zufallsmusik und beschäftigt sich mit Texten (z.B. sein Manifest "Dance_theX" im Katalog "OUTTHING" von 1998). Immer wieder arbeitet er mit Literaten wie z.B. Gerhard Falkner zusammen, den er u.a. in den 90er Jahren einlud in der Kunstzeitschrift NIKE seine Gedichte neben Fotos seiner Skulpturen zu veröffentlichen. Daraus erwuchs das Konzept des 1994 im Verlag für moderne Kunst Nürnberg erschienen Kataloges "tranceform" keine Textbeiträge von expliziten Kunsthistoriker abzudrucken. Es veröffentlichten Texte darin neben dem Schriftsteller Gerhard Falkner u.a. der Berliner Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas H. Macho von der Humboldtuniversität Berlin.

Karsten Neumann, Profanes Duschkabinentürbild


Die Arbeiten, die Karsten Neumann seit über 20 Jahren (1984 stellt ihn die Galeristin Traude Näke erstmalig aus) konsequent verfolgt sind immer wieder grenzüberschreitend. 1984 bediente er beim "Nickel Concert" mit Johan Lorbeer zusammen die Flex. 1994 "tupfte" er im Rahmen einer Performance mit Ulrich Lepka eine Woche lang 14 Stunden am Tag die Schaufenster eines Caféhauses in Hamburg/St. Pauli im Takt eines Metronoms zu. Diese Technik begleitet ihn seitdem monochrom und polychrom als eine beständige Werkgruppe bis heute. Seit 1996 arbeitet er auch intensiv mit dem Computer und erstellt digitale Bilder in Form von Tintenstrahldrucken und Videos. Über seine aktuellsten Computerarbeiten hat die Kunsthistorikerin Eva Scharrer vom Kunstverein Freiburg den Text "an art to go" im Faltblatt "take5" geschrieben.

Karsten Neumann, Video Nam June

Er organisiert immer wieder Ausstellungen in Eigenregie, jenseits des institutionellen Kunstbetriebs, zu denen er schon Künstler aus Frankfurt, Berlin, München und New York nach Nürnberg einlud. Bereits 1982, ein Jahr vor seinem Studium an der Kunstakademie, organisierte er eine Ausstellung in einem Fußgängertunnel, 1995 die Ausstellung "Quellwasser" in den ehm. leonischen Drahtwerken Nürnberg/Mühlhof. Thomas H. Macho hielt bei “Quellwasser” die Einführungsrede. 2001 entwickelte er die Ausstellungsreihe "neuerkeller". Die Ausstellungen dieser ersten Reihe finden nur in Kellerräumen statt. Die Ausstellungsreihe "fjusion.net" begründete er 2002. Karsten Neumann stellt bei "fjusion.net" auch völlig unbekannte, junge Künstler aus. Im Herbst des Jahres 2002 konzipierte Karsten Neumann die Ausstellung ³FARBWERK². In dieser Ausstellung waren grossformatige Tintenstrahldrucke des New Yorker Künstlers Thom Merrick, des Frankfurters Michael Reiter und von Karsten Neumann zu sehen. Die Künstler hielten sich eine Woche in Nürnberg auf, um ihre Arbeiten vor Ort zu erstellen. Dr. Thomas Heyden vom Neuen Museum in Nürnberg hielt die Einführungsrede. Ein Katalog von ³FARBWERK² mit einem Text dieser Rede kann bei Karsten Neumann bestellt werden.







Siehe auch: Biographie




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