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Kurzportrait

NASAN TUR



Nasan Tur | (C) CRM


Im Jahre 2014 war der deutsche Künstler Nasan Tur (* 1974) Stipendiat der namhaften Villa Massimo in Rom. In unmittelbarer Nähe zu ihr befinden sich die Villa Torlonia nebst einer Parkanlage mit verschiedenen Bauten unterschiedlicher Stilepochen, die Anfang des 19. Jahrhunderts von der römischen Adelsfamilie Torlonia errichtet wurde. Das größte Gebäude und das eleganteste, das Casino Nobile, war in den Jahren 1925-1943 offizielle Residenz von Benito Mussolini. 1942 wurde auf seinen Wunsch hin der Keller als Bunker ausgebaut. Nach dem Krieg ging der komplette Torlonia-Komplex an die Stadt Rom, die später aus den Bauten Museen und Ausstellungsräum machte, wo heute auch Konzerte aufgeführt werden. Ansonsten ist die Villa Torlonia der Lieblingspark der Römer – nicht nur an heißen Sommertagen. Seit 2014 kann (nach Voranmeldung) auch der Bunker als Teil des Museums besihtigt werden.

Nasan Tur, der sich schon seit Längerem mit der Macht und der Faszination von politischen Reden auf die Bevölkerung auseinandersetzt, ist vom italienischen Kurator und Kunstkritiker Pier Paolo Pancotto eingeladen worden, ein Projekt dort zu realisieren. Hierbei geht es um eine audio-visuelle Installation, die Nasan Tur zusammen mit einem Musiker konzipiert hat und die auf der Auseinadersetzutng mit der Selbstdarstellung des italienischen Diktators Mussolini und seinen medienwirksamen Volksreden basiert. Nasan Tur hat sich anhand von Filmaufzeichnungen mit dem Dramaturgieaufbau, der Artikulation, der Intonation und Lautstärke der Mussolini-Reden befasst und sie unter Zuhilfenahme einer speziellen Sound-Software in Musik umgesetzt. Ihr Inhalt ist durch diese Bearbeitung sekundär geworden, es geht hier nur noch um Noten und Töne. Verschiedene Musiker präsentieren also an unterschiedlichen Stellen im Gebäude und im Bunker diese Kompositionen, die dann während der Ausstellungszeit bis zum 2. August in vorher festgelegten Zeitabständen abgespielt werden und im kompletten Gebäude zu hören sind. Man folgt sozusagen den Tönen. Livemusik gab es nur bei der Eröffnung gestern Abend.

Am Anfang fühlt man sich ein wenig verloren und hat Mühe, das Konzept zu erfassen. Wenn man aber den Klängen folgt - immer vorbei an römischen und Renaissance-Skulpturen oder Gemälden aus dem 19. Jahrhundert - und die Videoinstallation auf sich wirken lässt, hört man nur noch sehr schöne Musik: diskret, leise und beruhigend. Es hat nichts mehr mit Propagandareden gemein, und es wäre das Letzte an sowas denken zu wollen, wüsste man nicht, dass diese Musik-Performance eigentlich einen unschönen und manipulierenden Hintergrund hat. Man muss also die Gebrauchsanleitung gut lesen!

Musikalisch haben ihm Walter Cianciusi und Enzo Filippeti sowie die Musikstudenen des Konservatoriums Santa Cecilia assistiert. Realisiert und technisch umgesetzt wurde das Ganze vom CRM (Centro Ricerche Musicali). Spannender Nachmittag.



Casino Nobile von Nasan Tur | (C) CRM

Christa Blenk - 27. Juni 2015
ID 8731
Nasan Tur's Performance hat das Festival „Artescienza 2015“ eingeleitet, das bis zum 30. September noch viel Interessantes, Neues und Beschreibenswertes hervorbringen wird.

Der Künstler wurde 1974 in Offenbach geboren, und es ist nicht das erste Mal, dass politische oder soziale Ideologien sein Wirken prägen. Symbole der Macht - hier sind es Propagandareden - faszinieren und beschäftigen ihn in alle Richtungen. Nasan Tur hat u.a. in London, Mailand und Nürnberg unterrichtet. Heute lebt und arbeitet er in Berlin.

Weitere Infos siehe auch: http://www.nasantur.com


Post an Christa Blenk

eborja.unblog.fr



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