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Portrait

MICHAEL

MÜLLER

WER SPRICHT?


Selbstbildnis, 2015 (Detail); Bleistift auf Papier, Marmor, Farbe | Courtesy Michael Müller



Der deutsch-englische Künstler Michael Müller (45) wurde in Igelheim am Rhein geboren und lebt in Berlin. Seit diesem Jahr unterrichtet er auch als Gastdozent an der Universität der Künste. Auf seiner Website studiomichaelmueller.com wird man zu seinem nicht nur künstlerischen Werdegang nicht weiter fündig - Wikipedia gibt da bisschen mehr zu ihm und seiner Vita Preis:

"Mit fünfzehn Jahren folgten erste Ausstellungen seiner Kunst, sowie sechs weitere bis er mit 22 Jahren – allerdings nur für kurze Zeit - an die Kunstakademie in Düsseldorf ging, um in der Klasse von Magdalena Jetelová zu studieren. Er brach das Studium ab um zu reisen. Primär interessierten ihn die indischen Wurzeln seiner Großmutter: die Ladakh-Region an der Grenze zu Tibet. Die persönliche Bindung zu Indien entwickelte er im Alter von 16 Jahren, als Müller sich mit indischer Musik vertraut machte und mit Fotografien tibetischer Mönche in Kontakt kam. Mit 23 Jahren reiste er das erste Mal in die Ladakh-Region und lebte dort zwischen 1992 und 2007 vornehmlich, u. a. im Kloster zu Alchi."

So wäre es, lt. Wikipedia, nicht die formale Kunsthochschul-Bildung, die Michael Müller prägte, es wäre Indien und das Reisen an sich, welches großen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen hätte. "Dieser Einfluss spiegelte sich beispielsweise in einer Reihe von Karten imaginärer Orte wider, von denen die größte mittlerweile 22 Meter lang und noch in Arbeit ist."

Sprachliche, numerisch-mathematische oder stellare Systeme bilden Müllers künstlerisches Fundament. Seinen Arbeiten läge dabei häufig "ein skeptisches Interesse" zugrunde. Abweichend-Irrationales, beispielsweise, schaffe in ihm "einen Willen zur Durchsetzung eigener Formen".

*

Die KUNST-WERKE BERLIN zeigen (noch bis zum 21. Januar 2016) eine repräsentative Auswahl von Skulpturen, Installationen, Malerei und Zeichnung Michael Müllers. Seine auf zwei Stockwerke verteilte Einzelausstellung trägt den Titel Wer spricht?



Blick in die Einzelausstellung Wer spricht? von Michael Müller - in den KUNST-WERKEN BERLIN | (Foto: Andre Sokolowski)


"Für Wer spricht? konzipiert Müller zwei Figuren – Hermes und Hermaphroditos – die ein Netz von Bezugnahmen und Verbindungen zwischen einzelnen Arbeiten weben und die BetrachterInnen durch die Ausstellung begleiten. Sei es als Stimme in einer neuen Soundinstallation, als Protagonist eines Videos oder auch als figurative Skulptur, die das Werk-Betrachter-Verhältnis umkehrt – diese beiden Gestalten aus der griechischen Mythologie erscheinen an vermuteten wie unvermuteten Orten gleichermaßen und verbinden die beiden Ausstellungsetagen inhaltlich und formal." (Quelle: kw-berlin.de)

Wir erlebten den Künstler - rein zufällig - bei einer Führung. Im Zusammenhang mit seinem Doppelbild Scham des Kastraten [s.u.] wusste er prägnantes Wissen zu Kultur- und Kunstgeschichte der Antike, insbesondere der griechischen Antike, beizusteuern. Oder wussten Sie, dass es im damaligen Griechenland total verpönt war, dass die Männer (ungeachtet ihrer praktizierten als wie ausgelebten Nacktästhetik) ihre Eicheln zeigten? Gott bewahre, nein! Die mussten, noch bevor man(n) sich in seiner maskulinen Gänze zeigte, vorher ab- bzw. zugebunden sein - wie es die Inszenierung auf dem Doppelbild zu demonstrieren sich bemühte.



Scham des Kastraten, 2015; C-Prints, je 61x42 cm; Courtesy Michael Müller | (Foto: Andre Sokolowski)


Eigens für die Schau entwickelte Michael Müller neue Exponate - beispielsweise den in Goldvorhänge eintextilten Raum, wo eine lebensgroße Hermes-Statue (als Foto) einladender Weise thront, während daneben [was man auf der Teilabbildung unten so nicht sieht] ein 5minütiges Kurzvideo - Hermes & Hermaphroditos - sehen kann. Das fängt mit einer umornamentierten sog. Seenacktschnecke an und zeigt dann eine gold'ne Wippe, worauf ein wie aus 'ner schwulen Hochglanzillustrierten stammendes Vater-und-Sohn-Paar (scheinbar sexuell ganz voreinander unbeabsichtigt) sich gegenüber sitzt. Kitsch und Klischees, was eine scheinbar alterslose Gay-Community von heute ausmacht, feiern hier aufs Unbeschwerte Hochzeit...

* *

Wer spricht? würde (lt. KW-Text) aus Müllers Perspektive auch bedeuten: „was wird gesagt?“ und „warum wird gesprochen?“; aber auch „wer hört zu?“ Die gezeigten Arbeiten würden immer wieder neu von der Frage ausgehen, inwieweit ein Künstler in seinen Werken selbst sichtbar wird. Jedes einzelne Werk verortete sich da im Spannungsverhältnis von Anwendung oder Umformung historischer wie gegenwärtiger künstlerischer Codes und den persönlichen Obsessionen des Künstlers.



Hermes, 2015; Fotografie auf Alu-Dibond, ca. 240x170 cm; Courtesy Michael Müller | (Foto: Andre Sokolowski)


Andre Sokolowski - 18. Dezember 2015
ID 9045
WER SPRICHT? (29.11.2015– 24.01.2016)
Einzelausstellung mit Werken von Michael Müller


Öffnungszeiten über die Feiertage:
24. / 31. 12. | Geschlossen
25. / 26. 12. / 1. 1. | 12 - 19 h

Eintritt:
6 € / ermäßigt 4 €
Donnerstagabend-Ticket (18 - 21 h) 4 € inkl. Führung

KW Institute for Contemporary Art -
KUNST-WERKE BERLIN e. V.
Auguststraße 69
D-10117 Berlin

Tel.: 030 243 459 0
info@kw-berlin.de


Weitere Infos siehe auch: http://www.kw-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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