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Kultura-Spezial

Karsten Neumann:
mir stinkt´s - eine hommage á piero manzoni

flugblatt im rahmen der kunstperformance am laufsteg zur präsentation \"dürer sucht das supermodel\" am hauptmarkt in nürnberg.
do 19.07.2007






Karsten Neumann:
mir stinkt´s - eine hommage á piero manzoni


thesen zu "dürer sucht das supermodel" und ein ausblick:

  • dies ist keine ausstellung

  • das wort ausstellung suggeriert, dass es sich hier um kunst handelt, es werden jedoch nur hölzerner messebau und öbszön aufgeblasene digitaldrucke präsentiert.
    durch die auf lebensgrösse aufgeblasenen zeichnungen albrecht dürers geht dem betrachter jegliches gefühl für künstlerische zusammenhänge verloren. eine zeichnung, in dieser grösse gefertigt, hätte einen ganz anderen ausdruck zur folge gehabt. dies ist z.b. derzeit sehr schön an einem monochromen bild von katharina grosse im neuen museum zu sehen, dass in seiner struktur die bewegung der hand, über dir grösse der fläche eine leichte kurve, verdeutlicht. es geht also mittlerweilen nicht nur um "technische reproduzierbarkeit eines kunstwerkes" (walter benjamin), sondern auch noch um dessen obszöne vergrösserung ins schier unendliche, die der grossflächendigitaldruck so erst möglich gemacht hat. es ist keine kontemplation vor dem digitaldruck möglich, im gegensatz zum original.

  • dies ist ausschliesslich kommerzielles stadtmarketing

  • es wundert mich nicht, dass ausgerechnet guido knopp und helmuth markwort der stadt nürnberg den dritten preis beim history award 2006 verliehen haben. der erste preis wäre eine noch grössere schande gewesen.
    es geht nur um den effekt möglichst viele massen anzuziehen, wirkliche bildungsarbeit wird nicht geleistet, denn den menschen wird das wichtigste verweigert: die kunstbetrachtung am original!
    diese aus dem aura- und kontemplationsmangel beim betrachten der digitalen grossrucke resultierende frustration muss psychisch quasi durch den kurzfristigen hype eines t-shirtkonsums ausgeglichen werden.
    der kulturelle effekt beschränkt sich im wesentlichen auf konsum verbunden mit gleichschaltung – möglichst viele menschen in einen "dürer t-shirt". diese ästhetische gleichschaltung halte ich für nicht tragbar, zumal hier ca. ein drittel der nürnberger bevölkerung, die als arm gilt, ausgegrenzt wird, weil sie sich diese´t-shirts nicht leisten kann.

  • dies ist keine bildung

  • dieser laufsteg soll, laut kulturreferat, anregen sich vertiefter mit dürer auseinanderzusetzen.
    die begleitenden sechs wissenschaftlichen fachvorträge kosten je 4.- euro eintritt. zur bildungselite gehört in nürnberg also nur der "geldadel", der sich die 24.- euro für alle vorträge leisten kann, für das gemeine fussvolk gibt es als kulturelles häppchen "führungen" am laufsteg. diese differenzierung, dass die fachvorträge nur für geld erhältlich sind ist nicht tragbar, denn die aussage, die dahinter steht, lautet: "hochqualifizierte bildung" ist nicht den interessierten mitbürgerinnen und mitbürgern nahezubringen, sondern nur denjenigen, die über einen entsprechenden geldbeutel verfügen. ebenso kostet das ausleihen eines bildbandes über dürer, derzeit 12.- bzw. 6 euro jahresgebühr in der stadtbibliothek.
    arme dürfen also dumm bleiben! gäbe es nicht schon klassentheorien, man könnte meinen das kulturreferat führt die ständegesellschaft wieder ein.
    wir brauchen keine massenevents für´s volk und fachzirkel für eine geldelite.

  • dies ist ausgrenzung von mitbürgerinnen und mitbürgern

  • die auswahl der fotos, die sich mit dem aktuellen schönheitsbild befassen, grenzen weite teile der bevölkerung aus. es werden keine farbigen und keine verhüllten menschen gezeigt. deutschland ist einwanderungsland insofern haben auch diese menschen das recht bei einer öffentlichen veranstaltung berücksichtigt zu werden.

  • eine vision

  • alternativ wäre es möglich gewesen für diesen betrag von 100.000 euro die wissenschaftlichen fachvortragenden und weitere spezialisten zwei wochen nach nürnberg zu holen und kostenlos für alle auf dem hauptmarkt, in der stadtbibliothek, im städtischen archiv etc. ihre thesen referieren und mit dem publikum debattieren zu lassen. die100 tage aktion von joseph beuys für direkte demokratie auf der dokumenta 1982 und die tatsache, dass beuys einmal jeden als studenten aufnahm, der das wollte wären hier sozusagen strukturell vorbildlich gewesen.
    unsere gesellschaft braucht nicht nur einen systemwechsel, sie braucht vor allem einen kulturwechsel um
    ihre probleme zu lösen.











    flugblatt im rahmen der kunstperformance von karsten neumann am do 19.07.2007
    ID 00000003361
    Siehe auch: http://www.buero-color.de






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