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Kurzportrait


Katherina Föller – Ein Portrait

von Dr. Barbara Aust


Katherina Föller, Unterbewusstsein, 100 x 80 cm, Öl auf Leinwand, 1998

Dass der Schlaf der Vernunft die größten Ungeheuer gebiert, wusste schon Francisco de Goya. Welche Ungeheuer in unserem Unterbewusstsein lauern, lässt das Bild der Malerin Katherina Föller unschwer erahnen. Auf dem Bauch schlafend hat die menschliche Figur die Arme über dem Kopf verschränkt. Den Kopf vergraben, bleibt uns das Gesicht verborgen, während zwölf zwergenhafte Wesen den Körper der liegenden Figur erklimmen. So klein die Wesen auch sind, so sehr können Sie doch den Schlafenden stören. Dieses monochrom blaue Bild mit dem Titel „Unterbewusstsein“ malte Katherina Föller Ende der 90er Jahre in Öl auf Leinwand.

Tatsächlich ist es ein anschauliches Beispiel für Katherina Föllers spezifische Bildsprache, die von Körperlichkeit und einem spannungsreichen Zusammenspiel zwischen Fläche und Farbe geprägt ist. Die Figur, die hier einen Großteil des Bildformats einnimmt, ist eingebettet in eine großzügig angelegte blaue Fläche, deren Tiefenwirkung durch ein dunkles Blau am Horizont verstärkt wird. Die Farbe trägt Katherina Föller sehr differenziert und in zaghaften Schattierungen auf und schafft somit eine äußerst lebendige Oberfläche, deren Grundton, sei es monochrom Blau in „Unterbewusstsein“ oder monochrom Gelb in „Emotionen“, die jeweilige Stimmung wider spiegelt.


Katherina Föller, Emotionen, 140 x 70 cm, Öl auf Leinwand, 2001


Dieses Vorgehen wird auch in den anderen Arbeiten der Künstlerin deutlich, wie in dem Bild „Das Publikum“, dessen Köpfe aus der Bühnenperspektive zwar als monochrom rote Masse erscheinen, bei näherem Hinschauen jedoch individuelle Portraits, Charakterköpfe jedes einzelnen Menschen erkennen lassen. Ob mit konzentriert hochgezogenen Augenbrauen, dem Nachbarn aufmerksam lauschend oder in Gedanken versunken, bleibt die Situation lebendig und spannungsreich. So gelingt es der Künstlerin mit bewusst reduzierter Farbigkeit ein ausgeglichenes und dynamisches Kompositionsgefüge zu gestalten.


Katherina Föller, Das Publikum, 100 x 80 cm, Öl auf Leinwand, 2004


Im Mittelpunkt ihrer ebenso reduzierten wie faszinierenden Arbeiten steht der Mensch als einzelnes Wesen oder in der Gemeinschaft. Der Hintergrund spielt in den flächigen Kompositionen scheinbar eine untergeordnete Rolle. Oftmals stellt er nur eine farbige Schattierung zum Vordergrund dar. Derweilen spielt er jedoch auch im vereinfachten Sinn die Rolle der Farbperspektive, die das Motiv in einen mehr oder weniger definierten räumlichen Zusammenhang stellt. Allen Figuren gemeinsam ist der offene Blick der Gesichter, der nichts verheimlicht sowie der nackte, fast androgyn wirkende Körper mit haarlosem Haupt, der nichts verdeckt, vielmehr sogar Muskulatur und Sehnen durch die Haut schimmern lässt wie in der schlafenden Figur in „Unterbewusstsein“.


Katherina Föller, Der Glückliche, 120 x 100 cm, Öl auf Leinwand, 2004


Ungebändigte Lebensfreude und Energie verkörpert „Der Glückliche“ in kraftvollem Rot gemalt. Einem Buddha gleich, in sich ruhend, können selbst Dämonen und tobende Geister aus der Finsternis ihm nichts anhaben. Einen Kontrast zur gewohnten Körperlichkeit entwickelt Katherina Föller in dem Bild „It´s him“ mit der Darstellung einer sakralen Gewandfigur.


Katherina Föller, It´s him, 100 x 80 cm, Öl auf Leinwand, 2004


Als eine Extremform kathartisch gereinigter Malerei kann man Katherina Föllers Arbeiten betrachten. Die Künstlerin baut sie aus zu monochromen Farbflächen menschlicher Befindlichkeiten und Stimmungen. Damit betätigt sie sich nicht nur in sensibler Farbgebung, sondern auch als Schöpferin elementarer Emotionen wie Freude-Lichtgelb, Angst/Unterbewusstsein-Dunkelblau, Glück-Purpurrot.

Das Einzigartige an den Arbeiten Katherina Föllers liegt gerade darin, dass es ihr gelingt, elementare Polaritäten zu vereinigen: eine Vergeistigung und Abstraktion der menschlichen Darstellung trotz figurativer Formensprache – sowie feinsinnige, emotionale Farbigkeit trotz monochromer Flächigkeit. Noch reduzierter auf das Wesentliche ist figurative Malerei kaum vorstellbar.


Dr. Barbara Aust, März 2005

Katherina Föller wurde 1965 in Hamburg geboren und wuchs als Tochter einer Malerin in der Lüneburger Heide auf. Nach dem Besuch der Fachoberschule für Grafikdesign in Hamburg, arbeitete die Künstlerin in der Film- und Fotobranche. Katherina Föller lebt in Hamburg und wird durch die Agentur ART HISTORY CONSULTING vertreten.

Kontakt Künstlerin:
Katherina Föller
Tel. 040 – 450 39 131
k@katherina-foeller.de
www.katherina-foeller.de


Kontakt Agentur:

Dr. Barbara Aust
Schulstrasse 25
D-22869 Hamburg-Schenefeld
Tel. 040 – 29 89 80 08
www.arthistoryconsulting.de
webmaster@arthistoryconsulting.de







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