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Feuilleton

Skulpturenpark Berlin_Zentrum

Zur Ausstellungsreihe Wunderland im Skulpturenpark_Berlin, August bis Dezember 2009

Aufgeschlagene Reichweiten
oder vom Straucheln des Innen

Teil 1: Modell und Oberfläche

Text: Gerald Pirner || Foto: Adel

Selbstreferenz suggeriert eine Existenz außerhalb jeder Kontrolle, denn sie beruht auf nichts als auf sich selbst. […] In fremdreferentiellen Systemen tritt jedoch jener endlose Regress auf immer neuer Referenzen auf […] Wer aber bewacht die Wächter? (Ranulph Glanville)

„Es hat keinerlei Sinn zu klopfen“, sprach der Lakai […] weil ich auf der selben Seite der Tür bin wie du […]. „Dann bitte“, sprach Alice, „wie komme ich hinein?“ „Dein Klopfen könnte einigen Sinn haben“, fuhr der Lakai fort, ohne auf sie zu achten, „wenn die Tür zwischen uns wäre. Wenn du zum Beispiel drinnen wärst, könntest du klopfen und ich könnte dich hinaus lassen, nicht wahr.“ […] „Ich werde hier sitzen“, bemerkte der Lakai, „bis morgen.“ „Wie komme ich hinein?“ fragte Alice erneut und diesmal lauter. „Sollst du denn überhaupt hinein“, sprach der Lakai. „Das ist nämlich die erste Frage.“ (Lewis Carroll)

… den bildlichen Urakt ins Zentrum (zu) rücken. In ihm und durch ihn werden Bilder bedeutungs- und wirkungsvoll, werden sie „sprechend“. Dieser Akt geschah nicht einmal in grauer Vorzeit, er ereignete sich immer, wenn Bilder entstanden sind und ereignet sich jetzt und in Zukunft, wenn sie entstehen. Zum Beispiel in Kinderzimmern oder in psychiatrischen Anstalten beim Schnitzen, Schlagen und Kneten, während gedankenverlorener Kritzeleien, oder wenn es darum geht, sich zeichnend Übersicht und Durchblick zu verschaffen, indem man zeigt, was sich nicht sagen lässt. (Gottfried Böhm)

Er könne, so der Zeichner, über Entzücken oder Verzweiflung eines Mannes von Vermögen entscheiden, je nachdem ob er dessen Anwesen in Sonnenlicht oder Schatten darstelle. Ebenso verfüge er über eine gewisse Kontrolle über Eifersucht und Zufriedenheit eines Ehemannes, je nach Art in welcher dessen Ehefrau von ihm abgebildet. Die Wirklichkeit als Modell, das sich gegen den Betrachter wendet. Das Modell der Wirklichkeit, das sich gegen die Wirklichkeit wendet. Die Zeichnung als unumkehrbarer Eingriff in die Wirklichkeit erfasste die Dinge zwar in höchster Präzision – in der Akkuratesse ihrer Verdoppelung schienen sie aber zugleich, unberechenbare Abgründigkeit hervorkehrend, dem Griff ihrer Handhabe zu entgleiten. Im Bild zu ihren eigenen Spuren gekommen, entfalten die Dinge eine zerstörerische Kraft. Sie reißen ihren eigenen Schöpfer in den Tod, wo der von der Blindheit absieht, die für einen gefahrlosen Umgang mit ihnen unerlässlich. Gegen Ende von Peter Greenaways Kontrakt des Zeichners wird der Protagonist, der seine vertraglichen Verpflichtungen zur Abbildung allzu ernst genommen, seiner Augen beraubt bevor er entkleidet und ermordet.


Angela Melitopoulos, Möglichkeitsraum I und Christopf Ziegler, Camp Exodus 2009


Das erste Bild
Er hatte Sie gebeten auf den Zeichenrahmen zu achten, zu erwähnen wenn er auftauche, zu beschreiben wo er stehe. Danach. Nachdem sie zum ersten Mal in der Brache gewesen. Die Brache. Jetzt die Brache. Ein Stück Wildwuchs von seiner Auslöschung umstellt. Darauf die Modelle. Modelle des Lebens, eher des Überlebens. In jedem Falle alles Modelle ihrer Zerstörung. Modelle als Welten, sie als Grund haltend. Modelle als Grund der Auslöschung ihrer Welten. In letzter Konsequenz aber, wie er dachte, das Modell selbst als Zerstörung indem es allem widerspricht, was es versuchte zu verwirklichen. Ein zugleich bewegter wie bewegender Rahmen, der allen Grund zurücknähme der Welten gegolten: eine lebende Quadrierung, sich verselbstständigend wie das Messer in Polanskis Macbeth. Ein Rahmen der aufstellt, den Blick hinter sich stellt, und zugleich in ihn hinein. Als eigentlichen Hauptdarsteller hatte das Plakat ihn bereits damals ausgewiesen, und jetzt, da Ihre nochmalige Beschreibung ihn seines Bildes seiner Erinnerung versichert, ließ er ihn auf diesen Schutthügel stehen, dort wo er nicht hinauf klettern würde um ihn zu suchen. Aber er hatte Sie unterbrochen, hatte sich unterbrochen, dieser Gedanke, der ihn dazu gebracht, sich alles nochmals beschreiben zu lassen. Diesen Rahmen etwa, seine Vergitterung, die Rechtecke seines Gitters, in welchen das Bild unterteilt auf Bilder verteilt; dieser Rahmen, den er gesehen, damals, als dies noch möglich, und jetzt, da dies nicht mehr möglich, das Bild dieses Schutthaufens dieses Bauschutts dieser Steine, als hätte er dort gestanden, als stünde er darauf, so wie er ihn sieht auf der Halde, die er nie gesehen, die er niemals sehen würde, wie er den Rahmen niemals wieder sehen würde: als hätte Gesehenes und Nie-Gesehenes begonnen sich auszutauschen, Teile von sich auszutauschen, untereinander aufzuteilen.

Aber er hatte Sie unterbrochen. Er unterbricht Sie. Er unterbricht das Spinnett, den Gesang, die zwischen die Gespräche geschoben. Gesang einer Frauenstimme Geschriebenem unterlegt, das Sie ihm vorgelesen. In blinder Einbildung Ihre Beschreibung wiedergegeben. Hinter zerstörter Netzhaut eine handvoll Begriffe gedreht. Die grenzen ganz wörtlich aus in ihrer Blendung, kehren Imagination gegen das Bild.

Alles Licht von Kerzen aus dem Raume gesogen. Der Ort vom Bild ausgewiesen, dass Zeit nur noch in seinem Geflacker Platz hat. Gesichter zerteilt wo der Schein der Kerzen sie nicht zu umfassen vermag. Andere von ihm so ausgeleuchtet, dass sie wie eins erscheinen, dass deren Dialog wie Selbstgespräch des Scheins. Stühle und Tische um die Figuren bei den Kerzen zu halten. Sie hineinzuhalten in die Ausleuchtung. Mobiliar und Wände sonst ausgeblendet, ausgegrenzt alle Grenzen von außen. Was der Kraft der Kerzen entgeht hat keine Kraft zur Präsenz, hat keine Kraft zur Wirklichkeit. Sie spult zurück. Rahmen, sagt Sie. Rahmen von Türen Rahmen von Fenstern. Dahinter nichts. Darin nichts denn Schwärze. Der ganze Vorspann eine handvoll Begriffe, abgesehen freilich vom Geschriebenen. Abgesehen von Namen von Rollen von Funktionen. Sonst nur Begriffe: Gesichter, geschminkte Gesichter, ausladend getürmte Perücken manieristisch drapiert; Kerzen, das Licht dieser Kerzen, und die Kerzen so groß, dass man einen damit erschlagen könne. In gewisser Weise, sagt Sie, trete das Bild hinter das zurück was es hervorbringe. Nicht allein hier das Licht gemeint, eher die Erzählung, das Gewebe von Dialogen in welchen es hin zu seinen Anfängen verfangen. Nach solchen Anfängen tastend berühre das Bild keinen Raum, stelle Stimme aus und Stimmen und das Gespräch in welchem es einzuwohnen begonnen.


Skulpturenpark Berlin_Zentrum


Das zweite Bild
Danach waren sie losgegangen. Nochmals. Nochmals die Brache. Gleichsam das Gegenstück zum Modellpark. Gebäude dort aus ihrem Ort ihrer Zeit gerissen, und der Maßstab das einzige womit sie in Zusammenhang gestellt. Harmlose Restlosigkeit in Oberflächen sich erschöpfend. In ihrer präzise gearbeiteten Gestalt allerdings Spuren des Grauens in der berührenden Hand: scharfe Risse an den geborstenen Mauern des Jüdischen Museums etwa, gestochene Spitzen am Siegessäulenschaft – in Haut in Erinnerung gebracht und Erinnerung weit über das Modell hinaus. Ergehbare Geschichtslosigkeit in kiesweggezirkeltem Rasen, die die Haut unterbricht und gerade da, wo bildlos die Gestalt verloren. In der Brache wiederum der berührenden Hand vom Bild ganz anders widersprochen, und was Sie davon beschreibt, dem springt das Gehörte zur Seite. Wahrnehmung vom Berührten für einen Moment gleichsam verdeckt, das Sinnliche von der Empfindung, und dass ein Nicht-Ort möglich, vermöchte Denken doch erst zu denken, wenn seine Eigenzeit ihm längst widersprochen. Der Rahmen auf den Bauschutthügel etwa. Dort wo er dachte, dass er hätte stehen müssen, jetzt eine Krähe oder zumindest deren Gekreisch. Der einzige Ort, der inmitten des hinausgeschobenen Lärms zu hören. Kein Weg und erst recht keiner, der bildlos und an Ihrem Arm Orientierung mit sich brächte. Ein akustisches Band von Motorenlärm, dessen einzelne Bestandteile die Entfernung zu Rauschen verflüssigt. Irgendwo, und von hier aus immer gegenüber, der von der Brache hinausgedrängte Geräuschkreis von anderen Geräuschen aufgebrochen, die wie ein Pfahl von oben in ihn hineingerammt. Aufgeschnitten dieser Gürtel, der um die Brache gelegt, dass ja nichts entkomme. Eingehegt sie, stillgestellt, griff da von außen etwas in sie herein, das sie ausheben würde, so still wie sie da hielt, sich hin hielt.

Bildlos die Haut der Hand von Eigenschaften sprechend, deren Gegenstände sie nicht zu benennen vermag. Wollartig Weiches, Scharfkantiges schon unter leichter Berührung, Dünnes so hart wie zerbrechlich. Artenlos berührend, Gattungen, hinter sie übergreifenden Eigenschaften gleich. Bauchhoher Gras- und Buschbewuchs am Rand von dem, was aus ihm zu einem Pfad getrampelt. Trocken genug der um gegen die Schritte zu zischeln. Schnelles Geschlage von Bohrern aus der Höhe: Harmlose Ferne vorgaukelnd, vorgebend, vorgestellt, vor das gestellt was da kommt. In hoher Drehzahl. Noch höher ein Sirren, das reißt ein Pfiff wie einen Peitschenhieb ab, hochgeschnalzt gummiartig der, und blechern erbricht sich Geschepper in Hohles über einem rau ausgerutschtem Grund. Obschon die Geräusche nur aus Bewegung lässt die Brache sie statisch erscheinen, gebannt an einen Ort wie sie selbst und getrennt und ohne Überschreitung. Gehämmer Geflex. Unten oben Betonstahlvertikale, Markierung einer Richtung auf der Boden in identischen Flächenausschnitten tragfähig vermehrt und Sie zählt die Etagen, und Sie liest die Tafel, und Sie liest und beschreibt was Sie sieht: hier entstehen … Und ein Modell gegenüber und das sei zu besichtigen, wie Sie sagt. Klingeln. Man solle nur klingeln.
Dezenter Lärm dezente Geräusche dezente Maschinen diskrete Zeit. Das Sirren des Kranes gedreht als wolle es sich vorführen. Ein wenig verdeckt ein wenig gedämpft und das Ohr glaubt es höre etwas von hinten. Verdeckt vielleicht von etwas das hochgezogen. Verdeckt vielleicht vom Ausleger, der weit herüberreicht über die Straße durch den Verkehr mitten hinein in die Brache. Vielleicht aber all diese Veränderungen nur der Wind, für den das Motorgeräusch noch weit genug entfernt um es zu verwehen. Die Stimme nach unten, genauer der Mund, oder dass der Kopf den einfach mitgenommen wohin er von den Augen gezogen. Ins Stocken geratene Beschreibung dessen was zwischen Ihren Händen. Sie spricht Sie liest, und in der von hohem Gestrüpp überzogenen Fläche die Stimme wie gedämpft, alle Feuchte aller Atem vom trockenen Bewuchs herausgesaugt. Entweder war der Schacht sehr tief, oder sie fiel sehr langsam, denn sie hatte im Fallen reichlich Zeit, sich umzusehen und sich zu fragen, was wohl als nächstes passieren würde. Zuerst sah sie hinab und versuchte auszumachen, worauf sie sich zubewegte, aber es war zu dunkel, um etwas zu erkennen: dann sah sie auf die Wände des Schachtes und stellte fest, dass sie mit Wandschränken und Bücherregalen bedeckt waren: hier und da sah sie Landkarten und Bilder an Haken hängen.


Ausschnitt: Simon Faithfull, Mobile Research Station no. 1, 2009


Das dritte Bild
Die Brache als Wunderland. Modelle einer Ausstellung und Ausstellung eines Modells, das hier nicht dazugehören will. Das Modell ist das Maß. Im Maß wird das Bild zur Zahl. Die Zahl entlässt Werken ins Wirkliche. Das Modell ermöglicht Wiederholung. In der Wiederholung festigt sich das Bild zum Halt. Im Bildhalt reproduziert sich die Produktion und sie tut dies im Schein der Erfüllung. Am Modell misst sich Leben ins Verdinglichte. Das Modell als Greifbarkeit der Verwirklichung, der Erfüllung, Gedankenmaß und Vergitterung, Käfig der Versicherung. Die Zahl passt das Bild ein in die Welt, vermisst die Welt an ihm nochmals neu. Sichernde Gefangenschaft festgehaltener Bedeutung und Bestätigung allem Selbst. Im Modell als Entwurf kommt der Raum zum Ort und versprochen darin alles Mögliche. Verfügbarkeit verfügend löst es den Raum aus dem Raum, löst es das Objekt aus seinem Kontext. Dem Raume entnommen, öffnet die Zeit das Modell, treibt es in all ihre Richtungen. Ohne Grund so hat das Modell keine Gegenwart. Die hat ja die Zeit.

Von hier aus verdecke die Müllhalde den Container, nicht die ganze Arbeit freilich, von der seien, wie Sie sagt, die Bäume noch zu sehen die in gewisser Weise dazugehörten, oder das zumindest, wie Sie sagt, was an ihnen befestigt und meinte damit Schnüre, an die silbrig glitzernde Papierstreifen gebunden oder Zellophan oder irgendeine Art von Plastik. Aber ansonsten hier eben die Mauerreste, die Steine, teilweise überwachsener Bauschutt, und dass er sich doch erinnere dass hier die Installation von Susan Hiller gewesen, die jetzt natürlich abgebaut, eine andere Ausstellung damals, und ob er sich erinnere, sei er ja doch hinaufgestiegen, hatte versucht die Lautsprecher zu finden, aus denen im halbstündigen Rhythmus, ja alle halbe Stunde, wie Sie denke, wie Sie sagt, vor zwei Jahren oder letztes Jahr eher, nein es sei letztes Jahr gewesen, es war letztes Jahr, sagt Sie, diese elektronisch bearbeiteten Phrasen, die er an den Lautsprechern direkt hatte aufnehmen wollen, und weshalb er hinaufgestiegen auf die Halde, den Bauschutt die Steine die Mauerreste, dass Sie ihn gehalten habe, oder er Sie, oder je nachdem, als er nach oben geklettert oder gekrabbelt eher auf allen Vieren… Dass Ihr jetzt aber, wie Sie sagt, die Müllhalde im Vergleich zum Container, zum Bauschuttcontainer, der für die Arbeit verwendet, in den hinein die Arbeit gebaut, die ihn zur Arbeit mache, dass also im Vergleich zu diesem Container die Müllhalde Ihr jetzt viel höher erscheine, jetzt wo der Container von hier aus, von der Bauschutthalde verdeckt, gänzlich verdeckt, wie Sie hinzufügt, während Sie hinübersieht und das hört er, hört aber nur, dass Sie jetzt in eine andere Richtung blicke, in die Richtung der Halde, wohinter wohl der Container, der jetzt allerdings ja nicht zu sehen, dass aber, wie er Ihr erwiderte, ein Begriff von Höhe der Müllhalde für ihn aus dem stumpfen Schatten herausrühre, der von ihr aus dem Motorenlärm geschnitten, der sie umspüle, der an ihren Ränder wie verdickt hervortrete und auch noch über ihr Ende oben sich drücke, nicht mehr so stark freilich wie an den Rändern unten, aber doch hörbar von hier aus zumindest, und ein paar Schritte weiter sei das durchaus anders, und nochmals mit Sicherheit ganz anders nachts oder zu Zeiten da der Motorenlärm abgeebbt und das Hörbare und das Gehörte das Spüren der Müllhalde nicht mehr verdecke, wo ihr akustischer Ausschnitt aus dem Lärm sich jetzt aufdränge.

Krähen schwimmend im Verkehrslärm und hochgespült ihr Gekreisch. Zwei Kühlschränke im Gestrüpp, ein Brett darauf, das aber nicht stark genug um Wirklichkeiten zu scheiden – Schwellen offenlassend zwischen Müll und Natur und Arbeit und letztere sei, wie Sie sagt, von hier aus zu sehen, nachdem die Bauschutthalde umgangen. Die Papierstreifen an den Bäumen zu hören, zu hören ihr Gewisper, Windgewisper, wie Sie sagt. Ein Duzend Glasbierflaschen mit durchbohrten Kronkorken auf dem Boden, strohhalmartig geknickte Grashalme darin, und von Wind die alle in eine Richtung ausgerichtet wie das Gras, das Gestrüpp, das Papier dessen Gewisper eher Persiflage denn Kommunikation. Simon Faithfulls Mobile Research Station no.1, 2009 - holistisches Bewegungsbild, Unsichtbares sich in Dinge verstricken lassend, die das Organische verdoppeln, die es bestätigen, als könne dem nicht mehr so recht getraut werden, als hätten Zeichen in einfache Signale übersetzt zu werden um etwas lesbar werden zu lassen, das erwartet, das befürchtet, das in ihrer Ankunft aber den Sinnen entginge. Das Vertrauen in die Natur verstört, in das was sich in ihr zeigt, erschiene Natur so nicht mehr natürlich, verströmte nicht mehr Bild und Gefühl in sich ruhender Gelassenheit und Zutrauen. In einem Double ihre Bewegungen reflektiert wie leises Unbehagen ihre Richtung, das der Anblick bereithängenden Schutz- und Rüstzeug in einem zum Überleben umgebauten Schuttcontainer verstärkt. Das Bild eines Nicht-Mehr. Schwellen geschieden in Schnittlinien. Entscheidender Anblick zu einem Ja oder Nein, zu einem Entweder-Oder, zu einer Entscheidung die verschließt.


Simon Faithfull, Mobile Research Station no. 1, 2009


Das vierte Bild
Schutzmaske Schutzanzug Schutzhandschuhe zwischen Koje und festgeschraubtem Tisch Trockenessen und Büchern. Von allem irgendwie etwas, stellvertretend um einen Nachweis zu erbringen, dass nichts vergessen fürs Überleben, das hier an Statt des Lebens gestellt. Einzig ein Stuhl noch im Freien – mobile Besetzung des Draußen in übriggebliebenem Restvertrauen. Beleg für ein Noch-Nicht als Prinzip des Unerhofften. Auf dem Dach, wie Sie sagt, Satellitenschüssel Solarzellen Ventilatorrad - Accessoires postzivilisatorischer Autarkie. Trotziges DENNOCH eines Tüftlers hin zu einer verunmöglichten Zukunft, der es nichts entgegenstellt, ja die es erwartet. Einem Draußen mittels versammelter Utensilien alle Überlebensmöglichkeit absprechend, wird der Container mit all seinen technischen Apparaten zum synthetischen Sinnesorgan, zu einer Vermittlung hinein ins Tödliche, das von der Erde als Welt übriggelassen. Die Sinne ins Außerkörperliche verlegend, auf Apparate verteilt, auf Geräte wie Teleskop Lautsprecher Atemschnorchel. Diese Maschineninteraktion zwischen drinnen und draußen aber überlebt hier nur ein Individuum: alles ist hier auf eine Einzelperson ausgerichtet. Maschinell reproduzierte Gesellschaftslosigkeit inmitten von luft- und wasserdichten Bullaugen, inmitten einer aufgegebenen Welt. Welt als Aufgabe für einen Survivaltracker durch die Zeit der Apokalypse misstrauend der aber doch letztlich seinem isolierten Einzelkämpferwillen, wo die Innenwände des stählernen Überlebenskäfigs in gummiversteppten Schaumstoff gepackt wie eine Irrenhauszelle, an welchen der Drang nach draußen als Anfall sich abreagieren kann, bis er vorbei ist oder es.

Als Konsequenz akzeptierter Unausweichlichkeit Unwiederbringlichkeit Unveränderbarkeit sperrt Faithfulls abdichtendes Modell – platziert auf einer nicht mehr lange existierenden Brache zwischen Hochhauskomplexen des Springerverlages von Bundesämtern und der mit dem Druck des Euros betrauten Bundesdruckerei – alle Fragen nach Verhältnissen aus, deren Vernichtungspotential einstmalige Wirklichkeit solcher Horrorszenarien durchaus nicht unwahrscheinlich scheinen lassen, sucht, anstatt mit Formen des Widerstands sich auseinanderzusetzen, die solcher Perspektive entgegentreten, in einer perfekt ausgebastelten Sciencefictionkabine eine Antwort, die in den siebziger Jahren vielleicht für Selbstversicherungsrituale pazifistischer UmweltaktivistInnen tauglich, heute aber eher ein Bild technizistisch hochgerüsteten Survival- Of-The-Fittest abgebend, das in Sloterdijkscher Manier alle Gesellschaftlichkeit schlichtweg negiert. Einzig das Material von Faithfulls Modell verweigert in seinem frischen Holzgeruch die nahtlose Einpassung in das Einzelkämpferkonzept, ruft es doch ein uraltes Glaubensbild hervor, in welchem der Katastrophe – verbunkert in ein wasserdichtes Holzgefäß – nur eine ganze Welt zu entkommen vermochte. Nur so vermochte sich letztlich Überleben auch wieder in Leben auszuwachsen. Sinnliche Erfahrung des Modells dessen Konzeption dessen Intention widersprechend, entkleidet das mythische Bild der Arche die Einzelkäpferantwort auf den ErdenGAU als Mystifizierung.


Arnulf Elfort und Eden Morfaux, Block, 2009


Das fünfte Bild
Das Modell als Entwurf. Das Modell als das Immer-Andere. Das Modell einzig als Verweis auf sich selbst. Das Modell als der Widerspruch. Das Modell als beständiges Bestehen auf seine Wiederholung. Das Modell als Bestehen auf sein Bestehen. Das Modell als Zerstörung des Aus-Ihm-Verwirklichten. Das Modell als Zerstörung seiner Verwirklichung.

Umrunden umgehen. Holz Kacheln Beton Stahl. Öffnungen hörbar. Tiefen von keiner Rückwand gebrochen. Leicht schlingernd das Hören ohne sichernde Vertikale. Eine Untiefe aus ihrer Rückwand über die Schritte geschoben, unter denen sie in Bewegung, nimmt diese Wucht ihrer Höhe einfach mit, drohend sich über sie zu stülpen. Abschüssiges von oben. Geräusche mitsamt dem Hören abgerutscht und den Stock überkopf eine Schräge hinunter bis zum Boden. Gitter aus runden Stahlstäben deren pfeilförmige Enden auf einer anderen Seite des Kubus, wo von ihnen der vordere Abschluss eines bühnenartigen Podestes gebildet. Nur schmal herausgeschoben dieses. Unfunktional es, so als ob es anderswo zuviel. Mit dem Stock nachgefahren und gegen die Rückwand gestoßen, und immer wieder, und an verschiedenen Stellen, und immer nur der selbe stumpfe Ton, von dem nichts anderes bezeichnet als dass da noch niemals etwas hineingeführt. Ein mannshoher nach obenhin spitz sich verjüngender Betonkegel, aus brettener Holzwand, breit ausgeschieden, als wolle der weit über Arm- und Stockhöhe hinausragende Kubus mit seinem gefliesten Unteren alles Material aus seinem Innern ausscheiden, dass nichts mehr dort als er selbst, und das bedeute seine Oberfläche. Schmale Betonstelen raurissiger Oberflächen und so hoch als sollte ihre mangelnde Tragfähigkeit unter Beweis gestellt werden - gegen Gebrauch wie Gebrauchswert sich streckend. Keine Steine. Nichts zum Verbauen. Formen aus einer Zeit, deren zusammenhangstiftendes Wirken längst vergessen, wie der Ausdruck das Denken, das ihn hervorgebracht. An einer anderen Seite in Bodenhöhe, Form als Gepräge des Inhalts in umgestülpter Kübelfülle aus Beton. Beides zugleich ausgekippt. Versteinert fossilienhaft. Geschlossen alles. Nicht verschlossen. Da war nie ein Zugang. Die Form des Kubus mit all diesen vermeintlich hörbaren Türen und Fenstern, den sinnlosen Versperrungen, die so tun als ob es ohne sie hineinginge – eine Oberfläche, die weder Tiefe noch Inneres mehr zulässt, die von solchem ein Gedächtnis behalten, das um sie herumführt wie begriffsloses Sprechen. Etwas wie Worte manchmal, und etwas dabei in Erinnerung gerufen, das nie war, das immer Begehren bleiben muss. Zugänge. Abgänge. Öffnungen. Richtungen. In Höhe gezogene Erwartung, Tiefen hinunter hinein im Hören Versprechen sich versprechend, akustische Imaginationen von Lust vom Anderen vom Anderswo, dem das mit dem Stock herausgeschlagene Geräusch eine andere Bedeutung von Versprechen zufügt, wie eine Verletzung, wie einen Schmerz.

Das Modell ist nicht Abbild. Im Modell kommt das Abbild überhaupt erst zu sich. Das Modell ist die Oberfläche der Richtung und weil eine Fläche letztlich keine Richtung hat, ist alle Richtung in ihr aufgehoben. Das Modell ist Einschluss des Begriffes. Das Modell ist vernutzbare Vereinfachung und verschließt sich zugleich gegen sie.


Arnulf Elfort und Eden Morfaux, Block, 2009


Nur scheinbar unterbrechen Öffnungen die Oberfläche: eher legen sie sie in Falten, überlassen sie Winkeln Kehren; lassen sie sich in Parallelläufen in Rundungen entfalten; lassen sie einander ansprechen, anhören überhören übertönen; lassen sie Gewebe bilden, die bei noch so großer Weite Netze des Gespräches des Gemurmels des Gewispers, sich zulaufend sich entfernend um erneut zu sich zu kommen und in all dem etwas hervorbringend, das im Begriff des Innen nicht zu fassen, weil es eben nichts als Oberfläche und immer Oberfläche geblieben. Fluchten wie Schluchten ihre Beschleunigung oder in ihnen gedehnt, rhythmische oder synkopierte Verzweigungen, Abgänge Einbrüche Taktierungen, darin in Wiederholungsschnitten und in deren Maß von Rhythmen geschieden, aus verlängerten Abständen Ritardandi und Beschleunigungen in deren Verkürzung. Was da vermeintlich nach Innen und in einer Öffnung scheinbar vom Außen getrennt, ist letztlich nur die Entfaltung des Außen in Kehren Falten Parallelen, in Spiegelungen Resonanzen Reflektionen – nur wie nebenbei etwas wie Inneres ergebend. Linie mit sich geführter Gang, in dessen Bewegung keine Ideen umrundet. Ihre Bewegung, ichloses Denken mit sich selbst verspielt, in Verputzkrusten der Finger schnittverzahnt Zugelesenes. Und der Finger und der andere. Umrundung um Umrundung Vorstellung eines Raumes ohne Volumen. Von der Öffnung der Oberfläche Leben und Bewegung zurückgegeben, und alles was in ihr sich sammelte ihr wirklich äußerlich: Gegenstände Gestalten und Inhalte, die untereinander sonst das Gewicht des Raumes aufteilten, nichts als auszustoßende Fremdkörper jetzt, deren Bild verbürgte Abgeschlossenheiten Denken in Begriffsrationen verschenkt. Das Ohr dem Raum in der Oberfläche Bildlosigkeit zurückgebend, und ein Denken dabei offen gehalten von zustoßenden Eigenschaften, Wesenheiten haftungslos erhört. Weich entschlüpft da alles Ding unter seinen Eigenschaften. Nach dem was unter ihnen hohl, vorgefundene Flächen vom Ohr abgeklopft, und die Flächen die verraten das gern. Gibt das Ohr doch, das deren Stillstellungen nicht gehorcht, Resonanzen und Reflektionen als ihre Bewegungen zurück, dem Bild in das hinein sie erstarrt, den Rahmen brechend auf dass alles einfach auslaufe.

Das Modell ist eine Verfügung. Das Modell konstatiert Verfügbarkeit. Das Modell löst ein Objekt aus seinem Kontext. Indem das Modell ein Objekt aus seinem Kontext löst entnimmt es dieses der Zeit. Indem das Objekt im Modell der Zeit entnommen, läuft seine Zeit in zwei Richtungen, ist aber zugleich außer aller Präsenz.

Oberfläche - gehörter Raum. Aus Ertasten von Wänden Präpositionen wie „hinein“ und „hinunter“ bloßgelegt, wo Ausgänge Zugänge Eingänge Abgänge nur im Ohr, im Tasten all dies aber ausgeschlossen. In seiner Umrundung der Kubus die Oberfläche zu ihrem Begriff zurückgeführt, andere Begriffe dabei zu Andeutungen gestutzt, abbrechend sie wie halbausgeführte Gesten. Indem in Arnaud Elfort und Eden Morfaux, Block 2009, Inneres als Effekt einer Oberflächenbewegung ausgestellt, entleert es sich mitsamt allen möglichen Inhalts, verschließt sich in dieser Bewegung, eine Bewegung um ihn: der ganze Kubus behält Entfaltung und Entwicklung bei sich und zugleich alle Zeit. Nichts was das weiterführte. Kein Material woran weitergebaut. Ein Modell, das alle Modelle verabschiedet – Verweigerung aller Zukunft. Verweigerung des Anderen, das doch immer schon im Inneren mitgeführt. Nichts an Inhalt wird hier vorgeschlagen, kein anderer Ort, und schon gar keine andere Zeit. Sich allem Nachdenken und Vordenken eines besseren Lebens verweigernd, verweigert Idee Utopie Fortschritt Kreativität, kehren diese doch vergegenständlicht als Forcierung der Verheerung – und das ganz aktuell etwa im Green Deal – gegen ihren Urheber wieder, der einstmals mit ihnen gegen die Verheerung angetreten. Arnaud Elforts und Eden Morfauxs Arbeit eine Verweigerung, eine Verweigerung die ohne „Nein“ zu sagen über alles „Nein“ hinausgeht.

Das Modell reine Materialität. Die Materialität des Modells zu keiner Richtung gekommen. Die Materialität des Modells zeitlos allem Zweck und Sinn widersprechend. Das Material des Modells bezeugt nur das Modell nicht aber den referierten Gegenstand. Im Material spricht das Modell von sich und einzig und allein davon. Indem es aber von sich spricht reflektiert das Modell seine Gelungenheit im Spiegel seines Objektes. Je mehr es dabei als gelungen erscheint desto mehr verschwindet es.


Simon Faithfull, Mobile Research Station no. 1, 2009


Das sechste Bild
Er hatte die Bauschutthalde nicht noch einmal bestiegen, obschon er von Ihr gefragt, ob er von oben nicht noch einmal alles überhören wolle. Aber, nachdem die Geräusche bereits damit begonnen hatten alles um ihn herum zu zersetzten, die Empfindung selbst dabei ins Sinnliche, spürte er allzu deutlich, dass es für solcher Art Hintergehen zu spät. Nicht umsonst hatte er, wie er jetzt erinnerte, den Rahmen seiner Beobachtung auf herausgehobenem Ort vorgestellt, dass eben nicht nachgewiesen hätte werden können, dass solcher Art imaginierter Halt nicht möglich. Für sich genommen sollte der Grund hierfür nicht in seiner Blindheit gesehen werden, ja sollte solcherlei Versuchung eines Gefälligkeitsempirismus nicht nachgegeben werden. Tatsächlich aber hatten die Geräusche, die von keinem Bild an ein festes Wesen oder gar an einen Ursprung gebunden, längst damit begonnen, alles um ihn herum unter Begriffen aufzuteilen, und die handelten ihnen grundlos aus wagen Eigenschaften Bedeutungen heraus. Schnitt der äußere Rahmen des Zeichners aus Empfundenem ein Bild ins Sinnliche, wie eben nur mittels einer Erzählung Wahrnehmung grundiert, musste ihm Empfindung – und bei aller, wie er meinte, gebotenen Vorsicht Analogien diesem unzusammenhängenden Zusammenhange gegenüber – wie die ganz empirische Erfahrung des bildlosen Verlaufens vorkommen, was „erscheinen“, der Begriff an den er ursprünglich hier gedacht, mit geradezu manifester Ankerung versah, insofern sich die Wendung „es kommt vor“ durchaus dezent gebe, solche Dezentheit aber in der Behauptungsschwere, in der sie doch eigentlich daherkommt geradezu kokett erscheint, und „erscheinen“, davon waren wir ja ausgegangen. Wer wollte denn tatsächlich behaupten, es komme nicht vor, und in welchem Zusammenhange auch immer. Nie sei dieses Urteil beweisbar, niemals.
Aber jetzt eben als eine Art Verlaufen Empfinden gedacht
Solch Denken an Empfindung an Empfinden
Registerübergriff geradezu lokal oder geradewegs genauer
wo Präpositionen doch sonst nur Metaphern
wie er denkt
jetzt wörtlich dies Denken an Empfinden verlaufend
dass es verlaufe
Denken verlaufe über das was von Empfinden gedacht
dieses Verlaufen denken
im Verlauf laufend verlaufen

Kein Vergleich aber. Keine Reste davon in Wortgattungen. Hören etwa. Bild des Hörens wie es sich äußere. Äußerung jetzt von Jetzt. Bildloses Bild ohne WIE und das Wort herausstreichen. Dieses Wort aus dem Text streichen. Eine Anmerkung, nachdem er ihn nochmals gehört, den Text nochmals gehört. Das Wort nochmals, dass es herausgestrichen werden müsse. Eine Anmerkung die er geschrieben, die er jetzt nochmals gehört.


Detail: Arnaud Elfort und Eden Morfaux, Block, 2009


Das siebte Bild
Aufgebrochener Fluss Leibesresistenz
Morpheme WIE selbst hineingehalten
Ionensogladung ionensog ladung ionen sog ladung
Die erste Silbe ginge schon auch, die anderen müsse man sehen und das sei ohne Metapher nicht möglich
Aber wer sagt das schon

Topikcrash verschleuster Gleiswerdung
ein Schild
Signifikantenboogie buchstäblich hint´ und vorn rein
meinte freilich zugleich hier
meinte freilich zugleich hier
und liest und betont weil jede Wiederholung etwas anderes
letztere letzten Endes der Ort
Verkehrsnetze von solcher Anziehung freilich ausgeschlossen
da hält nichts mehr

Aufgefundene Markierung. Das Fleisch der Dinge das über ihr Wesen hinausgreift. Als fasse das Wort nach Hinten, entlehne sich aus dessen Wucht. Von Geräuschen Bilder aus ihren Rahmen geschwemmt, buchstäblich eins ums andere – aber auch so erflicht es sich Halt. Schlagträchtig oder schlagartig, aber soweit wolle er nicht gehen, hält einem Geräusch den Rest auseinander, und das geht doch noch, denkt er. Bohrmaschine etwa. Mauerdurchbruch einem Fluchtweg durch grünschillernden Galvanikschlamm um eine Halogenbaulampe herum. Gekreuzte Spalten vom Stahlarbeiter Kabeln geschlagen, von dem das Kind schon wusste dass er nicht versichert
und in der Ecke die Diakonisse wie die pechschwarze Kutte hieß
und die Eselsohren aus Pappe die sie ihm aufgesetzt, im Haus mit dem Guten Hirten an der Wand
und das Licht das ihn anstrahlte, von dem gelegt unter dessen Tisch er seine Füße
und die Kutte oder die Tracht beides jedenfalls Prügel
und dass er den Geräteschuppen schon einmal betrachten solle, wo er die Nacht zu verbringen habe weil er zu laut
Der Name dann noch einmal und damals dann im Dom. Dort wo der Kaisermantel ausgestellt in den der ganze Kosmos und alle Welten gestickt und womit nur einer angetan.

Zwei Stufen. Klingeln wie es geschrieben steht. Altmodisches Schrillen. Der, der da öffnet verweist sie auf die Kunstmodelle auf der Brache. Dann doch hereingelassen und sogleich beginnt er zu spülen. Kurz nur. Vielleicht ein Glas. Vielleicht auch nur um unter Beweis zu stellen, dass auch im Modell hier alles funktioniert. Anzug Krawatte, wie Sie sagt, später draußen. Getippe auf einer flachen Tastatur. Fragen beantwortet ohne den Kopf zu wenden. Ja es sei ein Modell der Appartements die gegenüber hochgezogen, die auch hier hochgezogen werden, die auch hier hochgezogen werden sollen. Viertausend Euro pro Quadratmeter. Hundertzwanzig Quadratmeter. Eine halbe Million.


Angela Melitopoulos, Möglichkeitsraum I, 2009


Text: Gerald Pirner | Foto: Adel –red / 14. Dezember 2009
ID 4493
Siehe auch unseren Beitrag: Architektur im Begriff. Zur Eröffnung des Modellparks Berlin-Brandenburg

Weitere Infos siehe auch: http://www.skulpturenpark.org/





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