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Feuilleton


22. 10. 2011 - 29. 1. 2012, MdM Rupertinum Salzburg

KOKOSCHKA

„Oskar Kokoschka. Druckgrafik aus der Sammlung“ / Kokoschka als Zeichner: „Die Sammlung Willy Hahn“


Was macht Oskar Kokoschka so interessant? Ist es, weil er gemeinsam mit Egon Schiele als Hauptvertreter und Gründer des österreichischen Expressionismus gehandelt wird, oder sind es seine berühmt-vorausahnenden Porträts - wie z. B. das von Professor Auguste Forel, einem Schweizer Naturwissenschaftler?? Er (Forel), wollte sich nicht zu "seinem" Bildnis bekennen. Das „tote rechte Auge in dem von geistigen Leiden gezeichneten Gesicht des Gelehrten“ fand dieser abstoßend. Es wurde mit Empörung zur Kenntnis genommen. Zwei Jahre später erlitt er (Forel) einen Schlaganfall, der eine einseitige Gehirnlähmung zur Folge hatte. Kokoschka hatte dieses mit neurotischen Sensibilität vorausgeahnt... So erging es vielen von Kokoschka porträtierten Persönlichkeiten. Kokoschka wird auch kaum in den Auktionshäusern angeboten; sein Preisniveau liegt unter dem Kandinskys.

In Salzburg allerdings ist Kokoschka sehr präsent - gründete er doch 1953 die „Schule des Sehens“. Sie existiert heute noch, nennt sich allerdings seit 1956 „Internationale Sommerakademie Salzburg“.

Das Rupertinum zeigt jetzt nahezu das vollständige druckgrafische Oevre von Oskar Kokoschka, als Ergänzung zur Ausstellung Kokoschka als Zeichner - „Die Sammlung Willy Hahn“. In dieser Sonderschau werden über 50 hochkarätige Werke aus allen Schaffensperioden des Künstlers gezeigt.

Willy Hahn, ein Musiker (1896-1988), der einen persönlichen Kontakt zu Oskar Kokoschka pflegte, hatte diese Werke über viele Jahre hinweg zusammengetragen. Sie wurden als einzigartige Kollektion für diese Ausstellung aufbereitet und werden nun - nach einer Präsentation im Kupferstichkabinett in Dresden - im MdM Rupertinum in Salzburg gezeigt. Kokoschka hatte zu Dresden einen fast genau so starken Bezug wie zu Salzburg.

In der Sammlung Hahn sind auch die Blätter Mädchenakt, die Hände an der Taille oder Zwei Mädchen beim Ankleiden, die er als 20jähriger gemalt hatte, zu sehen. Dies hatte ihm eine harsche öffentliche Kritik eingebracht, parallel dazu aber auch eine unumschränkte Anerkennung von Gustav Klimt. In unserer heutigen Zeit hätte er wahrscheinlich ein Problem mit der Sittenpolizei bekommen. [Kaum zu glauben! - a. so.] Die Blätter entstanden zwischen 1906 und 1912. Kokoschka interessierte alles Psychologische am Menschenbild.

1937 war Kokoschka auf der Aufstellung „Entartete Kunst“ vertreten und flüchtete 1938 nach England, wo er auch dann die britische Staatsbürgerschaft erhielt. 1953 war Kokoschka in die Schweiz übergesiedelt. 1980 starb Oskar Kokoschka.

Zu dieser Ausstellung ist auch ein umfassender und reich bebilderter Katalog im Hatje Cantzc Verlag erschienen.



Oskar Kokoschka: Willy Hahn - Foto (C) MdM Rupertinum


Christa Linossi - red. 14. November 2011
ID 00000005477

Weitere Infos siehe auch: http://www.museumdermoderne.at/


E-Mail an Christa Linossi



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