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Feuilleton


Salzburg inszeniert sich wieder

Anselm Kiefers A.E.I.O.U. als Streitpunkt


Salzburg ist immer wieder für ein Gespräch interessant, und wenn es um moderne Kunst geht, dann inszeniert sich diese Stadt gerne aufs Neue – ob im positiven oder negativen Sinne.


Der Furtwängler Park wird heuer neu gestaltet – er liegt gegenüber dem Festspielhaus, präzise gesagt, genau gegenüber vom „Haus für Mozart“. Der Pavillon von Anselm Kiefer mit dem Titel „A.E.I.O.U.“ (1) der in einer Sichtachse zum Großen Festspielhaus steht (ausgestattet mit einer Stellage mit sechzig bleiernen Büchern und einem Bild mit dem Titel „Wach im Zigeunerlager“) wurde 2002 im Furtwängler Park errichtet –soll jetzt aufgrund einer Neugestaltung des Furtwängler Parkes weichen und wurde somit zum Streitpunkt.

Seit 6 Jahren steht der Pavillon, ein Projekt der Salzburg Foundation, von Anselm Kiefer bereits in diesem Park. Jahrelang wurde er ignoriert und kaum einer wusste, um was es sich hier eigentlich wirklich handelte.
Jetzt schimpfen die einen über die Verschandelung des Stadtbildes und wünschen das „Mausoleum“ ans andere Ende der Welt, damit es die Salzburger Idylle nicht störe, und für andere wiederum ist er eine Bereicherung. Interessanterweise bietet die Stadt jetzt Führungen im Pavillon an.


Jetzt wo es darum geht, dass der Pavillon an seinem Standort bleiben soll, wird die „Salzburg Foundation“ von einzelnen Bürgern und der Lokalmedien immer wieder angegriffen. Die Salzburger sind gegen Moderne Kunst und es ist noch kein Jahr her, als die Mozart-Statue von Markus Lüpertz auf dem Ursulinenplatz von einem Bürger geteert und gefedert wurde.


Das Denkmal von Friedrich Schiller sieht in Richtung Pavillon. Würde er noch leben, würde er darüber ein Epos schreiben.

Auftraggeber von bisher sechs Kunstprojekten, darunter Kiefers Pavillon und Lüpertz’ Mozart-Hommage, im öffentlichen Raum ist die Salzburg Foundation, die seit 2002 gemeinsam mit der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn Skulpturenprojekte namhafter internationaler Künstler nach Salzburg bringt. Die Salzburg Foundation hat sich zum Ziel gesetzt, die kulturelle Tradition Salzburgs durch zeitgenössische künstlerische Positionen zu erweitern und sorgt somit immer wieder für öffentliches Aufsehen. Diese sollten jedoch der Öffentlichkeit auch die Chance geben, sich mit dieser Form von Kunst auseinanderzusetzen.

Die Salzburg Foundation, die ihre Kunstwerke ausschließlich mit privaten Sponsorengeldern finanziert, hat bis jetzt sieben international renommierte Künstler beauftragt, Kunstwerke für Salzburg zu realisieren. Der siebte ist Tony Cragg und er wird heuer eine Bronzeskulptur auf dem Makartplatzin Salzburg errichten – der nächste Crash ist somit schon wieder vorprogrammiert.

Vielleicht sollte sich die eine oder andere Kulturhauptstadt in Salzburg Ideen zur Selbstinszenierung holen um auch nach dem Jahr einer Kulturhauptstadt im Gespräch zu bleiben. (siehe mein letzter Bericht à Kulturhauptstädte)

Salzburg eine der schönsten Städte der Welt, muss lernen, dass man nicht ausschließlich nur von Mozart leben kann, sondern man muss sich auch mit zeitgenössischer Kunst auseinandersetzen und diese auch akzeptieren.
Auch ein Mozart hatte es zu seiner Zeit in Salzburg schwer und ist deshalb nicht ohne Grund aus dieser Stadt geflüchtet.


Christa Linossi - red / 25. Februar 2008
ID 00000003720
(1) Austria est imperatrix omnis universii (Alles Erdreich ist Österreich Untertan)

Weitere Infos siehe auch: http://www.salzburg-foundation.at/





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