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Feuilleton


Österreichischer SKULPTURENPARK

eine Bühne für den „garten der kunst“


Dieter Kienast, ein Schweizer Landschaftsarchitekt, gestaltete vor ca. 7 Jahren für die Gartenausstellung beim Freizeitzentrum-Schwarzl-Seen südlich von Graz in Unterpremstätten vier architektonische anspruchsvolle Themengärten von einer Größenordnung von 7 ha.

Dieses Areal wurde nach Beendigung der Gartenausstellung für einen Skulpturenpark weiter verwendet und ist heute ein spannungsreiches Miteinander von Natur und Kunst geworden.

Die Idee und der Ursprung des Parks fand bereits schon vor langer Zeit statt:
Emil Breisach, der ehemalige Intendant des Landesstudio Steiermark in Graz, wollte zeitgenössische Skulpturen außerhalb von Museen im öffentlichen Raum platzieren und gründete mit viel Engagement bereits 1981 den Skulpturenpark erstmalig auf dem ORF-Gelände Graz-St.Peter.

St. Peter wurde zu klein und so beschloss man, die tolle architektonische Parkanlage bei den Schwarzl-Seen zu nutzen und man übersiedelte mit den Skulpturen 2003 von St. Peter nach Unterpremstätten. Das Konzept dazu, wurde von Peter Weibel entwickelt. Der Skulpturenpark ist ein wertvoller Bestandteil der steirischen Kulturlandschaft. Zum Jahrswechsel 2006/2007 wurde der Park vom Landesmuseum Joanneum unter der Leitung von Elisabeth Fiedler übernommen.

Betritt man den Park, wird man bereits von einer faszinierenden Landschaftsszenerie die sich mit Kunst mischt, aufs herzlichste Willkommen geheißen. Eingebetet in die Landschaft sind ca. 60 Skulpturen von österreichischen international anerkannten Künstlern.

Die Skulpturen die mich am meisten beeindruckt haben, stelle ich Ihnen kurz vor:


Peter Weibel „Der Globus als Koffer“
Fotocredits: Michael Schuster


Eine Faszination übte Peter Weibl's Skulptur, ein überdimensionaler Koffergriff mit dem Titel „Der Globus als Koffer“ platziert auf einem Hügel. auf mich aus. Bei Betrachten des riesengroßen Koffergriffes assoziiert man – auch ohne Kenntnis des Titels – den Globus als Koffer. Bzw. könnte man den Hügel als Koffer wahrnehmen und mit einem Around the world Ticket geht die Reise los. Jedoch ist dieser Koffer gefüllt mit Daten, Wissen und auch mit vielen Problemen. Vielleicht geht es Weibl hier auch um die Globalisierung? Wollte er damit der Machtelite der Welt, welche 1995 - wo führende Politiker, Konzernchefs und Wissenschaftler - in San Francisco hinter verschlossenen Türen, über die Globalisierung und das 21. Jahrhundert diskutierten, mitteilen, dass hier Verstand und sinnliche Wahrnehmung zusammenzuführen seien, denn nur so kann Erkenntnis entstehen.
Peter Weibl wurde 1944 in Odessa geboren. Er ist Professor an der Hochschule für angewandte Kunst Wien, Kurator und Medienkünstler, der sich Ständig mit dem Kunstbegriff und dessen Grenzen bzw. Erweiterungsmöglichkeiten auseinander setzt. Er lebt und arbeitet in Karlsruhe.


Matta Wagnest „Labyrinth“
Fotocredits: Andrew Bush


Matta Wagnest geboren 1964 in Graz, Installationskünstlerin lebt und arbeitet in Wien und Buenos Aires.
Ihre Installation eines gläsern-transparenten Labyrinths erlaubt den Ausblick auf die Landschaft, man ist jedoch auch selber sichtbar von außen. Hier wird deutlich gemacht, dass das sich offen darbietende Sichtbare nicht weniger geheimnisvoll sein kann, als das verdeckte oder versteckte. Es problematisiert das Sehen und das Gesehene.
Das Wort Labyrinth kommt aus dem griechischen und bedeutet eine Art verschlungenen Wegesystems, welches den Weg hinein, hinaus oder hindurch zu einer besonderen Erfahrung macht.



Erwin Bohatsch “Wand”
Fotocredits: Andrew Bush


Faszinierend ist auch die Skulptur von Erwin Bohatsch. Die Betonwand wirkt wie eine Andeutung auf eine Leinwand und darüber ist eine voluminöse quellende Betonform gelagert, die auf Farbe hinzuweisen scheint. Ich finde, als Betrachter könnte man es auch als eine Hand betrachten, die die Betonwand oder das Sinnbild Leinwand fest im Griff hat. Bohatsch hat hier eine Skulptur geschaffen, die auf fast paradoxe Weise, den Prozess der Malerei thematisiert.
Erwin Bohatsch ist Maler und Grafiker und die Skulptur „Wand/Wall“ 1992 ist seine einzige Skulptur. Vielleicht wird er irgendwann einmal wieder aus der Malerei oder Grafik ausbrechen und eine weitere Skulptur hinzufügen. Bohatsch wurde 1951 in Mürzzuschlag geboren. Er lebt und arbeitet in Wien und Beistein (Stmk.).



Michael Pinter „SUB/DC“
Fotocredits: Andrew Bush


Michael Pinter ist Videokünstler und Musiker und so ist es auch naheliegend, dass er eine Skulptur schuf, die man nicht nur hören sondern, auch fühlen kann. Dazu verwendete er einen stählernen ehemaligen Wassersilo mit einer Länge von 11 m und einem Durchmesser von 4 m. Dieser Silo wurde mit acht Basslautsprechern ausgestattet. Es entstehen so zahlreiche Varianten und Überlagerungen der Klangstrukturen, die auch verschiedene Sinne ansprechen. Tiefe Frequenzbereiche erzeugen Druckwellen, die den Sound hörbar und für den Körper zugleich spürbar machen.
Michael Pinter wurde 1969 in Graz geboren. Er lebt und arbeitet in Zeist in Niederlande.


Michael Kienzer „o.T.“
Fotocredits: Michael Schuster/Andrew Bush



Man könnte meinen, man steht vor einem Riesengroßen Vogelnest, aus der Zeit der Flugsaurier, betrachtet man die Arbeit von Michael Kienzer. Dieses Objekt verbreitet etwas besonderes, es fügt sich der Landschaft an und scheint eine Fortsetzung der Landschaftsformation zu sein. Das Objekt, geformt aus Kupferrohr in Form eines Raumgeflechtes, ragt auf dem Hügel hoch hinaus und betont dabei die unabdingbare Verbindung zu ihm. Kienzer hebt den Bezug, vielleicht auch die Abhängigkeit zwischen Kunst und Natur hervor.
Michael Kienzer wurde 1962 in Steyr geboren lebt und arbeitet in Wien.


Bruno Gironcoli „o.T.“
Fotocredits: Michael Schuster



Im Skulpturenpark vertreten ist auch einer der bedeutendsten österreichischen Gegenwartskünstler: Bruno Gironcoli, geb.1936 in Villach und 2006 in Wien verstorben.
Er war Bildhauer und hat als Einzelgänger monumentale Plastiken und ein irritierendes Werk mit unverwechselbaren Formen geschaffen.
Bruno Gironcolis Skulpturen zeugen von einer Vorliebe für glatte, fließende, hyperästhetische Oberflächen, für die sich Materialien wie Polyester, Aluminium oder Bronze hervorragend eigneten. Seine Ausdrucksformen zeigen die unterdrückte Leidenschaft, Lebensangst und wachsende Entmündigung.
Die Skulpturen haben eine skurille Form und beim ersten Blick denkt man an eine Maschine. Doch bei genauerer Betrachtung kommen auch menschliche und andere skurrile Formen zum Vorschein. Jedoch ist die menschliche Form bei Gironcoli’s Werken immer dieselbe: Der Körper eines Kleinkind mit außerirdischen Zügen – ein Verweis auf die Schattenseite der Kindheit?

Der Skulpturenpark ist eine einzigartige Bühne in einer architektonischen Gartenlandschaft, und ein herausragendes Beispiel für das Zusammenspiel zwischen Natur und Kunst.


Christa Linossi - red / 9. Oktober 2007
ID 3462
Adresse: Österreichischer Skulpturenpark, Thalerhofstrasse 85, A-8141 Unterpremstätten bei Graz.

Weiters wurde auch ein umfangreicher Katalog „garten der kunst –
österreichischer Skulpturenpark“ herausgegeben.

Weitere Infos siehe auch: http://www.skulpturenpark.at





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