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26. 9. 2012 bis 20. 1. 2013, Städel Museum (Frankfurt a. M.)

SCHWARZE ROMANTIK

Von Goya bis Max Ernst


Johann Heinrich Füssli (1741–1825); Der Nachtmahr; 1790/91; Öl auf Leinwand; 76,5 × 63,6 cm; Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift © Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift


Die Blütezeit des Bösen

Erstmalig widmet sich eine gesamte Ausstellung der dunklen Seite der Romantik und überschreitet dabei geografische, zeitliche sowie mediale Grenzen. Was all die Arbeiten eint, die noch bis zum 20. Januar 2013 im Städel Museum in Frankfurt am Main zu sehen sind, ist ihr gemeinsamer Gegenstand: Tod, Wahnsinn, Angst, das Dämonische – als Teil der Kehrseite der Conditio Humana. Die Faszination des Grauens ist das, was die Betrachter im Stillen teilen.



Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855); Prozession im Nebel; 1828; Öl auf Leinwand; 81,5 × 105,5 cm; Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden



Neben bekannten romantischen Werken aus der Riege der Malerei - wie den melancholischen Landschaften Caspar David Friedrichs oder Johann Heinrich Füsslis Nachtmahr (s. re. o.), welche sicherlich als Sinnbild dieser Strömung zu betrachten sind - bietet die Ausstellung des Städel Museums einiges Neues zu entdecken. Ein Beispiel dafür sind die Radierungen von Francisco de Goya, die Tod und Verderben während der Spanischen Inquisition abbilden. Verbindet man Goya für gewöhnlich mit der Ölmalerei, so besticht gerade die Einfachheit der mit der Radiernadel eingeritzten Striche, mit denen trotz ihrer Geradlinigkeit die Grenzen des Realismus zum Imaginären verwischt werden. Ein weiteres Beispiel sind die eher unbekannten, aber dennoch sehr eindrucksvollen Malversuche des französischen Schriftstellers Victor Hugo. Dieser experimentierte teilweise auf kleinen Papierschnipseln oder Briefumschlägen und schaffte es selbst auf so begrenztem Raum, das Wesen der Schwarzen Romantik mit ihrer eindringlichen, da rätselhaften Ausstrahlung einzufangen.



Victor Hugo (1802–1885); Die segnende Hand der Äbtissin; undatiert; Feder, Pinsel, braune Tusche, auf Velin; 13,7 × 11,3 cm; Maisons de Victor Hugo, Paris et Guernesey © Maisons de Victor Hugo, Paris et Guernesey / Roger-Viollet



Doch es sind nicht nur Werke, die während oder unter unmittelbarem Einfluss der Romantik entstanden, die sich der finsteren Seite der menschlichen Seele zuwenden. Zwar mögen die Bilder Salvador Dalís in ihrer Farbenpracht auf den ersten Blick nicht ganz zu der düsteren und unheilvollen Atmosphäre wie der in Füsslis Der Nachtmahr passen, ihre Inhalte – Albträume, das Unbewusste, Irrationalität – setzen die romantischen Motive auch im Surrealismus fort.

Zudem ist es letztendlich nicht nur die Malerei, die sich künstlerisch mit den Urängsten des Menschen auseinander setzt. So wird unter anderem im begleitenden Text auf die literarischen Vorbilder wie Shakespeares Macbeth oder die große Inspirationsquelle der griechischen Mythologie hingewiesen. Ebenso werden bewegte Bilder thematisiert. Dieser Teil der Ausstellung zeigt, wie die Motive der Schwarzen Romantik dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufkeimenden Medium Film und seinen spezifischen darstellerischen Mitteln angepasst wurden.




Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931); Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens; Deutschland 1922; Filmstill Stummfilm, schwarz-weiß / viragiert, deutsche Zwischentitel © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung



Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Romantik, insbesondere ihre "dunkle Seite", gewiss keine längst vergangene Epoche ist. Vielmehr ist sie eine Geisteshaltung, eine andere Sichtweise auf die menschliche Psyche, die auch heute, nach Max Ernst, nicht nur in subkulturellen Sphären Vertreter und Zulauf findet.


Lisa Krawczyk - 9. November 2012 (2)
ID 6337

Weitere Infos siehe auch: http://www.staedelmuseum.de


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