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Kunstmesse

P/ART steht für Producers Artfair, der zweiten Produzenten Kunstmesse in Hamburg



Bewertung:    



War die Messe noch 2013 mit 3.000 Besuchern im Kolbenhof in Altona vertreten, ist die P/ART producers artfair jetzt in den Phoenix Hallen in Harburg direkt neben der Falckenberg Sammlung. Das Phoenix Werk war ehemals eine Fabrik für Autoreifen und auch für Gummistiefel.

Jetzt sind ideale Ausstellungsbedingungen. Die Räume sind großzügig, es gibt offene Flächen, einen Labyrinth-Raum, Wandhängungen, aber auch Trennwände von der Decke, die Cubes erzeugen. Hier und da stehen elegante weiße Polstersitze.

80 unabhängige Künstlerinnen und Künstler haben sich auf großzügige 4.000 qm eingefunden, um gemeinsam Malerei, Fotografie, Installation und Skulptur, auch Film und Performance zu präsentieren. Jede Arbeit kann vor Ort erworben werden, mindestens zwei Arbeiten eines jeden sollen über 1.000 Euro kosten, 15 Prozent gehen an die Veranstalter, der Rest geht an die Künstler.

Bis zu einem halben Jahr nach dieser Messe können noch Kunstwerke erworben werden.

Lagerung, Verwaltung und „art advise" obliegen Tilman Kriesel.

Es wird noch einen filmischen Rundgang geben.

Zu der Künstlerauswahl sei bemerkt, dass man darauf geachtet hat, dass Malerei, Fotografie und Installation gleichermaßen vertreten sind, auch gibt es KünstlerInnen aus dem Ausland (z.B. den USA, Brasilien und Belgien). Nachdem die Künstler eingeladen wurden, stand ihnen die konkrete Präsentation frei. Die Bewerbung war also "nur" als Handschrift der Künstlers gedacht; ihre jeweils ausgestellten Kunstwerke konnten andere sein.

Thematisiert wird immer noch der einst postulierte „erweiterte Kunstbegriff“ von Joseph Beuys.

Donnerstags, freitags, samstags und sonntags sind verschiedene Rahmenprogramme und Symposien vorgesehen - mit Themen wie Kunst&Stadt, oder wie wirkt sich die Digitalisierung auf den Schaffensprozess aus?

Zusätzlich gibt es ein interaktives Kinderprogramm, wobei es um das Erkunden von Raum und Kunstwerken geht.




Sarah Wegner liebt das Verdeckte, ein Leinwanddruck von einer Fotografie - Foto (C) Liane Kampeter

Die Räume sind ideal für Installationen und Skulpturen, Künstler Duo Janine Eggert und Philipp Ricklefs - Foto (C) Liane Kampeter

Durchbruch in eine andere Welt? - Black Hole, Lukasz Furs - Foto (C) Liane Kampeter


Ein Hauptmerkmal dieser Ausstellung ist, dass eine größere Nähe zum Rezipienten gesucht wird. Die Künstler sind meist vor Ort. Außerdem gibt es "Kommunikatoren", die der Schwellenangst, eine Künstlerin oder Künstler anzusprechen, entgegen wirken sollen und einen ersten Kontakt herstellen. Kunst soll aus der elitären Nische gehoben werden.

* * *

Wir kamen ins Gespräch mit Andrej Wilhelms. Er verriet uns seine Arbeitsweise und warum er mit Ölfarbe malt; es trockne nicht dumpf auf, verändere nicht die Farbbrillanz, käme der Art seines Arbeitens entgegen - denn auf seinen großformatigen Bildern entstehen bizarre surreale Formen aus dem malerischen Tun heraus. Der Prozess der Figuration findet direkt auf der Leinwand statt, er zeichnet nicht vor, lässt entstehen. Die Bilder von 1.55 x 1.30 Meter sind, wie er sagt, ein gutes Gegenüber.


*

Linda Hollkott war bereit, uns ihre Taufenster näher zu bringen. Dabei zeigt sich, dass es manchmal hilfreich ist, über Künstler und Entstehungsprozess eines Werkes etwas zu erfahren.

Es eröffnen sich Sichtweisen, die man selbst nicht gehabt hätte, vielleicht wäre dieses Kunstwerk noch nicht einmal aufgefallen? Unter diesem Fenster steht eine Apparatur mit Schläuchen, verbunden mit der Scheibe, diese beschlägt von Zeit zu Zeit und verwehrt den Durchblick. Das Ganze hängt zusammen mit Raumtemperatur, Sonneneinstrahlung… Nun gut, die Künstlerin hat sich seit drei Jahren damit beschäftigt. Ich verstehe es nicht wirklich, bin aber erinnert an die Eisblumen, die ich im Winter als Kind an meiner Fensterscheibe bewunderte.

Linda arbeitet auch mit Fotogrammen, welche sie durch Digitalisierung in kleine dreidimensionale Kunststoffformen umsetzt. Ihr Thema ist, die Vergänglichkeit ins Bewusstsein zu bringen.

Sie wurde bereits ein zweites Mal von der Jury ausgewählt und fühlt sich geehrt.


*

Sarah Wegner legt ihre Bilder auf den Tisch anstatt sie an die Wand zu hängen, sie arbeitet mit weißen Flächen im Bild als Projektion, der Betrachter ist geneigt, diese zu vervollständigen.

Sie zeigt, und sie zeigt auch nicht. Im Raum steht z.B. eine verdeckte Installation. Es hat etwas Zufälliges. Noch nicht ganz ausgepackt, steht an die Wand gelehnt ein Leinwanddruck, eine plastische malerische Fotografie von rosaroten Wolken. Sie scheinen wie echt.


*

Manchmal ist auch eine konkrete Hängung schwierig. Ein Künstler aus Belgien, Bernard Gilcozar, war ein weiteres Mal dabei, alles neu zu arrangieren. Er steht für Minimalismus und liebt mehr die Technik bei der Kunst. Er sagt, Künstler sein ist ein einsamer Job, deshalb arbeitet er lieber im Team einer Galerie. Er "malt" mit farbigem Panzertape auf fein geschliffenen Holzlatten, gestaltet veränderbare Skulpturen und erhabene Bilder. Mit fluoreszierenden Farben thematisiert er die Nacht und den Tag. "Walking in the dark is a different image." Es entstehen dabei immer geometrische Formen, ihnen ist eine äußerste Perfektion inne. Deshalb wundert es nicht, dass er zum x-ten Mal eine neue Hängung vornimmt. Auch weiß er genau, was er in 3 Jahren machen will.

Künstler sind also recht unterschiedlich, und Kunst ist ein weites Feld.


* *

Diese Produzentenmesse bietet Gelegenheit den Künstlern und ihrer Kreativität recht nah zu kommen. Man legt Wert darauf, im Prozess zu bleiben und die Stadt entsprechend menschlicher Bedürfnisse als ein Experimentierfeld zu nutzen, eine neue Wertigkeit zu entwickeln.


Liane Kampeter - 13. September 2014
ID 8088
P/ART producers artfair 2014 (11.-14.09.2014)

Phoenix Fabrikhallen
Wilstorfer Strasse 71 / Tor 2
21073 Hamburg/Harburg


Weitere Infos siehe auch: http://www.producersartfair.com


Post an Liane Kampeter

http://www.liane-kampeter.de




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