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Feuilleton


23. 7. - 7. 8. 2011, SALZBURG MUSEUM (Panorama Museum)

Der Restitutionsfall Helene von Taussig (1879-1942)



Helene von Taussig (1879-1942)


Das SALZBURG MUSEUM zeigt im Panorama Museum - aufgrund eines Restitutionsverfahrens - die noch übrig gebliebenen Werke (19 Ölbilder) der vergessenen österreichischen Künstlerin Helene von Taussig. Die Ausstellung ist nur von kurzer Dauer.




Die Künstlerinnen Helene von Taussig und Emma Schlangenhausen



Helene von Taussig wurde 1879 in Wien geboren und war die Tochter des Bankiers Theodor Ritter von Taussig. Ihre künstlerische Begabung konnte sie erst nach dem Tod des Vaters (1909) ausüben. Sie war Autodidaktin, machte Studienaufenthalte 1911 und 1914 in Paris und war mit der Künstlerin Emma Schlangenhausen und dem Schweizer Maler Cuno Amiet befreundet. Sie war eine der wenigen Malerinnen, die in der damaligen Zeit Frauenakte malte. Orientiert hatte sie sich am deutschen Expressionismus á la Jawlensky und Nolde.



Figurale Ausdrucksstudie von Helene von Taussig - Foto (C) SALZBURG MUSEUM

Sitzender korpulenter Frauenakt von Helene von Taussig - Foto (C) SALZBURG MUSEUM



1919 ließ sie sich in Anif nieder. Dort baute ihr der Salzburger Architekt Otto Prossinger ein modernes Atelier. Eduard Wimmer-Wisgrill schrieb damals über jenen Baustil Folgendes in der Neuen Freien Presse: "Von ferne schon leuchtet einem der weiße Block entgegen, auf dessen eleganter schmaler Form ein niedrig gehaltener Oberbau aus dunklem Holze sitzt…" Leider existiert dieses Haus schon lange nicht mehr.

1940 muss Helene von Taussig wegen ihrer jüdischen Abstammung Anif verlassen. Ihr Atelier in Anif wurde zwangsenteignet. Sie flüchtete nach Wien, wo sie in einem Kloster Unterschlupf fand. Dort wurde sie jedoch aufgegriffen und 1942 im polnischen Konzentrationslager Isbica ermordet.

Ein Teil ihrer Kunstwerke kam auf nicht restlos geklärte Weise – vermutlich bereits zu der Zeit, als man die Künstlerin aus Salzburg vertrieb – ins Salzburger Künstlerhaus. Lt. Auskunft des SALZBURG MUSEUMS lagerten dort die Werke in unbeachtetem und schlechtem Zustand in einem Kellerabteil. Der Restbestand von 19 Ölgemälden wurden von Wilhelm Kaufmann vor etwa 20 Jahren dem Museum übergeben.

Die Werke, die auch einen hohen künstlerischen Wert darstellen, können jetzt im Panorama Museum vom 23. Juli bis 7. August 2011 noch einmal vollständig betrachtet werden. Ihr weiteres Schicksal ist ungewiss: Es hängt in erster Linie von der gesetzlich notwendigen Einigung der Erben ab.


Christa Linossi - red. 27. Juli 2011
ID 00000005300

Weitere Infos siehe auch: http://www.salzburgmuseum.at


Post an die Rezensentin: christa.linossi@kultura-extra.de



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