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Feuilleton


Noch bis 3. Dezember 2012, Martin-Gropius-Bau Berlin

AES+F. DIE TRILOGIE.

Videokunst aus Russland


Ausstellungsplakat AES+F. Die Trilogie – Videokunst aus Russland



Sterben in Schönheit



"Aus Anlass des Deutsch-Russischen Jahres präsentiert der Martin-Gropius-Bau eine im Jahr 2005 begonnene und 2011 beendete Video-Trilogie der Künstlergruppe AES+F aus Moskau. Das Werk besteht aus den Arbeiten The Last Riot (2005/2007), The Feast of Trimalchio (2009) und Allegoria Sacra (2011). Erstmals wird die Arbeit als Trilogie in Deutschland präsentiert.


*


Der erste Teil: Die Hölle



AES+F, Last Riot, 2007 - Foto (C) Courtesy MAMM



Der erste Teil der Trilogie entspricht der Hölle, deren Bildvorrat aus Gemälden der Barockzeit und Videospielen stammt. Der Letzte Aufstand wurde als Beitrag Russlands auf der Biennale in Venedig 2007 gezeigt. Die Arbeit sorgte für großes Aufsehen und viele Diskussionen: Verschneite Berge neben trostlosen Stränden, neonfarbene Drachen auf Bohrinseln, Flugzeuge stoßen ohne Explosion zusammen und eine Gruppe attraktiver Teenager tut sich gegenseitig Gewalt ohne Auswirkungen an.


* *


Der zweite Teil: Das Paradies



AES+F, The Feast of Trimalchio, 2009 - Foto (C) Courtesy Triumph Gallery



Das Gastmahl des Trimalchio wurde 2009 erstmals auf der Sydney Biennale präsentiert. Das Werk bezieht sich auf den fragmentarisch überlieferten Roman Satyricon des römischen Autors Petronius. Petronius schildert darin ein Gastmahl mit Luxus, Völlerei und Protz, zu dem der ehemalige, zu unermesslichem Reichtum gelangte Sklave Trimalchio lädt. Das Video-Werk, zu dessen Entstehung 120 Personen in Szene gesetzt wurden, zeigt eine Insel, ein hybrides Urlaubsparadies mit Sandstrand, Skipiste, exotisch-klassizistischer Architektur. Gäste aller Altersstufen erscheinen als Vertreter einer internationalen Oberschicht. Sie werden von einem Heer überwiegend afrikanischer und asiatischer Diener in exotischen Uniformen bedient. Von post-sowjetischer Ikonographie beeinflusst, findet mitunter ein Rollentausch zwischen Gästen und Dienern statt.


* * *


Der dritte Teil: Das Fegefeuer



AES+F, Allegoria Sacra, 2011 - Foto (C) Courtesy Triumph Gallery



Von Giovanni Bellinis Gemälde Allegoria Sacra wurde die Künstlergruppe bei der gleichnamigen Arbeit inspiriert, dem dritten Teil der Trilogie. Sie wurde auf der 4. Moskauer Biennale 2011 erstmalig vorgestellt und versinnbildlicht das Fegefeuer.

Bellinis Gemälde (Uffizien, Florenz) zeigt Maria wie auch Figuren aus christlicher und klassischer Mythologie. Der Heilige Sebastian, ein Zentaur, kleine Kinder, ein Muslim, ein Mann mit einem Schwert, der an den Apostel Paulus erinnert, zwei vornehme Damen, von denen eine die Heilige Katharina sein könnte, bevölkern die Videoinstallation. Sie alle sind auf einer Terrasse versammelt und schauen über einen See, der von Hügeln umgeben ist. Bellinis Werk stellt vielleicht das Fegefeuer am Ufer des Flusses Styx oder Lethe dar. Dort warten die Seelen auf das Jüngste Gericht. AES+F transferiert das Gemälde in einen futuristischen Cyberspace. Die gezeigten Charaktere agieren als Passagiere auf einem internationalen Flughafen."


(Quelle [kursiv gesetzte Zitate]: Berliner Festspiele)





Schöne junge und auch schöne alte Menschen sind in einer Videolandschaft ohne jeden Fehl und Tadel installiert. Sie blicken ohnerlei Grimassen und verziehen keine Miene; zwei mal nur werden zum Einen "Schreckensschreie" (stumm), zum Anderen "Gesang" (Playback) sehr überdeutlich simuliert. Ansonsten strahlt von den Akteuren eine Eiseskälte, die mit ihrer demonstrierten Seelenlosigkeit im Gleichklang schwingt. Die Cyber-Endzeit scheint gekommen. Alles wirkt gestylt, gebaut, gepuzzelt. Eine Zivilisation weiß nichts mehr mit sich anzufangen. Mensch ohne Vision?

Verlässt du diese Film-Performance, zwickst du dich erst mal egal wohin - zu spüren, ob die Art Gehirnwäsche "schädliche" Wirkung auf dich hinterlassen haben könnte - nein! du bist noch da; du bist es also wirklich!

Schon erlebenswert.


Gisela Herwig - 19. November 2012
ID 00000006363
"AES+F

AES wurde als Gruppe 1987 von den Konzeptarchitekten Tatiana Arzamasova und Lev Evzovich und dem Designer Evgeny Svyatsky gegründet. 1995 kam der Fotograf Vladimir Fridkes hinzu. AES+F arbeitet an der Schnittlinie zwischen Fotografie, Videokunst und Digitaltechnologie. Seit mehr als zehn Jahren werden ihre Werke weltweit auf Festivals wie der ARS Electronica (Linz), der Mediacity Seoul und der Video Zone (Tel Aviv) präsentiert sowie auf Biennalen in Adelaide, Gwangju, Istanbul, Lille, Melbourne, Sydney, Taipei, Toronto, Venedig. Ihre Arbeiten sind in Sammlungen der großen europäischen Museen vertreten, wie dem Moderna Museet (Stockholm), der Tate Modern (London) und dem Centre Georges Pompidou (Paris)."


(Quelle: Berliner Festspiele)

Weitere Infos siehe auch: http://www.aesf-group.org


Zur Ausstellung (Website)



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