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Ausstellung

Noch bis 30. Dezember 2014 - Gasometer Oberhausen

DER SCHÖNE SCHEIN

GROSSE MEISTERWERKE DER KUNSTGESCHICHTE UND DIE VIRTUELLEN RÄUME DER INSTALLATION "320° LICHT"



Bewegende Wände

Ein gigantisches Schneetreiben herrscht in dem sonst dunklen Innenraum des Gasometers Oberhausen. Oder sind die leuchtenden Punkte gar keine Schneeflocken, sondern dehnt sich hier die Milchstraße über den Köpfen der Betrachter aus? Schon fließen die Punkte zu senkrechten Linien zusammen, bilden Säulen, die bis zum Boden reichen, ein riesiger Dom entsteht über den Köpfen der Zuschauer. Zwanzig gefühlte Minuten lang - denn wer kann bei der Dunkelheit schon auf die Uhr schauen – wölben und falten sich die metallenen Gasometerwände. Stäbchen und Punkte schaffen auf ihnen konvulsierende Wellen; Längs- und Querrippen formen sich zu Vorsprüngen, Simsen und Erkern. Hier fällt eine Jalousie, dort geht ein Vorhang auf, Aufzüge erklimmen die Wände, deren bestrahlte Innenflächen silbern glänzen.

Insgesamt umfassen die 100 Meter hohen Flächen, die mit 21 Projektoren angeleuchtet werden 20 000 Quadratmeter und beschreiben einen Radius von 320 Grad. Dennoch lässt die Installation den Gasometer schrumpfen, bauchig dehnt er sich unter seinem Deckel. Der Betrachter erlebt dies bequem ausgestreckt auf weichen Kissen, liegend auf den Zuschauerbänken gebettet und lauscht den Klängen mit ihrem natürlichen Widerhall, die über sieben Kanäle eingespielt werden.


„Dabei geht es nicht im konventionellen Sinne um eine akustische Beschallung – vielmehr begreifen wir den Gasometer als eigenständigen Klangkörper, den es wie ein Instrument zu ‚spielen‘ gilt. Jeder Ton ist von der Beschaffenheit des Ortes gefärbt und somit seinem ursprünglichen Klang entfremdet“, beschreibt es die Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN.


Begleitet wird 320° Licht von einer Ausstellung, die passenderweise den Namen Der schöne Schein trägt. Über 150 großformatige Reproduktionen von bekannten Bildern und Skulpturen werden in diesem imaginären Museum der Schönheit gezeigt, C.D. Friedrich ist hier genauso vertreten wie Vincent van Gogh, die Venus von Milo steht in der Nähe der Nofretete. So entstehen ungewöhnliche Nachbarschaften unter den nach großen Themen zusammengefassten Werken.

In der Erhabenheit der Natur findet sich eine Abbildung der Nebrascheibe, also einem frühzeitlichen Sternenkompass, nicht weit entfernt von den bizarren Skeletten von Algen, die Ernst Haeckel in seinem Buch Kunstformen der Natur verewigt hat. Andere Themen sind Himmlische Sphären, Goldenes Zeitalter, Verklärung des Todes, Schönheit des Schreckens und Ruinenlandschaften. Manche dieser Themen sind in ihrer Gewichtung nur schwer nachvollziehbar, wie etwa das Urteil des Paris oder die Abgrenzung zwischen der Gestalt des Menschen und dem Antlitz des Menschen.

Auch wenn hier Vergleiche zwischen Kunstwerken möglich werden, die im Original in dieser Fülle nicht in einer einzigen Ausstellung vertreten sein können, so wirkt die Auswahl der Werke etwas willkürlich. Der Titel Der schöne Schein mag deshalb auch in seiner doppelten Bedeutung für diese Ausstellung gelten.




Der schöne Schein im Gasometer Oberhausen | Bildquelle http://www.facebook.com/GasometerOberhausen


Bewertung:    



Ellen Norten - 13. Mai 2014
ID 7827
Weitere Infos siehe auch: http://www.gasometer.de


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