Regenbogenfabrik Berlin
Das Regenbogen-Kino ist wieder da!!!
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Filme, Vorträge und Ausstellung zu Mauer, Mauerbau und Mauerfall
„Mauerbilder“
Im Schatten der Mauer war es in West-Berlin eher als in anderen Städten der Republik möglich, Häuser zu besetzen, vor spekulantenbedingten Leerstand und Abrissbirne zu bewahren, instand zusetzen und zu halten. Am 14. 3. 1981 wurde die Regenbogenfabrik mit der Forderung „lieber instandbesetzen als kaputtbesitzen“ besetzt. Ein halbes Jahr später gründete sich das RegenbogenKino. Dies und 20 Jahre Mauerfall sind uns Anlass, eine offene Filmreihe zur Mauer zu zeigen, mit Blick aus West und Ost auf die Mauer. Auftakt zur Reihe „Mauerbilder“ ist die
Ausstellung „Berliner Mauerkunst“ von Heinz J. Kuzdas im Regenbogenkino
17. 4. 09 ab 18.00 Uhr Ausstellungseröffnung
um 20,00 Uhr Vortrag zur Berliner Mauer von Heinz J. Kuzdas
„Berliner Mauerkunst“ von Heinz J. Kuzdas
Auf der Mauer gab es kein Copyright. Die Übergänge zwischen stehen lassen, ergänzen und übermalen waren fließend. Mauerkunst war meist ein kollektiver Prozess. Individuelle Urheberschaft war relativ und galt oft nur auf Zeit. Fotografie und Film gelang es, Mauerkunst als ein örtlich und zeitlich gebundenes Phänomen zu dokumentieren und damit zugänglich zu machen, um sich gleichsam als Barometer des Zeitgeistes wiederzuspiegeln.
Die hier veröffentlichten Fotografien entstanden ohne Auftrag und entwickelten sich für Heinz J. Kuzdas zu einer persönlichen Aufgabe. Nach langen Auslandsautenthalten kam er 1972 nach Berlin und empfand die Mauer nicht als Normalität einer geteilten Stadt, sondern als Herausforderung wie die Mauermaler selbst. Nach längeren Auslandsaufenthalten zurück in Berlin, als Hausmann schließlich nach 1982, auf unzähligen Spaziergängen mit seiner Tochter Carolin unterwegs, entdeckte er die Botschaften, Bilder und Zeichen der Mauer und verfolgte ihre Veränderungen.
Jetzt, da die Mauer in Stücke zerfiel, recycelt und auf der gesamten Welt verstreut ist, wurde seine Arbeit zu einem einmaligen Dokument der Geschichte.
Elefanten Press Verlag 1989 –inzwischen Espresso Verlag 9. Aufl. Dtsch/Engl/Span/Franz
Vortrag zur Berliner Mauer von Heinz J. Kuzdas
Meine Einführung als Dia/oder DVD zeigt die Entstehung der Mauer vom 13. Aug. 1961 -und die Entwicklung von den ersten politischen, ironischen Kritzeleien und Kinderzeichnungen bis hin zu der immer bunteren Bebilderung und die Aneignung, bekannter wie auch vieler unbekannter Künstler, als größte Leinwand der Welt.
Mit Kunst und Ironie wurde eine unzeitgemäße, furchtbar absurde Grenzsicherung, in ein sich fortwährend kollektiv verändertes Gesamtkunstwerk transformiert - gleichsam wie ein Barometer des Zeitgeistes, das durch die immer weiter perfektionierte weiß getünchte Oberfläche der letzten Mauerkonstruktion möglich wurde.Die Bilder zeigen auch dann die allmähliche Durchlöcherung nach dem Mauerfall am 9. Nov. 1989 und seiner rasanten Aufhebung während des folgenden Jahres 90.
Ausstellungsöffnungszeiten:
18. 4. – 23. 4. 09 täglich von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr, 24. 4. 09 von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr
25. 4. – 26. 4. 09 von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr, 27. 4. 09 von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr
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18. 4. um 21.00 Uhr
Transit-Träume
D 1985/86, R: Hartmut Jahn, Peter Wensierski, D: Manta Marschall, Pascal Lavy, Gerald Uhlig, Edith Netzel, Kurt Raab, Peter Heusch
Ein geradezu prophetischer Film: Hier wird schon 1985 die Berliner Mauer abgebaut. Erzählt wird eine Art-West-Ost-Doppeltes-Lottchen-Geschichte, mit surrealen Spitzen gegen beide Seiten, und nicht zuletzt tollen Bildern und Farben.
In Anwesenheit des Filmemachers Hartmut Jahn
19. + 20.4. um 21.00 Uhr, 25,4, um 22.00 Uhr
Westler
D 1985 94 min. R.: Wieland Speck D.: Sigurd Rachman, Rainer Strecker, Andi Lucas, Sascha Hammer
Bei einem Tagesausflug nach Ostberlin verliebt sich Felix aus Westberlin in den Ostdeutschen Thomas. Einmal pro Woche sind sie fortan für ein paar Stunden vereint, aber kurz vor 24 Uhr erleben sie, wie die Mauer trennt. Die schwule Subkultur des Westens – man frühstückt spät, wohnt in WG’s, verliebt sich leicht, lebt lässig und jobbt sich durchs leben – erweist sich im Osten als eine ernstere, als eine Form des Widerstands. Heimliche Bilder Ostberlins, versteckte Super 8 Dokuaufnahmen, bebildern die heimliche Liebe. Die Grenzsoldaten, durch Felix’ häufige Besuche misstrauisch geworden, bedrohen die Liebesbeziehung. Der Gefahr und Heimlichkeit satt, entschliesst sich Thomas zur Flucht. Mit der sachlichen Darstellung einer schwulen Liebe war Wieland Speck seiner Zeit weit voraus. Und so ist WESTLER nicht nur einer der schönsten deutschen Schwulenfilme, sondern einer der wichtigsten deutsch-deutschen Filme überhaupt und ein Klassiker des Schwulen Kinos.
Am 20. 4. 09 in Anwesenheit des Filmemachers Wieland Speck
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24. + 26.4. um 20.00 Uhr
Überall ist es besser, wo wir nicht sind
BRD 1989, 78 min, s/w, R+B: Michael Klier, K: Sophie Maintigneux, S: Bettina Böhler, D: Miroslaw Baka, Marta Klubowicz, Michael Krause
Jerzy und die Kellnerin Ewa auf der Suche nach dem goldenen Westen. "Hier geht es nicht weiter", heißt es einmal im Film, und dann sieht man die Berliner Mauer im Hintergrund, sinnlos, mitten im Nichts. Der eiserne Vorhang hat schon deutliche Risse bekommen, die Grenze zum Wohlstand verläuft ganz woanders. "Die Flucht ins Freie ist bei Klier kein Abenteuer, sondern ein beiläufiger Einschnitt in einen Alltag, der hüben wie drüben grau und unpersönlich bleibt. West-Berlin ist in diesem Film so abweisend fotografiert wie Warschau... New York, die letzte Station des Films, hat das Aussehen einer Müllkippe.. (Heike Kühn, FR, 8.2.90).
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen der Reihe "Winter adé - Filmische Vorboten der Wende".
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25. + 27. 4. um 20.oo Uhr
Die allseitig reduzierte Persönlichkeit - REDUPERS
BRD 1977/78, 98 min, R+B: Helke Sander, K: Katia Forbert, Fotos: Abisag Tüllmann, D: Helke Sander, Frank Burckner u.a.
Edda C. arbeitet mit einer Gruppe von Frauen an dem Projekt, Berlin zu fotografieren und diese Fotos an Werbeflächen anzubringen. Die Auftraggeber erwarten eine frauenspezifische Arbeit und eine den Tourismus fördernde Darstellung von Berlin West. Die Fotografinnen beobachten die Stadt und machen Fotos von dem, was sie sehen. (Aus: Verleihmitteilung)
Am 27. 4. 09 in Anwesenheit der Filmemacherin Helke Sander
24. + 26. + 27.4. um 22.00 Uhr
DEUTSCHLAND – ENDSTATION OST
Belgien/DDR 1964 84min R.: Frans Buyens
„Die DDR, mit den Augen eines Ausländers gesehen“, so lautete ursprünglich der Titel dieses Films. Der Belgier Frans Buyens befragte mit großer Neugier und unverhohlener Sympathie für das System die BürgerInnen auf der Straße und auf dem Feld zu ihrem Staat, zur Politik, auch zur Mauer und bekam vielfältige, offene Antworten, von kritisch über nachdenklich bis linientreu. Insgesamt aber geriet das Ganze wohl nicht staatstragend genug, zur Selbstlegitimierung der DDR nach dem Mauerbau wollte der Film nicht so recht taugen und wurde prompt drei Jahrzehnte lang „vergessen“. Erst nach der Wende erinnerte man sich an dieses einmalige geschichtliche Dokument, das soviel weniger propagandistisch schrill daher kommt, als einheimische Produktionen der Zeit.
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Pressemitteilung, 14. April 2009 ID 00000004263
Weitere Infos siehe auch: http://www.regenbogenkino.de/
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