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Veranstaltungstipp

Der ganze Chaplin - Im Berliner Babylon-Kino läuft die weltweit umfassendste Retrospektive mit Filmen Charlie Chaplins





Nach Billy Wilder und Alfred Hitchcock widmen der Chef des Berliner Babylon-Kinos und der Kurator Friedemann Beyer bereits zum dritten Mal in diesem Jahr einer weiteren Kinolegende eine umfassende Retrospektive: Von Freitag bis zum 7. August ist im Kino am Rosa-Luxemburg-Platz erstmals das komplette Filmwerk des legendären Komikers Charlie Chaplin (1889-1977) zu sehen.

Eröffnet wurde die „Chaplin Complete“-Retrospektive am Freitag mit einem Doppelprogramm: Zunächst lief im Kino Babylon einer der berühmtesten Stummfilme Chaplins, Goldrausch von 1925, begleitet vom Neuen Kammerorchester Potsdam. Im Anschluss war ab 22 Uhr Chaplins bissige Hitler-Satire, Der große Diktator von 1939/40 auf einer Großbildleinwand am Brandenburger Tor zu sehen, bei dem der graue Himmel zur Erleichterung von ca. tausend Schaulustigen seine Schleusen nicht öffnete. Manch ahnungslos vorbei schlendernde Tourist musste zunächst zweimal hinsehen, um zu erkennen, dass er gottlob im ‚falschen‘, also Anti-Nazi-Film gelandet war.

Die renommierte Schauspielerin und Tochter Chaplins, Geraldine Chaplin (67) tauchte zu beiden Vorführungen auf und gab bereitwillig ein ausführliches, öffentliches Interview in englischer Sprache über ihre Erinnerungen an den berühmten Vater, dessen Name ihr stets geholfen hat: „Er war kein übermächtiger Schatten, sondern ein wärmender. Weil alle Menschen ihn so liebten, wurde auch ich zu Beginn meiner Karriere immer freundlich behandelt“, resümierte die charmante Geraldine. Die Open-Air-Vorführung am Brandenburger Tor knüpfte an den historischen Berlin-Besuch Chaplins vor fast genau 80 Jahren an: Am 10. März 1931 wurde der aus den USA angereiste Charlie Chaplin am Bahnhof Friedrichstrasse von einer riesigen Menschenmenge frenetisch bejubelt, sodass die Berliner Polizei größte Schwierigkeiten hatte, ihn bis zum belagerten Hotel Adlon zu schleusen.

Dort, wo jetzt auch Geraldine Chaplin übernachtete, musste damals die eiserne Eingangstür geschlossen werden, damit die Lobby des Hotels nicht von den Tausenden Fans überrannt wurde. Eine vom Filmhistoriker Dr. Peter Jammerthal kuratierte Ausstellung im Foyer des Babylon wird auch an Chaplins bewegenden Berlin-Besuch erinnern, bei dem der bejubelte Komiker sich mancher politischen Vereinnahmung durch linke und persönlicher Angriffe durch rechte Gruppen erwehren musste. „Das Babylon-Kino wird Chaplin zumindest wahrgenommen haben, als er seinen deutschen Kollegen Hans Albers nach einem Theaterbesuch in der Garderobe der 'Volksbühne' besucht hat“, meint Peter Jammerthal.

Mit der lückenlosen und damit weltweit einmaligen Chaplin-Retrospektive ehren die Veranstalter einen noch immer weltberühmten Komiker und Filmemacher, dessen Werke allerdings immer seltener im Kino oder Fernsehen gezeigt werden, da die Mehrzahl von Chaplins Werken Kurzfilme aus der Stummfilmära sind. Alle diese 76 Filme, die zwischen 1914-1928 entstanden sind, werden im Babylon in verschiedenen Programmblöcken von jeweils ca. 100 Minuten Länge in teils neuer, restaurierter Fassung präsentiert. Anders als bei vielen anderen Filmen aus der Frühzeit des Kintopp ist „die Überlieferungslage von Chaplin-Filmen sehr gut“, da „die Chaplin-Nachkommen seit fünfzehn Jahren eine umfassende Restaurierung der Filmkopien in Auftrag gegeben haben“ sagt dazu der Kurator Friedemann Beyer.

In den Filmen der 1910er Jahre entwickelte der aus England in die USA emigrierte, pantomimisch hochbegabte Ex-Bühnenkomiker Chaplin die Figur des armen Tramps mit Melone und Spazierstöckchen zu einer Ikone der Filmgeschichte und legte schon als Mittzwanziger den Grundstein für seine weltweite Popularität. Ob Chaplins um Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit kämpfendes Stehaufmännchen die Zuschauer hundert Jahre später noch zu imponieren vermag oder die bei Chaplin oft kritisierte Sentimentalität überwiegt, kann in Berlin nun endlich einmal vor großer Leinwand überprüft werden.

In enger Absprache mit den Chaplin-Erben werden nahezu alle Chaplin-Filme mit Piano- und Orchesterbegleitung gezeigt – ganz so wie es der Meister ursprünglich vorgesehen hatte: nach der Eröffnung ist das Neue Kammerorchester Potsdam unter der Leitung des renommierten Stummfilm-Dirigenten Timothy Block im Babylon noch mehrfach live zu erleben; so z.B. am 22.7. um 19.30 Uhr (Moderne Zeiten, 1936). Die spezielle musikalische Soiree mit Liedern von und über Charlie Chaplin des Pariser Organisten Touve Ratovondrathey mit Tenor, Sopranistin und Bass fand bereits statt, wird aber am 8. August um 20.30 Uhr im DeutschlandRadio gesendet. Tickets für alle Veranstaltungen unter Tel. 030 – 24 25 969


Max-Peter Heyne - red. 19. Juli 2011 (2)
ID 00000005293


Siehe auch:
http://www.babylonberlin.de





 

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