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60. Internationale Filmfestspiele und ihre Filme
Kurzbesprechungen
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Halbzeit bei der Berlinale 2010
In 60 Jahren ist schon viel dagewesen, oft auch schon besser. Mag sein, dass es daran liegt, weil "Orson Well's 1984, Titanic, Shining und die Ferien des Mr. Hulot" schon gedreht wurden.
Viel laute Musik, viel Regen, viel Insel, 2010 ist eine kalte, nasse und eher fade Berlinale, was jetzt die Filme angeht, die ich gesehen habe. Hat vielleicht keine allgemeine Gültigkeit?
Hier meine Auswahl.
Nénette
R: Nicolas Philibert, Frankreich, 2010, 70 Min., WP, 35 mm, OmEU
Bericht über eine ca. 40jährige Orang-Utan Lady, die seit 35 Jahren im Pariser Zoo sitzt. Tiere in Gefangenschaft sind arme Schweine, auch wenn sie noch so süß und geduldig aussehen. Sie tun mir leid, es ist unnötig, ihnen das anzutun. Da der Film auf der Berlinale lief, dachte ich, er wäre was Besonderes. Ich wurde enttäuscht.
Unkritisch.
Father of Invention
von Trent Cooper, mit Kevin Spacey, USA
Erfinderisch war der Vater, dann ging was schief. Er kommt aus dem Knast, nervt seine Tochter, bei der er Unterschlupf findet - in ihrer Mädchen-WG findet. Weiter habe ich den Film nicht gesehen. Er war mir: Echt zu lustig.
Shutter Island
Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Ben Kinsley, 138 Min., Englisch
Zu viel, zu krank, zu abgekupfert. Zu viel Regen, Nazis, Ratten, Gehirnwäsche, CIA, Opfer, Tabletten und häßlicher Leonardo DiCaprio. Ich hab den Film nicht wirklich verstanden und wollte irgendwann auch gar nicht mehr.
Nervig
The Ghost Writer
Roman Polanski, mit Evan Mc Gregor, Kim Catrrall, Olivia Williams, Pierce Brosnan, 128 Min., Englisch
Der Film ist spannend und gut gemacht, Filme machen kann er, der Polanski.
Jedoch: Frauen, die sexuelle Gewalt erlitten haben, sind ihr Leben lang gezeichnet und gehandicapt. Das habe ich im Sinn, wenn ich mir den Hype um Roman Polanski anhöre, der schließlich Täter und nicht Opfer war. Den Film unvoreingenommen ansehen, kann ich deshalb nicht. Polanski soll seine Strafe erhalten wie jeder andere Vergewaltiger auch.
Ohne Kommentar.
My Name ist Khan
Karan Johar, mit Khah Rukh Khan, Katie A. Keane, Kajol, Christopher B. Duncan, 165 Min., Hindi/Englisch
Mein Name ist Khan und "ich bin kein Terrorist" bringt Herz, Politik, Verstand und das Asperger-Syndrom gut rüber. Shah Khur Khan (Rizvan) und Kajol (Mandira) bestechen durch ihren Charme.
Mein Siegerfilm, läuft aber nicht im Wettbewerb mit. Ausführliche Besprechung folgt.
En ganske snill mann, a Somewhat gentle Man
Hans Petter Moland, Stellan Skrsgard, 109 Min., Norwegisch
Der Gentleman aus Norwegen: Ulrik ist sein Name. Moland aus Oslo macht uns einen makaberen Film. Nach 12 Jahren kommt Ulrik aus dem Knast, wegen Mord. Erst fällt es ihm nicht ganz leicht, sich ein zu leben. Doch bald hat er Anschluss gefunden: Er wird bekocht, beloved und muss nur Kenny erschießen, der ihn verpfiffen hat. Und gut wärs! Mit Humor aus dem hohen Norden zeigt uns Automechaniker Ulrik, wie man lässig Sex hat, im Auto Großvater wird und kaltblütig Leute erschießt - und alles immer ganz anders wird, als man denkt. Nicht ganz „pc“, aber ziemlich lustig.
Und die norwegischen Botschaften passen zur Bewertung der Halbzeit der Berlinale 2010 hundertprozentig:
„Schau immer vorwärts!“ und „Es wird jetzt Frühling“.
Genau!
Hilde Meier/ red - 16. Februar 2010 ID 00000004556
Siehe auch:
http://www.berlinale.de
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