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Filmkritik

Ein Mammut

in der Welt

von Füchsen


Plakat

Serge Pillardosse, genannt Mammuth (Gérard Depardieu), 60, ist ein feiner Kerl. Groß, gutmütig, langhaarig, leger. Er kann keiner Fliege was zu Leide tun.

Seit seinem 16. Lebensjahr geht Mammuth zur Arbeit. Er fehlte nicht einen Tag, war nie krank, lobt sein Chef im Schlachthof bei seiner herzlicher Verabschiedung. Nun will er die Rente genießen. Doch da wichtige Papiere fehlen, gibt es erstmal wenig Geld. Auch der französische Sozialstaat hat seine Grenzen.

Schnell geht Mammuth zu Hause seiner Frau Catherine (Yolande Moreau) auf die Nerven. Sie sucht schnell Er-Lösung. (Ein deutsches Beispiel: „Loriot“/Vicco von Bülow in „Papa ante Portas“.)
Er soll losgehen, die fehlenden Papiere besorgen. Gesagt, getan, besteigt er seine Münch Mammut, Jahrgang irgendwas in den 70ern und verantwortlich für seinen Nickname und fährt los. Das Abenteuer kann beginnen.

Als einziger französischer Beitrag im Wettbewerb läuft auf der Berlinale 2010 „Mammuth“, von Benoit Delepine und Gustave Kervern.

Ein Arbeiter, der zu Beginn seiner Rentenzeit eine Reise in seine Jugend machen muss, um die Belege für die Rente beizuschaffen, gerät natürlich in allerlei Wirrwarr. Zu verschieden die Berufe, zu weit entfernt die Firmen, zu lange Alles her, „es gibt keine Rente auf dem Rummel“, sagt ein alter Arbeitgeber.

Drama reiht sich an Drama, die Beschaffung der Arbeitspapiere wird zum Selbsterfahrungs-Trip, denn die Erkenntnis, dass er wohl nie ernst genommen wurde, schmerzt. Doch Gutes wird er auch erfahren, denn ein herzensguter Mensch trifft immer auch auf seinesgleichen.

Miss Ming, zum Beispiel, seine traumtänzerische Nichte begleitet ihn und spendet Trost.

Sie ist eine bezaubernde junge Künstlerin, auch auf der Berlinale-Pressekonferenz (Februar 2010) gibt sie ein Beispiel ihres Könnens. Sie rezitiert ein selbstverfasstes Gedicht. In welcher Sprache? Ihr Geheimnis.
Von Anfang an spricht Yasemine (Isabelle Adjani), Serges erste große Liebe zu ihm. Allerdings erscheint sie nur als blutverschmierter Geist, sie kam bei einen Motorrad-Unfall ums Leben. Doch auch tot wirkt sie unglaublich erotisch.

Die französische Schauspielerin Isabelle Adjani ist uns durch ihre Filme (u.a. „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, „Die Bartholomäusnacht“, „Ein mörderischer Sommer“) bekannt, in „Barocco“, „Camille Claudet“ und „Bon Voyage“ spielte sie bereit an der Seite von Gérard Depardieu.

Gérard Depardieu wurde am 27. Dezember 1948 in Chateauroux, als drittes von sechs Kindern einer Arbeiterfamilie, die in bescheidenen Verhältnissen lebte, geboren. Durch Zufall bekam er in Paris die Möglichkeit bei den Schauspiellehrern Charles Dullin und Jean-Laurent Cochet vorzusprechen. Als Theater, TV- und Filmschauspieler machte er schnell Karriere.

Filme wie "Die letzte Metro", "Danton", "Cyrano de Bergérac", "Die Ausgebufften", "Die letzte Metro", "Abendanzug", "Ein Licht in meinem Herzen" und "Asterix und Obelix", „Chanson D’Amour“ (Qand j’etais chanteur), um nur einige zu nennen, brachten Gérard Depardieu den "César", eine „Oscar-Nominierung“, „Die Goldene Rose von Montreux“, "Goldene Palme von Cannes" ein.

Er verkörperte alle Charaktere: den starken, kraftstrotzenden, humorlosen, singenden, sensiblen, warmherzigen und erotischen Mann. Bestechend ist seine Wandlungsfähigkeit in allen Genres.
Auch als Gatte der erfolgreichen belgischen Schauspielerin Yolande Moreau ("Séraphine", "Louise hired a Contract Killer", "Wenn die Flut kommt", "Die fabelhafte Welt der Amelie", "Vogelfre", auch das ist nur eine Auswahl) kommt er gut zur Geltung, ebenso gut wie an der Seite anderer namhafter Schauspieler und Schauspielerinnen.

Für Gérard Depardieu war bis zu Mammuth ein weiter Weg, besonders steinig scheint er nicht gewesen zu sein. „Diese Rolle (Mammuth) liebe ich am meisten, ich muss nichts tun, nur ich sein“, sagte er auf der Berlinale Pressekonferenz 2010. Er scheint wieder einmal bei sich selbst angekommen zu sein.

Komisch und anrührend sollte der Film „Mammuth“ nach Aussagen des langjährigen Regie-Teams Benoit Delepine und Gustave Kervern werden.
Eine tragische Komödie, Publikumsliebling der Berlinale 2010, ein Kassenschlager in Frankreich, lustig und manchmal ganz schön bitter, ist er außerdem geworden. Und sehr sehenswert!


Mammuth genießt seine Freiheit


Hilde Meier - red/ 3. Oktober 2010
ID 4860
Kino-Start: 16. September 2010 im X Verleih

Titel: Mammuth
Mammut
Regie: Benoit Delepine und Gustave Kervern
Drama mit Gérard Depardieu und Isabelle Adjani
DarstellerInnen: Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Isabelle Adjani, Benoit Poolvorde, Miss Ming, Albert Delpy, Gustave Kervern, Bernard Goeffrey u.v.a.
Land: Frankreich 2010
125 Min.
Verleih: MFA
www.x-verleih.de

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