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Kommentar


58. Internationale Filmfestspiele Berlin



@Berlinale 2008

Mittelmäßige Spiele

Fast vorbei ist sie nun, die 58. Berlinale in Berlin. Nicht gut, nicht schlecht waren die Filme. Eher oft langweilig; oder unstrukturiert.

Im Wettbewerb (und außer Konkurrenz) laborieren alte Männer an Verschiedenem: Trauer, Wut, Eifersucht. “Caos Calmo“ (Antonello Grimaldi), Restless (Amos Kollek), Elegy (Isabel Coixet)”.

Frauen mühen sich ab, können aber nicht gewinnen. “Julia“ (Erick Zonca, Tilda Swinton), “The Other Boylen-Girl“ (Justin Chadwick, Natalie Portman, Scarlett Johansson). Oder kommen gar nicht vor: ”There will be Blood” (Paul Thomas Anderson). Diese drei Filme bestechen aber durch ihre extrem guten HauptdarstellerInnen. Tilda Swinton, Daniel Day-Lewis, Scarlett Johansson und Natalie Portman spielen, als ob sie die Drehbücher adoptiert hätten wie Waisenkinder und sie diese deshalb mit umso mehr Hingabe überschütten müßten.

Andrzej Wajda liefert ein überzeugendes Zeitdokument als Spielfilm: “Katyn“. Seine Art der Familiengeschichtsbewältigung, denn sein Vater war unter den 22 000 polnischen Offizieren, Hochschullehrern und Wissenschaftlern, die die Rote Armee 1939 im Wald von Katyn hingerichtet hat.
Andrzej Wajda, der Altmeister des politischen polnischen Films kann gar keine schlechten Filme machen. Doch eine Viertelstunde lang einzelnen Exekutionen von fast 20 Männern zuzusehen, die nach dem Kopfschuss in die Grube fallen, Schaufelbagger schieben Sand darüber, ist eine harte Angelegenheit. Ist das Trauer oder doch Rache? Hass? Schwer zu sagen, zu welcher Emotion er sich hat hinreißen lassen, um das Ende des Films so krass zu gestalten.

“Feuerherz” (Luigi Falorni) dagegen war - mir war es Recht - eher harmlos vom Inhalt der Geschichte her, die ob ihrer Authentizität nach wie vor umstritten ist. Nette Nonnen, nette Soldaten? Der Film verzichtet auf weitere Grausamkeiten, die Frauen in Kriegen angetan werden. Die sanfte Hand des “Weinenden Kamel”-Verfilmers Luigi Falorni war hier am Werk, die Story eher romantisch als realistisch inszeniert.
Was mit den “Rollenden Steinen” (Martin Scorsese) so harmlos-perfekt anfing, konnte die noch lebende Größenwahnsinnige, Madonna, nicht toppen.
Ihr Filmchen “Filth and Wisdom” braucht noch sehr viel mehr Inspiration von Goddard, Fellini, Visconti - und vielleicht auch Puccini. Von denen fühlt sie sich laut Pressematerial nämlich inspiriert. Außerdem wäre sie gerne eine Zigeunerin. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Hundertprozentig überzeugt hat nur ein toter Größenwahnsinniger, Klaus Kinski, in “Jesus Christus Erlöser”. Peter Geyer hat nicht viel getan, aber das sehr gut. Drei Einstellungen reichen aus, um den Herrn Kinski zu zeigen, wie er ist. Der macht - hier auch wieder der gute Hauptdarsteller - die ganze Arbeit perfekt alleine.

Fazit: Ohne die hervorragenden SchauspielerInnen und Hauptbesetzungen wären die 58. Internationalen Filmfestspiele in Berlin, mal fußballtechnisch ausgedrückt (gelernt in dem super-netten Film “Football under cover” (Ayat Najafi & David Assmann), höchstens nur Bezirksliga.








Hilde Meier - red-berlin / 16. Februar 2008
ID 00000003699

Weitere Infos siehe auch: http://www.berlinale.de





 

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Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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