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Doppel-Filmkritik

Töchter allein außer Haus und Haushaltshilfen allein ohne Haus

2 unterkühlte Dramen


Bewertung je:    



Nach und nach kommen Filme, die auf der BERLINALE zu sehen waren, regulär in die deutschen Kinos. Diesmal gleich zwei, die jeweils interessante Stories mit interessanten Figuren und Schauplätzen zu bieten haben. In beiden Fällen sind die Geschichten leider emotional sehr zurückgenommen und intellektuell erzählt, sodass sich ein Hineinbegeben in die Handlung kaum ergibt.

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Töchter (D 2014)

Nicht nur im Wettbewerb der BERLINALE 2014 fand sich ein Berliner Roadmovie (Jack), sondern auch in der „Perspektive Deutsches Kino“: Die Lehrerin Agnes aus Hessen ist nach ihrer Ankunft in der Hauptstadt erleichtert, dass jene junge Frau, die sie als ihre Tochter am Leichentisch identifizieren soll, nicht ihre Tochter ist. Auf der Suche nach der vermissten Ausreißerin lernt Agnes eine andere Streunerin kennen, die vielleicht aus ähnlichen Gründen auf der Straße lebt wie ihre Tochter: Abnabelungswünsche + Weltschmerz. Aber warum genau die junge Ausreißerin ein unbürgerliches, unstetes und gefährliches Leben lebt, weiß diese selbst nicht so ganz genau. Die behutsam entwickelte Geschichte gerät im Verlauf oft zu geradlinig und redundant. Schade, denn die Handlung ist immer dann stark, wenn sie die Ambivalenz der Gefühle von Anziehung und Abstoßung – sowohl zwischen den Figuren als auch zwischen den Figuren und der Großstadt – nicht strapaziert. Zum Schluss wird zudem etwas zu viel Psychologie hineingereicht.



Szenenfoto aus dem deutschen Spelfilm Töchter| (C) Peripher-Filmverleih


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Sto Spiti - At Home (D/GR 2014)

Eine vor allem optisch interessante deutsch-griechische Koproduktion mit einer faszinierenden Hauptdarstellerin, deren zurückhaltendes Spiel gut zum etwas behäbigen Rhythmus der Handlung passt. Ansonsten hätte dem Film die eine oder andere dramatische Zuspitzung gut getan. Die seit vielen Jahren als Haushälterin und Kindermädchen eines vermögenden Paares arbeitende Nadja (Maria Kallimani) erkrankt an einer chronischen Krankheit, die sie physisch beeinträchtigt. Daraufhin gilt ihre freundschaftliche Verbundenheit zur Arbeit gebenden Familie nicht mehr viel. Vor allem auf Drängen des Hausherrn wird die seit Jahrzehnten illegal in Griechenland Lebende aus der hypermodernen Villa am See gedrängt. Das subtile, ästhetisch stringente Psychodrama um verdeckte, langsam aufbrechende Klassenunterschiede innerhalb der griechischen Gesellschaft leidet unter der Schwarz-Weiß-Konstellation der Figuren und der schon erwähnten Behäbigkeit, die viel Spannungspotential verschenkt.



Szenenfoto aus dem deutsch-griechischen Spielfilm Sto Spiti - At Home | (C) Arsenal Filmverleih


Max-Peter Heyne - 17. September 2014
ID 8101

Post an Max-Peter Heyne



 

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