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Rezension


Filmstart: 28. Juni 2012

„The Amazing Spider-Man“ (USA 2012)

Regie: Marc Webb


Wow! Was ist das für ein Durchstarter. Dabei hatte man geglaubt, dass nach der Spider-Man-Trilogie von Sam Raimi mit Tobey Maguire alles gesagt wäre. Die haben immer noch ihren Stellenwert, aber was Regisseur Marc Webb mit dem anglo-amerikanischen Schauspieler Andrew Garfield als Peter Parker an Fäden spinnt, könnte sich zum Überraschungshit des Sommers mausern. The Amazing Spider-Man ist eine Wundertüte, in der alles drin ist: Action-Thriller, High-School-Drama, Initiationsgeschichte, Lovestory und Sci-Fi-Drama. Das Ganze ist gewürzt mit Spiellaune und komischen Elementen und, wir wollen es nicht zu laut sagen – sogar etwas Anspruch.

Gleich zu Anfang nehmen wir teil, an einem traumatischen Erlebnis in Peters Leben. Der kleine Junge spielt mit seinen Eltern Verstecken und muss sie suchen. An diesem schicksalhaften Tag verlassen sie aber Hals über Kopf die Stadt New York und überlassen den Siebenjährigen seiner Tante May (Sally Field) und seinem Onkel Ben (Martin Sheen). Die Eltern kehren nie wieder zurück. Der Kleine wächst unter der liebevollen Obhut seiner Pflegeeltern auf, die ihm das Schicksal seiner Eltern vorenthalten, um ihn zu schützen. Peter Parker (Andrew Garfield) wächst heran. Er zählt nicht zu den beliebten Schülern der Highschool. Er ist schmächtig, Brillenträger, liebt Naturwissenschaften und setzt sich für gemobbte jüngere Schüler ein, obwohl er selber Mobbingopfer ist. Die bewusste Suche nach seinen Eltern und damit nach seiner Identität beginnt, als er eines Tages eine Aktentasche mit Unterlagen seines Vaters entdeckt. Es sind wissenschaftliche Forschungsunterlagen bei denen es um Kreuzungen von verschiedenen Spezies geht.

Er findet heraus, dass Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) auf diesem Gebiet arbeitet und schleicht sich in dessen Institut ein. Connors forscht nach einer Möglichkeit, Gliedmaßen und Haut nachwachsen zu lassen. Er hat seinen rechten Arm verloren, was seine Ambitioniertheit auf dem Gebiet erklärt. Lurche sind eine Spezies, die Gliedmaßen nachwachsen lassen können. Was wäre, wenn man das auf den Menschen übertragen könnte? Doch die Forschung hat auch ihre dunklen Seiten. Peter erfährt, dass sein Vater seine Forschungsergebnisse vor kriminellen Machenschaften schützen wollte und dabei ums Leben kam. Viel zu unbekümmert, gibt er dem überraschten Connors eine Gleichung, die wegweisend für einen Forschungsdurchbruch ist. Die Berechnungen sind natürlich nicht von Peter selbst, sondern aus den Unterlagen seines Vaters.

Der Besuch bei Connors bleibt für Peter nicht ohne Folgen. Er wird von einer der Labor-Spinnen gebissen und verfügt seitdem über eigenartige Kräfte. Er kann wie eine Spinne, Wände hochgehen, an der Decke hängen und Fäden spinnen. Neben der Beweglichkeit verfügt er über übermenschliche Stärke. Noch weiß er sie nicht einzusetzen. Als er Zeuge eines Diebstahls aus einer Ladenkasse wird, greift er nicht ein. Das ist folgenschwer, denn sein Onkel Ben stellt den Dieb. Dieser ist bewaffnet und bei dem Kampf wird Peters Onkel getötet. Von Reue und Schuldgefühlen geplagt, streift Peter als Spider-Man durch New York, verhindert Verbrechen und sucht den Mörder seines Onkels.




Riskanter Selbstversuch: Dr. Connors (Rhys Ifans) mutiert zur Echse - Foto © Sony Pictures Releasing GmbH



Nachdem er sich lange wehrt und die Ethik der Forschung hochhalten will, macht Dr. Connors eines Tages einen Selbstversuch. Ihm wächst auch tatsächlich sein rechter Arm nach, er verwandelt sich aber auch in eine zerstörerische Rieseneidechse. Die hat natürlich Spider-Man auf dem Kieker. Aber die Eidechse ist nicht der einzige Gegner. Peter hat sich in Gwen (Emma Stone) verliebt, die in seine Klasse geht. Sie ist die Tochter des Polizisten Captain Stacy (Denis Leary), der in Spider-Man einen Feind sieht und ihn jagen will. So beginnt die Mannwerdung eines Jugendlichen, der seinen Vater sucht und, wie Webb es beabsichtigt, sich selbst findet.

Die Neuverfilmung des Stoffes besticht dadurch, dass der Entwicklung der Charaktere genügend Raum gegeben wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Figuren der Marvel-Comics ist Peter Parker ein Jedermann, der zu Anfang sehr ungelenk mit seinen Fähigkeiten umgeht. Die Crew hat sich nicht allein auf die Digitaltechnik verlassen, es gibt auch viele Stunts. Einige davon misslingen, wenn der ungelenke Held sich durch New York hangelt. Beide Antagonisten, Peter, wie auch die Eidechse, sind keine einseitigen Comic-Figuren. Ihr Handeln ist motiviert und nachvollziehbar. Beide haben ihre guten und schwachen Seiten.




Liebende und Verbündete: Der verletzte Peter (Andrew Garfield) wird von Gwen (Emma Stone) gepflegt - Foto © Sony Pictures Releasing GmbH



Natürlich nimmt auch die Liebe ihren gebührenden Platz ein. Für High-School-Jugendliche sind Peter und Gwen ganz schön reif. Peter hat Gwen in sein Geheimnis eingeweiht. Sie sind aktive Verbündete im Kampf gegen das Böse. Die Reife ihres Handels steht im Gegensatz zu ihrer Position in der Familie, wo sie immer noch unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten stehen. Die Spiellaune des Paares ist ansteckend und macht einfach Spaß.

Der Marvel-Comic The Amazing Spider-Man stammt aus dem Jahr 1962, feiert also in diesem Jahr seinen 50. Jahrestag. Die Autoren waren Stan Lee und Steve Ditko. Das Drehbuch entwickelten James Vanderbilt, Alvin Sargent und Steve Klove, die die Story modernisiert haben und denen eine sehr dichte Charakterzeichnung gelungen ist. Die ist von den Schauspielern wunderbar umgesetzt worden, allen voran Andrew Garfield und Emma Stone, aber auch in den hochkarätig besetzten Rollen mit Sally Field, Martin Sheen, Denis Leary und einem fantastischen Rhys Ifans als Dr. Connors/Eidechse.


Helga Fitzner - 28. Juni 2012
ID 6059

Weitere Infos siehe auch: http://www.The-Amazing-Spider-Man.de


Post an Helga Fitzner



 

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