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Rezension


Filmstart: 1. November 2012

Skyfall (GB/USA 2012)

Regie: Sam Mendes




In Skyfall wird James Bond ziemlich geschüttelt und an seinem Image schwer gerührt. Der einst so smarte und geschniegelte Meisterspion hat einen folgenschweren Misserfolg. Er schafft es nicht, eine Liste aller für den MI6 arbeitenden Spione vor einem Schurken zu retten, dessen Identität anfangs noch im Unklaren ist. Auch der Posten von M (Judi Dench) steht auf dem Spiel. Der bekennende Bürohengst Gareth Mallory (Ralph Fiennes) will die streitbare Lady in den Ruhestand versetzen, die das aber nicht zulässt, bevor sie die Liste hat und die Leben ihrer Agenten wieder sicher sind.




James Bond (Daniel Craig) als Museumsstück - Foto © Sony Pictures Releasing GmbH


James Bond feiert sein 50. Jubiläum und dazu mussten sich die Macher natürlich etwas einfallen lassen. Über 20 Jahre nach dem Kalten Krieg hat sich die Spionage geändert und der ursprünglich ersonnene James Bond ist in heutigen Zeiten ein Fossil. Genau damit spielt das Drehbuch, das von Neal Purvis, Robert Wade und John Logan in Gemeinschaftsarbeit geschrieben wurde. M erklärt im Film, dass man heutzutage nicht mehr gegen Staaten, sondern gegen Individuen vorgehen muss. Dieser Rächer stellt sich als ein alter Bekannter heraus, der nicht nur den MI6, sondern vor allem M vernichten will. Dabei geht Silva (Javier Bardem – 2008 Oscar für No Country for Old Men) sehr lustvoll und vergnüglich mit seinem Bösesein um. Für Bond und M läuft zunächst alles schief. Der neue Q (Ben WhishawDas Parfüm 2006) erweckt bei Bond auch keinen guten Eindruck, denn er hat statt spektakulärer Wundertechnik gerade mal eine Pistole und einen Peilsender für Bond. Aber es ist 007, der die Zeichen der Zeit verschlafen hat, denn ohne Computertechnik geht gar nichts mehr und die beherrscht der neue Q virtuos.


So geht Q heute: Q (Ben Whishaw) als Computernerd - Foto © Sony Pictures Releasing GmbH


Schon gleich zu Beginn des Films wird der etwas andere, ruhigere und emotionalere Ton gesetzt. Sängerin Adele ist auch Ko-Autorin des für Bond-Verhältnisse sehr gesetzten Titelsongs, und der Vorspann ist auf hohem künstlerischen Niveau. Bei den reichlichen Action-Szenen in England, der Türkei, China und dem Showdown in Schottland kommen die traditionellen Bond-Fans keinesfalls zu kurz. Das Drehbuch ist anspruchsvoll, witzig und von Sam Mendes mit einer gewissen Tiefe und doch der ihm eigenen Leichtigkeit inszeniert. Es wird an allem genagt, was Bond ausgemacht: Der gebeutelte Meisterspion hat seine Fitness eingebüsst, seine Wirkung auf Frauen bröckelt, stattdessen wird er von einem Mann, dem Schurken Silva, umgarnt und der ist so was von ultraböse, dass er vor einem weiteren Statussymbol Bonds keinen Halt macht. Wir deuten es an dieser Stelle nur an, damit sensible Seelen auf den Schrecken dieser unfassbaren Ausgeburt des Bösen vorbereitet sind: Das potentielle Opfer hat vier Räder.


Zur Zeit läuft bei James Bond (Daniel Craig) nichts mehr straight. Der Schurke Silva (Javier Bardem) hat finstere Pläne - Foto © Sony Pictures Releasing GmbH


Regisseur Sam Mendes sagt über Bond: “Er hat seine eigenen inneren Dämonen, die er anderen Menschen aber nicht zeigt – und doch muss sich das Publikum immer bewusst sein, dass sie da sind. In Skyfall wird das Publikum sozusagen Zeuge, wie Bond in Einzelteile zerbricht und sich von Neuem aufbaut.“.

Für viele ist Skyfall der beste Bond aller Zeiten, für einige Puristen menschelt er etwas zu sehr. Die Verbindung von Action, Drama und selbstreflektierender Satire ist den Machern im Prinzip gut gelungen. Die Latte für den nächsten Bond-Film hängt auf jeden Fall wieder einmal sehr hoch.


Helga Fitzner - 1. November 2012
ID 6305

Weitere Infos siehe auch: http://www.skyfallfilm.de


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