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Rezension


Filmstart: 14. März 2013

Rubinrot (D 2013)

Drehbuch: Katharina Schöde / Regie: Felix Fuchssteiner



Mal Medium, mal Mondmann

Die vielbeschäftigte Schauspielerin Katharina Thalbach ist derzeit gleich in drei Kinofilmen zu sehen bzw. zu hören: In Hai-Alarm am Müggelsee hat sie einen Kurzauftritt. Im ersten Teil der so genannten Edelstein-Romantrilogie von Fantasy-Autorin Kerstin Gier, Rubinrot, verkörpert sie die hellseherisch veranlagte, schrullige Tante Maddy. Und zudem spricht Katharina Thalbach im Zeichentrickfilm Der Mondmann nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Tomi Ungerer die Titelfigur [hier geht’s zum Interview zu diesem Film].


* * *





Szenenbeispiel Nr. 1 aus dem Film Rubinrot - Foto (C) Concorde-Filmverleih



Rubinrot ist eine adäquate Umsetzung des ersten Teils der Jugendbuchserie von Kerstin Gier, in der es um einen englischen Familienclan geht, von denen einige der Mitglieder über die übersinnliche Fähigkeit verfügen, durch die Zeit reisen zu können. Im Mittelpunkt steht die 16jährige Gwendolyn Shepherd, die sich entgegen aller Erwartungen als diejenige Person aus der weit verzweigten Sippschaft entpuppt, die das über das Zeitreise-Gen verfügt. Nicht nur diese Tatsache bringt die undurchsichtig agierenden Altvorderen in Verlegenheit, sondern auch die typisch pubertäre, bockig-freche Art, mit der sich Gwen (Maria Ehrich) aufführt: Als ein sehr zeitgemäßer Teenager lässt sie Respekt für Traditionen vermissen und ist keineswegs gewillt ist, den Anweisungen der patriarchalen Mespoche ohne zu zögern, Folge zu leisten.

Sträubend tut sich der von den eigenen Kräften überraschte Teenie mit dem folgsameren Schönling Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner) zusammen, um von Familienmitgliedern aus verschiedenen Jahrhunderten Blutproben zu sammeln und eine Art Blutkreis zu vervollständigen, der die Familie mächtiger macht als ihre Widersacher. Doch schon die erste Aktion geht schief und lässt Gwen und Gideon am Sinn der ganzen Unternehmung zweifeln – Fortsetzung folgt!

Der deutlich auf ein junges, Fantasy-verwöhntes Publikum zugeschnittene, deutsche Film bietet tempo- und abwechslungsreiche Unterhaltung mit etlichen Effekten und Schauwerten. Diese fallen zwar budgetbedingt weniger aufwändig aus als in vergleichbaren amerikanischen oder internationalen Produktionen, wirken aber nicht mickrig oder peinlich. Wer die zugrunde liegenden Jugendbücher nicht kennt, muss zunächst die etwas komplexe Ausgangssituation und die vielen verschiedenen Figuren auf die Reihe kriegen, doch da die junge Heldin genau dasselbe Problem hat, ist das quasi geteiltes Leid und wird insbesondere der abenteuerwilligen Zielgruppe nicht allzu schwer fallen.

Noch gewöhnungsbedürftiger ist das durchgehend britische Setting der Handlung, dass unweigerlich Vergleiche mit den Harry-Potter-Filmen provoziert und aus deutscher Sicht zwar gekonnt, so doch nachgeahmt wirkt, da alle Schauspieler reinrassiges Hochdeutsch sprechen. Da die Romane die Schauplätze und damit auch wesentliche Teile der Handlung vorgeben, war daran nicht zu rütteln. Schade eigentlich. Zwar wurde nicht durchgehend in London, sondern auch in Coburg und Jülich gedreht. Doch halbwegs gut erhaltene deutsche Städte wie etwa Regensburg, Bamberg, Lübeck oder Bautzen hätten mit ihren pittoresken Kulissen sicher mehr dafür geleistet, einer weit ins Mittelalter zurückreichenden Story einen glaubhaften, deutschsprachigen Anstrich zu geben.

Das gesamte Ensemble ist überzeugend besetzt, wobei die leicht spürbare Unerfahrenheit von Maria Ehrich (Rock it!) nicht nur zur Rolle passt, sondern auch hilft, die oft ins Mystische wabernde Geschichte zurück auf den Boden heutiger Aufgeklärtheit (und Emanzipation!) zu holen. Gwens Kabbeleien mit dem zumindest in diesem ersten Teil der Trilogie noch sehr ambivalenten Filmbeau Gideon lassen auf zunehmend klebrige Romantik in den geplanten Fortsetzungen bangen. In den Nebenrollen sind populäre deutsche Schauspielgrößen zu sehen, die ihren Teil zur Erdung (z.B. Rüdiger Vogler, Veronica Ferres) oder Überdrehtheit (z.B. die französelnde Justine del Corte, die mit ihrer rassigen Exotik am besten in den Film passt und die augenrollende Katharina Thalbach) der Geschichte beitragen. Cosplayer finden reiche Inspiration!





Szenenbeispiel Nr. 2 aus dem Film Rubinrot - Foto (C) Concorde-Filmverleih


Max-Peter Heyne - 21. März 2013 (2)
ID 6633

Weitere Infos siehe auch: http://www.rubinrot-derfilm.de


Post an Matthias Hagedorn



 

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