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Hollywood

Selbstfindung

auf der Autobahn



Bewertung:    



Das eigene Leben zu lenken und in sichere Gefilde zu steuern ist nicht immer einfach, insbesondere wenn man traurig, wütend und verzweifelt ist. Die New Yorker Literaturkritikerin Wendy (Patricia Clarkson) wird nach 21 Ehejahren von ihrem Mann Ted (Jake Weber) verlassen – für eine junge Autorin, die sie selbst protegiert hat. Zu allem Überfluss will Ted auch noch baldmöglichst von ihr im Zuge der Scheidung ausbezahlt werden. Um sich der eigenen Verzweiflung weniger ausufernd hingeben zu können, beschließt Wendy ein neues Ziel anzugehen. Sie möchte ihre Tochter Tasha (Grace Gummer) in Vermont besuchen und dafür endlich den Führerschein machen. Obwohl sie vom Chaos im eigenen Leben reichlich überfordert ist, beginnt sie beim indischen Taxifahrer Darwan (Ben Kingsley) Fahrstunden zu nehmen.



Grace Gummer (links) und Patricia Clakson in Learning to drive | © Alamode Film - Koch Media


Im ernsten und sanftmütigen Darwan findet die impulsive und gestresste Wendy einen aufmerksamen Gesprächspartner und aufrichtigen Freund, der sie mit lebensklugen Ratschlägen ermutigt: „Fahren bedeutet Freiheit. Genießen sie es“, erklärt er ihr. Erst nach und nach erfährt Wendy auch mehr über Darwan, einem traditionsbewussten, orthodoxen Sikh, der einen strengen Ehrenkodex befolgt. Schon bald wird Darwans Braut Jasleen (Sarita Choudhury) in New York eintreffen. Er kennt Jasleen nur von Fotos und aus Erzählungen seiner Schwester, die die Ehe arrangierte, und ist vor der ersten bevorstehenden Begegnung sehr aufgeregt. Er sucht Rat bei Wendy.



Ben Kingsley (links) und Sarita Chouthury (zweite von rechts) in Learning to drive | © Alamode Film - Koch Media


Die katalanische Filmregisseurin Isabel Coixet überraschte vor einigen Jahren mit ihren bewegenden Filmen Mein Leben ohne mich (2003) und Das geheime Leben der Worte (2005), für die sie auch die Drehbücher schrieb. Diese Dramen verhandelten sensibel existentielle Themen wie den Umgang mit dem Tod und mit Kriegstraumata und überzeugten mit der Kanadierin Sarah Polley in den Hauptrollen. Mit Learning to Drive nun im Genre der Komödie angelangt, vertraut Coixet wieder auf gute Charakterdarsteller und beobachtet die Entwicklung ihrer Charaktere aufmerksam. Neben Oscarpreisträger Ben Kingsley und der oscarnominierten Patricia Clarkson brillieren u.a. Sarita Choudhury aus der Serie Homeland und Mira Nairs vieldiskutiertem Kama Sutra – Die Kunst der Liebe (1996) als Jasleen und Grace Gummer, Tochter der Schauspiel-Ikone Meryl Streep, als Tasha.




Ben Kingsley (links) und Patricia Clakson in Learning to drive | © Alamode Film - Koch Media


Die nach einer Geschichte der Journalistin Katha Pollitt erzählte Handlung hat leider Längen und ist trotz einiger Überraschungsmomente weitestgehend vorhersehbar. Insgesamt punktet die kurzweilige Culture-Clash-Komödie so insbesondere dank der gut aufgelegten Darsteller, die auch Klischeevorstellungen lustvoll bedienen und deren engagierte Diskussionen über philosophische oder amouröse Grundsatzfragen immer wieder Fahrt aufnehmen und dabei im ungewöhnlichen Setting der Fahrstunde durchaus unterhalten.

Ansgar Skoda - 6. August 2015
ID 8791
Weitere Infos siehe auch: http://www.learningtodrive.de/


Post an Ansgar Skoda

http://www.ansgar-skoda.de



 

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Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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