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Dokumentarfilm


Filmstart: 31. Mai 2012

"Im Garten der Klänge" (Schweiz 2009)

Dokumentarfilm



Mit den Ohren sehen

Dass man auch mit den Ohren sehen lernen und die Welt durch Klänge erfahren kann, ist eine der Erfahrungen, die der blinde Musikpädagoge und Klangforscher Wolfgang Fasser aus der italienischen Schweiz seinen behinderten Schülern zu vermitteln versucht. Das filmische Porträt über diesen außergewöhnlichen Menschen, Im Garten der Klänge, hat am letzten Wochenende in Berlin für volle Kinos gesorgt und tourt noch viele Wochen durch verschiedene Städte in Bundesgebiet.

Über zwei Jahre hinweg hat der Schweizer Dokumentarfilmregisseur Nicola Bellucci seinen Landsmann Wolfgang Fasser immer wieder in dessen musikpädagogischer Praxis in einem kleinen norditalienischen Dorf mit der Kamera besucht. Dabei konnte Bellucci filmen, mit welcher Hingabe Fasser seinen körperlich oder seelisch schwerstbehinderten Schülern über das Vorspielen von Klängen und Musik versucht, einen Zugang zum Erleben der eigenen Körperlichkeit und damit auch ihrer Umwelt zu finden, der ihnen sonst verwehrt bleibt.

Zu sehen ist Fasser auch bei seinen Expeditionen durch die norditalienische Hügellandschaft. Dort nimmt er mit seinem Rekorder alle möglichen Töne auf, um sie später den Kindern vorzuspielen und auf die Ähnlichkeiten zwischen ihren eigenen und den in der Natur vorkommenden Lauten aufmerksam zu machen. Wolfgang Fasser verlor ebenso wie seine verschiedenen Geschwister wegen einer Erbkrankheit langsam sein Augenlicht, bis er mit 22 Jahren blind war. Seither wandte sich der gelernte Physiotherapeut immer stärker der musikpädagogischen Arbeit zu.

Kuriose Szenen ergeben sich, wenn Fasser von den Dorfbewohnern wegen verschiedener Zipperlein gleichsam wie ein Wunderheiler um Hilfe gebeten wird. „Das passiert eigentlich ständig, wenn man mit ihm unterwegs ist“, sagt Regisseur Bellucci. Dabei sei Fasser kein Schamane, sondern eben ein besonders einfühlsamer und geduldiger Mann, „der sich nie entmutigen lässt und keinerlei Angst hat“ – weder im Umgang mit auch unberechenbaren Schülern, noch bei ausgedehnten Wanderungen allein mit Hund über Stcok und Stein im Gebirge.

Leider haben die lokalen italienischen Behörden nie richtig erkannt und wertgeschätzt, wie bedeutsam Fassers Arbeit für das Wohlergehen und die gesellschaftliche Integration der behinderten Kinder ist, berichtet Nicola Bellucci. Denn im Zuge rigider Kürzungen von sozialen Leistungen in ganz Italien wäre auch Fassers Praxis beinahe geschlossen worden. Nur mit Mühe verschiedener Unterstützer konnte der Praxisbetrieb weitergeführt werden. Wenn Fasser sein italienisches Dorf verlässt, um anderswo zu therapieren, dann gleich, um sehr weit zu reisen – so wie demnächst wieder einmal nach Zentralafrika, erzählt Bellucci. Wolfgang Fasser gibt seine Erfahrungen zwar weiter. Doch er sagt selbst im Film, dass ihm seine Blindheit in besonderer Weise hilft, den behinderten Kindern näher zu kommen als andere.


Max-Peter Heyne - 7. Juni 2012
ID 6021

Weitere Infos siehe auch: http://www.garten.wfilm.de/garten_der_klaenge/Film.html


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