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Rezension

US-Streitkräfte + Außerirdische + Zeitschleife = Edge of Tomorrow




Weltenretter unter sich (II)

2000 etwa: Die Erde ist ein schrecklicher Ort geworden. Aliens haben fast alle Völker der Erde (ja, auch die Teutonen) getötet und kämpfen sich Richtung Good Old England vor. Fällt das Königreich, sind die dahinterliegenden USA ebenfalls so gut wie verloren. Die fiesen Tentakel-Mutanten sind einfach zu stark. Nur einige wenige Streitkräfte der globalen alliierten Armee haben noch überlebt. Es geht auf den D-Day zu – am Strand der Normandie. Damals, 1945, leitete die Invasion der Alliierten den Untergang von Hitlers Drittem Reich ein. Ein guter Ort also zum Kämpfen und Sterben, doch Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht – oder etwa doch? Dem wackeren Gefreiten Bill Cage (Tom Cruise) plagen da bald schon Zweifel. Befand er sich nicht gerade eben noch mitten in einem unüberschaubaren Kampfgetümmel, bei dem er wie viele andere Soldaten mit martialischer Technik, ohrenbetäubenden Lärm und aus dem Nichts hervorschießenden Aliens konfrontiert war, die ihm nicht den Hauch einer Überlebenschance ließen? Und plötzlich geht das Ganze genau auf dieselbe Weise wieder von vorne los?




Das ist Er (Tom Cruise) in Edge Of Tomorrow - Foto © Warner Bros.



Ich gebe zu: Selbst mich - in Dramaturgie durchaus bewandert - hat das intelligente Drehbuch eine Zeitlang in die Irre geführt. Die ersten drei Sequenzen (ca. 25 Minuten) des Films wirken so, wie man es aus Dutzenden von Science-Fiction-und Kriegsspektakeln (u.a. mit Tom Cruise in der Hauptrolle) aus Hollywoodscher Fabrikation schon gesehen hat: Eine Armee von tapferen US-Soldaten stürzt sich ausgestattet mit hypermoderner, aber schwerfälliger Technologie und altmodischem, ebenso schwerfälligem Patriotismus in den Kampf Gut gegen Böse, der bei allen Opfern einer gerechten Sache dient. Wir müssen technisch und geistig Aufrüsten für den Ernstfall – so scheint die unfrohe Botschaft dahinter; und selbst als Freund des gepflegten Blockbusters wähnt man sich angesichts der kraftstrotzenden Kriegsgame-Ästhetik im falschen Film. Nur der Umstand, dass der von Cruise gespielte Soldat eigentlich Werbefachmann ist (wie einst Cary Grant in Hitchcocks Der unsichtbare Dritte!), so gar keine Lust auf Krieg hat und sich vor der Verantwortung drücken will, weist am Anfang darauf hin, dass hier nicht mit ganz hartem ideologischen Hobel geblockbustert wird.

So ist der Zuschauer ebenso irritiert wie Cage/Cruise, als sich die Kriegschose immer mehr in eine Variation des Komödienklassikers Und ewig grüßt das Murmeltier von 1984 entwickelt. Damit ist eigentlich schon etwas zu viel verraten, aber keine Sorge, auch, wenn man dies weiß bzw. den Murmeltier-Film kennt, gibt es bei Edge of Tomorrow noch genügend überraschende Wendungen zu genießen, die unvorhersehbar sind. Vor allem ist positiv anzumerken, dass in diesem Spektakel auch eine junge Heldin auftaucht, die in Sachen Durchblick und Kämpfen sogar mehr drauf hat als die Cruise-Figur und zum bestimmenden Antrieb der Handlung wird. Emily Blunt verkörpert im wahrsten Sinne des Wortes eine Frau, die wie weiland Emma Peel in jedem Moment beherrscht und kaltblütig reagiert und sich nicht widerstandslos unterkriegen oder rumkriegen lässt.




Das ist Sie (Emily Blunt) in Edge Of Tomorrow - Foto © Warner Bros.



Pluspunkte sammelt der Film auch dadurch, dass er ähnlich wie in der Achtziger-Jahre-Komödie mit dem Vorwissen des Heldenpaares und dem Nichtwissen der Anderen komische Effekte erzielt und seine bisweilen abstruse Geschichte immer wieder mit augenzwinkernder Ironie durchwirkt. Dass die Handlung zum Ende hin, wenn Cruise in Paris dem Mutter-Supermonster den Garaus machen muss, dann doch wieder in recht konventionelle Helden-Bahnen gerät und die Erwartungen der Zuschauer leider so stark bedient wie es anfangs noch geschickt vermieden wurde, sei den Machern dieses insgesamt auf ungewöhnlich originelle Art unterhaltsamen Actionspektakels gnädig verzeihen. Zumal auch die digitalen und 3D-Effekte ganz ordentlich gemacht sind und Sinn ergeben. Am meisten Eindruck haben bei mir allerdings die Muckis von Emily Blunt hinterlassen. (Einmal von der richtig rangenommen werden, hach!)




Das ist Es (das Basislager oder so) in Edge Of Tomorrow - Foto © Warner Bros.



Bewertung:    



Max-Peter Heyne - 29. Mai 2014
ID 7866
Weitere Infos siehe auch: http://www.edgeoftomorrowmovie.com


Post an Max-Peter Heyne



 

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