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Rezension


Filmstart: 11. Oktober 2012

"Die Wand" (Österreich 2012)

Ein Film von Julian Roman Pölsler - nach dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer




Neun (!) Kameraleute weist der Stab zum Film Die Wand auf. Außerdem vier Szenenbildner, drei Schnittmeister, fünf Sounddesigner, genauso viel "Nebendarsteller" (Ulrike Beimpold, Karl-Heinz Hackl, Julia Gschnitzer, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer) - einen Hund, der auf den Namen Luchs hört; eine Kuh, einen kleinen Stier, zwei Katzen, eine weiße Krähe... Und:

Martina Gedeck!

Ihr Gesicht spricht das, was ihre Stimme, die als "rückblickendes" zweites Ich, das in den jeweiligen "Rückblick"-Phasen kurzhaarig und schreibend zu ersehen ist, vermittelnd meint:




Vor der Wand - die Frau hinter Glas / Foto © Coop99 Filmproduktion



Die Frau, um die es in dem Film von Julian Roman Pölsler nach dem gleichnamigen Bestseller von Marlen Haushofer (1920-1970) geht, gerät durch einen mysteriösen Zufall - ein mit ihr befreundetes älteres Ehepaar, mit dem es in die Berge reist, will kurz nach Ankunft nochmals in das Dorf hinab wandern; es kehrt zum nächsten Morgen nicht zurück; die Frau beschließt, ihm in das Dorftal nachzufahren - in eine sie einschließende Falle. Eine unendliche Wand aus Glas versperrt ihr Fortkommen. Egal, in welcher Richtung sie den Ausweg sucht - - die Wand ist undurchdringlich da. Was tun?

Dableiben - weil nicht wegzukommen wäre.

Frau & Luchs (der Hund) bekommen einen unerwartet großen Zulauf: Bella (die Kuh) - sie ist es letzten Endes, derentwegen sich die Frau "nicht unterkriegen" lässt, die ihr das Maß Verantwortung (= Kuh melken, Kuh füttern, Kuh von Stierbaby entbinden usf.) aufdrückt. Die sie vorm Irrewerden endgültig bewahrt, bevor sie's in der menschenleeren Glaseinwandung nicht mehr auszuhalten drohte usw.

Schließlich greift sie zum Papier, das sie in dem verlassnen Jagdhaus ihrer Freunde findet, und fängt an zu schreiben. Chronologisch alles Das, was zu dem Eingesperrtsein führte und ihr - in den folgenden zweimal vier Jahreszeiten - widerfahren sollte.




Bei Petroliumlicht - die Frau schreibt ihre Tagebuchnotizen / Foto © Coop99 Filmproduktion



Sie wird unfreiwillig Jägerin und schießt auf Rehe, weidet diese aus, hat nach und nach genug zum Essen. Sie vermehrt Kartoffeln, sie mäht Stroh, sie sammelt Lebensmittelvorräte... Sie lebt.

Wird sie - die, wie die Tagebucheintragungen es nahelegen, melancholische Erfahrungen besitzt - die seelische Tortour an sich (ein Leben gänzlich ohne Menschen scheint ein bloßes Existieren, mehr wohl nicht) lebend und also "unbeschadet" überstehen?

Luchs ist plötzlich tot. [Nein, wir verraten nicht, wie es zu dieser Wendung kam.] Und das Papier fürs Tagebuch ist aufgebraucht.

Die Frau beschließt (am Schluss des Filmes), eine weiße Krähe, die als Außenseiterin unter den Krähen gilt, zu füttern.

Dann passiert der offne Schluss...

* * *


Unfassbar schöne Bilder.

Als ein Hohefest der Einsamkeit.

Der Film erschlägt.




Zwischen den Jahreszeiten - die Frau im Schnee / Foto © Coop99 Filmproduktion


Andre Sokolowski - 15. Oktober 2012
ID 6266

Weitere Infos siehe auch: http://www.diewand-derfilm.at/


http://www.andre-sokolowski.de



 

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