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Rezension

Django meets Via Mala - Das finstere Tal ist ein bildstarker, unterhaltsamer Genre-Mix




Hängt ihn höher!

Um 1880 war das Leben weit droben in den Bayerischen Alpen sicherlich auch dann kein Zuckerschlecken, wenn kein Patriarch mit seinen sechs Söhnen die Dorfgemeinschaft unter seiner Knute hielt. Wenn dies aber der Fall war, dann herrschten raue Sitten im Gebirge, galt das Faustrecht des Stärkeren, war die Zivilisation unendlich weit entfernt. Solch eine archaisch anmutende Anti-Idylle schilderte Autor Thomas Willmann vor einigen Jahren in seinem Roman Das finstere Tal, der sich aufgrund seiner Schilderungen in Form „verengender und erweiternder Kamerafahrten“ (so das Lob der FAZ) geradezu anbot. Auf der zurückliegenden BERLINALE konnte die Verfilmung als „Special“ besichtigt werden, die ebenso wie das Buch – „ein dreischichtiges Gewebe aus Western-, Heimat- und Naturroman“ (FAZ) – ein gelungener Genre-Mix geworden ist.




Das finstere Tal - Foto (C) X-Verleih



Im Grunde übernehmen Buch und Film die Grundkonstellation der frühen Spaghetti-Western, in denen ein einsamer, undurchsichtiger Rächer die Fieslinge der Reihe nach ins Jenseits befördert, und verpflanzen sie in das Gebirgsszenario. Der Fremde ohne Namen heißt in Das finstere Tal Greider (coole Sau wie einst Clint Eastwood: Sam Riley) und ist vorgeblich Fotograf, eine zum Zeitpunkt der Handlung noch sehr neue und ungewöhnliche Betätigung. Greider reitet in ein Dorf, das vom alten Brenner und seinen sechs Söhnen beherrscht wird, und begehrt, dort zu bleiben. Nur aufgrund seines prall gefüllten Geldbeutels dulden die Brenners den Neuankömmling und quartieren den „Kostgänger“ bei der jungen, hübschen Luzi (Paula Beer) und ihrer Mutter ein. Geredet wird kaum, die Tonspur lebt von knarzigen, klackenden und knalligen Geräuschen. Die Kamera schwelgt in knorrigen Gesichtern und kalten Winterlandschaften.




Das finstere Tal - Foto (C) X-Verleih



Kaum ist der erste Schnee gefallen, sterben zwei der Brennersöhne unter merkwürdigen Umständen. Der Rest der Brenner-Bagage vermutet zu Recht, dass der große Schweiger (Greider, nicht Til!) hinter den Vorfällen steckt. Warum der Fremde so sehr von Hass durchdrungen ist, wird Spiel mir das Lied vom Tod-gemäß in Rückblenden erzählt, während die Beteiligten sich zum Showdown rüsten, der mit allen dem Western und dem Actionfilm entlehnten Raffinessen – Zeitlupe, aufgepeitschte Musik, Mischung aus Großaufnahmen und Totalen – zelebriert wird. Auf stoisch und vierschrötig getrimmte Schauspieler wie Riley, Tobias Moretti, Clemens Schick und Hans-Michael Rehberg stampfen einsilbig durch die imposant verschneite, bald blutgetränkte Kulisse. Eine bilderbuchmäßige, ja, bildgewaltige Kameraarbeit kompensiert die dürre und unoriginelle Story, wobei der bisherige TV-Regisseur Andreas Prochaska wie schon Autor Tillmann im Roman augenzwinkernd, „tollkühn und bewusst überhöht erzählt“ (FAZ). Wenn schon Alpenwestern, dann so!




Das finstere Tal - Foto (C) X-Verleih



Bewertung:    


Max-Peter Heyne - 19. Februar 2014
ID 7614
Weitere Infos siehe auch: http://www.dasfinsteretal.x-verleih.de/


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