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Rezension

Geistreiche Unterhaltung für Jung und Alt - der dänische Antboy, dessen 2. Teil schon gedreht wird




Auch Superhelden haben klein angefangen

Manchmal denke ich an ein junges, hübsches Mädchen aus meiner Tanzstundenzeit zurück – lang, lang ist’s her – , die mich wohl gut leiden konnte und während des Grundkurses zunehmend Interesse an mir entwickelte. Ich habe es leider erst gemerkt, als es auf den Abschlussball zuging und sie mich enttäuscht abfertigte, weil ich es so lange nicht gemerkt hatte. So musste ich mich beim Ball mehr oder weniger an meine Kumpels halten, wenn ich die Tanzfläche meiden wollte. Kein vollwertiger Ersatz! Deshalb, liebe, schüchterne Mädchen, merkt euch: Das ist so, dass nette, schüchterne Jungs vor lauter Aufregung Tomaten auf den Augen haben und euch und eure Vorzüge nicht so richtig erkennen können! Aber wenn ihr eurer angeborenen Intuition folgt und etwas Geduld habt, dann könnt ihr vielleicht den Superhelden aus so einem netten Jungen herausholen. So wie bei - - Antboy.




Oscar Dietz ist Antboy in dem gleichnamigen Film aus Dänemark - Foto (C) MFA+ Filmdistribution



Antboy alias Pelle ist der Spiderman unter den Sechstklässlern: Ein blasser, verklemmter, 12jähriger Junge, der mit seinen stinknormalen Eltern in einer stinknormalen Siedlung einer stinknormalen Kleinstadt in der dänischen Provinz lebt. Nur der besessene Forscher, der in Pelles Nachbarschaft lebt und vor Überarbeitung nachts vom Stuhl kippt, passt nicht so recht ins idyllisch-langweilige Bild. Durch die Herzattacke gelangt eine mutierte Ameise ins Freie, wo sie Pelle beißt und ihn in einen Superhelden wieder Willen verwandelt: Pelle hat nun enorme Kräfte, kann die Wände hochlaufen und zerpinkelt Urinale in Stücke. Der Klassenstreber Wilhelm merkt als einziger, was los ist:

Aminosäure und Zucker bewirken das Ungeheure. Und während Pelle sich zunehmend an das buchstäblich süße Dasein als Antboy gewöhnt, erkennt er endlich auch, wer sich wirklich für ihn als Pelle interessiert: Nicht die hellblonde, aufgetakelte Tusse aus seiner Klasse, sondern die süße, patente und blitzgescheite Ida. Leider wird sie auch zu Antboys Achillesverse, denn der zum Bösewicht Floh gewandelte Ex-Biologe kidnappt sie und zwingt Antboy – stilecht im Ameisenkostüm – zum Duell auf Leben und Tod.

Was Antboy als rein dänische Produktion an Budget, Spezialeffekten und Ausstattung gegenüber großen Marvel-Hollywood-Produktionen nicht aufbringen kann, gleichen die Macher durch Ideenreichtum, parodistischem Witz und kinderfreundlicher Action aus. Regisseur Ask Hasselbach, eigentlich Horror-affin, entwirft in seiner Verfilmung von Kenneth Bøgh Andersens berühmtem Kinderbuch einen ganz eigenen Kosmos, der in bester skandinavischer Tradition die Kinderfiguren und ihre Belange ernst nimmt und in den Mittelpunkt stellt. Fortsetzung darf gerne folgen – wohl schon in diesem Jahr! Da sich die Produzenten beim Export des Films in erster Linie an ihre skandinavischen Nachbarn und Deutschland orientieren und Dänemark und Norddeutschland über ähnliche Mentalitäten und Kulissen verfügen, ist der 2. Teil der Superhelden-Saga eine dänisch-deutsche Koproduktion, die zurzeit in Hamburg gedreht wird (unter anderem im alten Elbtunnel, auf einer Eisarena und im Savoy- und Holi-Kino).

Antboy 2 handelt davon, wie es für Pelle ist, ein Leben als normaler Junge und Superheld in seiner Stadt zu führen, wo ein neuer, angeberischer Mitschüler ihm seine Freundin auszuspannen droht. Auf diesem Feld nützen alle Superkräfte nichts, muss Pelle ernüchtert feststellen, der dann auch noch den Fehler begeht, seine neue MitschülerIn aus der Parallelklasse zurückzuweisen. Vorsicht – Emanzipation: Sie wird nach dieser Demütigung zu Antboys größtem Feind: Red Fury, die rote Furie! Dann doch lieber den Abschlussball mit Bier verbringen…




Dreharbeiten zu Antboy - Foto (C) MFA+ Filmdistribution



Bewertung:    

Max-Peter Heyne - 1. April 2014
ID 7719
Weitere Infos siehe auch: http://antboy.mfa-film.de


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