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Rezension


Filmstart: 30. Juni 2011

„Alles Koscher“ („The Infidel“ - Großbritannien 2010)

Regie: Josh Appignanesi


Alles koscher ist eine politisch herrlich unkorrekte und menschlich sehr konkrete Komödie über den Einfluss von Religion und Vorurteilen in unserem Leben, der von Drehbuchautor und Comedian David Baddiel und dem britischen Regisseur Josh Appignanesi aufs Korn genommen wird.

Der Mini-Bus-Unternehmer Mahmud Nasir (gespielt vom britisch-iranischen Stand-up-comedian Omid Djalili) lebt in der englischen Vorstadt und ist ein guter Moslem, wenn ihm beim fünfmaligen täglichen Gebet oder im Fastenmonat Ramadan nicht gerade etwas dazwischen kommt, was allerdings häufiger geschieht. Sein Sohn Rashid (Amit Shah) hat sich in die Stieftochter eines muslimischen Hasspredigers verliebt und will sie heiraten. Die Familie bereitet sich auf den Besuch des Stiefvaters (Igal Naor) vor, der überprüfen will, ob seine Stieftochter auch in eine streng muslimische Familie einheiratet. Mit seinem jüdischen Nachbarn, dem Taxifahrer Lenny Goldberg, lebt Mahmud im Nachbarschaftszwist, weil der ihm immer den Parkplatz wegnimmt. Na klar, Lenny (Richard Schiff) ist halt Jude. Und na klar, Mahmud ist halt Moslem. Soweit die englische Vorstadtidylle.

Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt Mahmud seine Geburtsurkunde und ist entsetzt. Er wurde adoptiert und hieß ursprünglich Solly Shimshillewitz. Als er bei der Behörde nachfragt, bestätigt sich sein Verdacht. Seine leiblichen Eltern waren jüdisch. Er erfährt auch, dass sein leiblicher Vater noch in einem Altersheim in der Nähe wohnt. Mahmud will ihn unbedingt kennen lernen. Der Rabbi erlaubt ihm den Kontakt aber nur, wenn Mahmud sich mit der jüdischen Religion und Lebensart auskennt.

Beim nächsten jüdisch-muslimischen Streit mit Nachbar Lenny bricht es dann aus Mahmud heraus und so erfährt Lenny, dass Mahmud ein gebürtiger Jude ist. Vor seiner Familie hält Mahmud das geheim, vor allem weil der Besuch des stiefväterlichen Hasspredigers ansteht. Lenny und Mahmud sind ab jetzt Verbündete, denn Lenny versucht, aus Mahmud einen richtigen Juden zu machen. Da Lenny sich selbst nicht so gut auskennt, ist auch das mit Fettnäpfchen und viel Situationskomik gespickt. Am Ende kommt der Hassprediger zu Besuch, Mahmuds jüdische Abstammung lässt sich nicht länger geheim halten, die Hochzeit seines Sohnes droht zu platzen, wenn da nicht...

Der Hauptdarsteller Omid Djalili ist in Großbritannien ein bekannter Comedian, der 2007 eine eigene Fernsehshow hatte, in der er ähnliche Themen aufgriff. Bei aller Leichtigkeit hat Alles koscher durchaus Tiefgang, denn Mahmud hat plötzlich eine Herkunft, die bislang zu seinem Lieblings-Feindbild zählte. Das könnte auch der Stoff für eine Tragödie sein. Omar Djalili sagte dazu: „Ich denke, dass die Leute ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie über Religion lachen. Meiner Meinung nach besteht die Grenze darin, dass man sich nicht über Religionsstifter lustig machen sollte, aber über die Anhänger einer Religion kann man schon Späße machen, schließlich sind das Menschen. Über menschliche Schwächen kann man lachen.“


Jüdischer Moslem oder muslimischer Jude? Mahmud (Omid Djalili) tut sich schwer. - Foto (C) Senator Filmverleih


Hega Fitzner - red. 6. Juli 2011
ID 5279

Weitere Infos siehe auch: http://www.alleskoscher.senator.de


Post an Helga Fitzner



 

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