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Tom of Finland ist der Zeichner Touko Laaksonen (1920-1991), dessen ikonografisches Gesamtwerk einer der inspirierendsten Auslöser der sog. "Gay-Revolution" in den 1960ern bis 1980ern gewesen war. Einen überschaubaren Abschnitt seines Lebens gibt es jetzt im gleichnamigen Film von Dome Karukoski (Regie) und Aleksi Bardy (Drehbuch) zu sehen.


Während des Zweiten Weltkrieges "machte er die ersten Erfahrungen mit seiner Homosexualität. In den verdunkelten Nächten traf er in den Straßen der Hauptstadt andere Männer, darunter auch Soldaten der deutschen Wehrmacht in ihren Uniformen. Durch seine Erlebnisse angeregt, begann er homoerotische Zeichnungen anzufertigen. Nach seinem Militärdienst begann Laaksonen in der Werbeindustrie zu arbeiten, widmete sich aber weiterhin in der Freizeit der Passion, seine erotischen Fantasien zeichnerisch zu Papier zu bringen. Er mied die damals aufblühende Homosexuellenszene, da er hier fast nur auf feminine Männer traf, jenen Typus Homosexueller, der ihm nicht gefiel.

Freunde empfahlen ihm, seine Zeichnungen an ein Magazin für Muskelmänner in den USA namens
Physique Pictorial zu senden. Seine Arbeiten wurden 1957 unter dem Pseudonym Tom of Finland veröffentlicht und hatten auf Anhieb Erfolg in der Bodybuilder-Szene.

Es folgten zahlreiche Bücherillustrationen und Anthologien. Seit dem Jahre 1973 interessierten sich Museen und Galerien weltweit für seine Arbeiten."


(Quelle: Wikipedia)


Von historischer Betrachtung aus gesehen wirkt der Film (am Anfang und durch mehrere rückblickende "Zitate" seiner selbst) interessant und aufklärend: Den in der Titelrolle überzeugenden Schauspieler Pekka Strang erlebt man so als Leutnant der von 1941 bis 1944 mit den Nazis quasi alliiert gewes'nen Finnischen Armee, wie er - in einer der zentralen Szenen - einem soeben gelandeten sowjetischen Fallschirmspringer beim Zusammenraffen seiner Ausrüstung von hinten ein Messer in den Rücken rammt; von diesem dienst- und pflichtbewussten Trauma konnte er sich dann (so jedenfalls die Deutung durch den Filmautor) nie recht befreien, und obgleich er bei der näheren Betrachtung des vom ihm Getöteten gewisse nach-erotische Signale auszusenden in der Lage war, was wiederum nach einer psychoanalytischen Erklärung schreien dürfte und vielleicht in den Klaus Theweleit'schen Männerphantasien abgearbeitet sein könnte oder so...

In diesem Lebens-Front-Abschnitt stößt unser Titelheld gleichsam auf seinen späteren Geliebten Veli (den der wie James Dean aussehende Lauri Tilkanen auf entwaffnend schlichte Art verkörpert); kurz bevor er den Karriere-Sprung über den großen Teich, wo ihn eine speziell im ewig-sonnigen L.A. erwartende Leder- und Motorrad-Community als ihren neuen Gott ersehnt, vollführt, erfährt der Zuschauer vom unheilbaren Kehlkopfkrebsleiden seines aus diesem Grund in Finnland 'rückbleibenden Liebsten...

Jessica Grabowsky als Tom's Schwester Kaija, die, wie Tom, auch zeichnete und, als sie flugs den Tänzer Veli erstmals sah, sich gleich in ihn verliebte, rundet das in mannigfachen Liebesdingen und -beziehungen verstrickte Trio glaubhaft ab - die Drei dürfte ein ganz bestimmtes Arbeits- und Bestimmungsthema einen: dass sie nämlich, eigentlich, gar keine "echten" Künstler letzten Endes waren oder sind; nur Tom schlug halt, mehr oder weniger durch zufälliges Glück, gewissermaßen Kapital aus seinem einzig-einseitigen Hang zum bloßen Kunsthandwerk.

Melodramatisch, aber auch zum Nachdenken anregend.




Pekka Strang als Tom of Finland | (C) 2017 Josef Persson/ Helsinki Filmi Oy  

Bobby King - 6. Oktober 2017
ID 10299
Weitere Infos siehe auch: http://www.mfa-film.de/kino/id/tom-of-finland/


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