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Filmkritik

Die Mondnazis

sind zurück



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Was war das damals für ein Event, als 2012 der erste Iron Sky herauskam . Es war (nach einer Dokumentation) der erste Spielfilm in der Filmgeschichte, der überwiegend über Crowdfunding finanziert wurde und bis heute eine eingeschworene Fangemeinde hat. Das geht so weit, dass sich jetzt einige von ihnen als Komparsen sogar von Dinosauriern fressen ließen. Der finnische Regisseur Timo Vuorensola führt auch dieses Mal wieder Verschwörungstheorien ad absurdum. In der Vorgeschichte hatten sich die Mondnazis nach dem Zweiten Weltkrieg auf die dunkle Seite des Mondes zurückgezogen und warteten auf eine Gelegenheit, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dabei lösten sie vor 20 Jahren einen Atomkrieg aus, in dessen Folge die Erde nun unbewohnbar geworden ist. Im zweiten Teil der turbulenten Sci-Fi-Komödie Iron Sky – The Coming Race trifft nun eine neue Gruppe abgerissener Flüchtlinge von der Erde auf einem uralten Raumschiff ein. Sie suchen Asyl, müssen aber feststellen, dass die Mondbasis der Nazis in einem erbärmlich maroden Zustand ist und zusammenzubrechen droht.


Wie auf Erden so auf dem Monde. Es gibt eine Gruppe von Menschen, die täglich um ihre Existenz kämpfen muss, zu denen die toughe Obi Washington (Lara Rossi) und der Superfighter Malcom (Kit Dale) gehören. Daneben hat sich eine kleine Elite gebildet, die Jobisten, die Steve Jobs anbeten, die von Donald (Tom Green) angeführt wird. Beide Gruppen müssen sich nun zusammentun, denn es gibt die Legende von einem Paradies im Inneren der Erde, und der attraktive Pilot des Flüchtlingsraumschiffs Sasha (Vladimir Burlakov) hat eine Karte, auf der der Eingang eingezeichnet ist. So machen sie sich auf den Weg nach einem neuen Zuhause. Sie gelangen tatsächlich dahin, aber dort gibt es eine Armee von Dinosauriern, die den Heiligen Gral bewacht und die Eindringlinge abwehrt.




In ihren Händen liegt das Schicksal der Überlebenden vom Mond, Malcolm (Kit Dale), Obi (Lara Rossi) und der Pilot Sasha (Vladimir Burlakov) | © Spendid Film


Und endlich kommt es ans Licht, denn es gibt sie tatsächlich. Was Verschwörungstheoretiker schon immer gesagt haben: Es sind die Vril, die schon seit langer Zeit die höchsten Ränge der Weltpolitik dominieren. Es sind widerliche Reptiloide, die Menschengestalt annehmen können. Ob Hitler, Dschingis Khan, Kim Jong-un, Putin, der Papst oder Mark Zuckerberg, alles Vril.

Vuorensola teilt nach allen Seiten aus und hat dieses Mal so tolle Special Effects herstellen lassen, dass der Film über Kult-Trash hinaus geht. Der Überraschungseffekt des ersten Films ging verloren, aber der Regisseur, der auch das Drehbuch mit verfasste, hat keine alten Sachen aufgewärmt. Udo Kier spielt in einer Doppelrolle den Führernachfolger auf dem Mond Wolfgang Kortzfleisch und einen auf einem T-Rex reitenden Hitler im Erdinneren. Machtrausch, Größenwahn, Zerstörungsorgien und Egomanie zeichnen die Weltherrscher aus, die Vuorensola durchaus in ihrer Banalität zeigt. Auch Iron Sky 2 nimmt sich selbst nicht so ernst, zeichnet sich durch Spielfreude und Absurdität aus und ist in seiner Übertreibung schon ein kleiner Spiegel dessen, was um uns herum vorgeht. Die Witze sind deftig und nicht jedermanns Sache, doch auch für Nicht-Fans ein unterhaltsames Kinoabenteuer. Und für den Fall, dass die Verschwörungstheorien doch stimmen - man weiß ja nie - bekommen wir gleich die beste Waffe gegen die üblen Machenschaften mitgeliefert: den Humor.

Helga Fitzner - 20. März 2019
ID 11289
Weitere Infos siehe auch: http://www.iron-sky.de


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