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Italienisch-schweizerisches Kino

"Ich bin hier."

DIE VERBORGENEN
FARBEN DER DINGE


Bewertung:    



Wahrscheinlich ist es immer (oder meistens) so: Die schönsten also attraktivsten Männer wollen sich nicht (oder möglichst nicht) an ein sie 'rückwärmendes Gegenüber - und egal ob Frauen oder Männer - binden. So etwas erscheint ihnen zu klebrig, ja und damit wollen sie sich also nicht ihr Restdasein, solange sie zumindest noch so schön und attraktiv nach außen abstrahlen, verplempern. Ihr gelebtes Selbstbewusstsein ist sich dabei ziemlich sicher, dass es nimmermehr (oder fast nie) für sie an sexuellen Möglichkeiten mangelte; warum auch? Leben jetzt! heißt ihre vorwärtsstrebende Devise.

Ungefähr in diesem Sinne hat es mittlerweile Adriano Giannini als Antonio (oder Teo, wie ihn seine Mitmenschen in liebevoller Weise nennen) auf gelebte 40 Lenze schon gebracht; von einer Midlifecrisis kann bei ihm - so schön und attraktiv er nun mal ist - wahrscheinlich erst mal keine Rede sein. Er arbeitet in einer kleinen Werbeagentur, seine Kollegen mögen ihn, sein Job füllt ihn befriedigender Maßen aus, und seine vielzu kurze Freizeit tut er irgendwie dann frohgemut und freiheitlich verbringen. Als der Film beginnt, ist er zum Beispiel mit Kollegen oder Freunden bei einem Event, das sich "Gespräch im Dunkeln" nennt; dort kann man dann als Sehende, die sich in einem lichtlos-schwarzen Raum befinden, nachvollziehen oder nachempfinden, wie es Blinden gehen mag, die immer (oder meistens) einen derart lichtlos-schwarzen Zustand ihr normales Umfeld nennen; "Emma" wird in diesem Stimmentrubel paar Mal ausgerufen, und dann klingt sogar die Stimme der Betroffenen ganz nah und live - - Valeria Golino (als die besagte Emma) arbeitet als Osteopathin; sie ist blind, und beide (sie und Teo) treffen sich 10 Tage nach jenem "Gespräch im Dunkeln" während einer Sprechstunde in ihrer Praxis; Teo hätte Schmerzen in der rechten Schulter, gibt er jedenfalls als Anlass vor. So fängt es also zwischen Beiden an...

*

Die Story dieses anrührenden Liebesfilms von Silvio Soldini kommt so derart licht & leicht daher, dass man sofort vergisst, dass sie an sich schon ziemlich "traurig" ist: die Liebe eines Sehenden zu einer Blinden (oder umgekehrt), und fast reflexartig fragt sich der Zuschauer (als zusehender Un-Blinder): Kann so 'ne Liebe jemals gut gehen? Natürlich kann sie das!

Obgleich dann unser Teo [s.o.] bis zum Happyend paar auffällige Haken schlägt, bis dass er sich letztendlich - und in echter, wahrer, aufrichtiger Liebe - weg von Anna Ferzetti (als kontrolltürmiger Wochenendbeziehung Greta) und, seiner bewährten Doppelstrategie das Eine aufrechtzuerhalten während er das Andere hinzugewinnt gehorchend, zur begehrten Emma hin bewegt.

Die Zeit seiner Erkenntnis und die Dauer seiner Ein-Sicht nutzt er freilich, um sich mit dem unsagbaren Phänomen des Blindseienden zu beschäftigen, es wegen und v.a. mit der zauberhaften Emma als "Begleiterfahrung" zu begreifen, zu erleben. Als die Zwei gemeinsam Pflanzen kaufen, tut sie sie der Reihe nach befühlen, riecht an ihnen und lässt sich von Teo sagen, wie sie ausschauen; "den Dingen eine Farbe zu geben hilft mir sie zu sehen", erklärt sie ihm.

Was folgt, ist eine Berg- und Talfahrt der Gefühle; so rasant in der gehetzten Abfolge, auf dass der Zuschauer kaum hinterher kommt.

Dann macht Teo einen seiner seltenen Familienausflüge zurück nach Hause - seine Mutter hatte, als er 6 war, nach dem allzu frühen Tod von seinem Vater, noch einmal geheiratet; mit diesem Mann und seinen Leibeskindern (Teo´s Halbgeschwistern) kam er niemals klar. Na, jedenfalls legt er dann seinen Kopf in Mutters Schoß, worauf die fragt, was er so mache, und dann sagt sie einfach aber traurig: "Lebst du gern allein?" Gewiss war das die endgültige Initialzündung für (s)einen Kurswechsel...

*

Wunderschöner Liebesfilm!




Valeria Golino und Adriano Giannini in Die verborgenen Farben der Dinge | (C) ecinema.com

Bobby King - 26. Juli 2018
ID 10816
Weitere Infos zum Film Die verborgenen Farben der Dinge


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