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„Deep Blue –
Entdecke das Geheimnis der Ozeane“

Naturdokumentation, Großbritannien, Deutschland 2003

Starttermin: 29. Januar 2004
So mancher hat in den Nachrichten fasziniert beobachtet, wie die NASA Kometenstaub einsammelt oder der Roboter „Spirit“ den Mars auf Wasservorkommen untersucht. Das alles spielt sich in den unermesslichen Weiten des Weltalls ab. Es ist schon erstaunlich, wozu der menschliche Forschungsdrang in der Lage ist. Und doch ist es seltsam, denn wir haben nicht den leisesten Schimmer, was sich nur wenige Kilometer von uns entfernt abspielt. Denn bislang ist kaum jemand in die „nur“ 5000 Meter Tiefe unseres Meeresbodens vorgedrungen. So sind bis zum heutigen Tag knapp zwei Drittel unseres Heimatplaneten weitgehend unerschlossen. Bereits in 1000 Metern Meerestiefe beginnt die völlige Dunkelheit. Mehr als 80 % unserer Ozeane gehören zu dieser lichtlosen Zone und stellen damit den größten Lebensraum der Erde dar.



Unheimliche Tiefen. Wir schreiben das Jahr 1998. Zwei Filmemacher der BBC dringen in Meerestiefen hervor, die kaum ein Mensch zuvor gesehen hat. Fünf Jahre lang filmen sie ober- und unterhalb der Wasseroberfläche. Es gelingen ihnen spektakuläre Tier- und Naturaufnahmen, wie sie in dieser Form und vor allem in dieser Qualität ihres gleichen suchen. Fast könnte es ein Kriegsfilm sein. Ein riesiger Sardinenschwarm wird nicht nur von einer Gruppe von Delfinen fachmännisch gejagt, es gesellen sich auch Schwarzhaie zu dem Gelage. Selbst vor Luftangriffen ist der Schwarm nicht geschützt. Ein Vogelschwarm von Tölpeln erweist sich als tauchtauglich. Als dann noch ein hungriger Wal auftaucht, ist es um den Sardinenschwarm geschehen. Doch nicht einmal Wale sind sicher. Eine Gruppe von Weißwalen wird von einer Eisbärin angegriffen, die ihr Junges durchbringen muss. Schon an der Meeresoberfläche gibt es in „Deep Blue“ Bilder, die es so noch nicht gegeben hat. Alastair Fothergill und Andy Byatt sind neben anderen fesselnden Einstellung auch majestätische Nahaufnahmen von einem Blauwal gelungen. Der Blauwal ist das größte Lebewesen auf unserem Planeten und fast ausgestorben.



Doch so richtig Gänsehaut gibt es, als sich das Team mit einem gepanzerten Mini-U-Boot in Richtung Meeresboden auf den Weg macht. Es gibt weltweit nur wenige Spezial-U-Boote, die dem Druck der rund 30 Tonnen pro Quadratmeter standhalten können. Das Abenteuer ist trotzdem lebensgefährlich, denn da unten gibt es Felsspalten und Vulkanismus. Und was es da unten sonst noch an Überraschungen und unbekannten Mitgeschöpfen geben mag, hat schon so manchen Science-Fiction-Film inspiriert.



Die Crew dringt 5000 Meter tief zum Mariana-Graben vor, eine bis zu 11.000 Meter tiefe Felsspalte im Pazifik in der Nähe Japans. Sie ist die tiefste Felsspalte von der die Wissenschaft bisher weiß, und ist der Zwischenraum zweier ozeanischer Erdplatten, aus deren Innerem Lava strömt. Sie treffen auf Meeresbewohner, die ihr eigenes Licht erzeugen. Auf ihrer Fahrt entdecken sie zwei bislang unbekannte Spezies. Seltsame, manchmal buntschimmernde Gestalten ziehen gespenstisch an der Kamera vorbei. Ein grotesk aussehender Seeteufel wird von der Kamera eingefangen und auch ein Tintenfisch mit einer bizarr großen Flosse, der deshalb Dumbo-Oktopus genannt wird. Der Lebensraum hier könnte unwirtlicher nicht sein. Und trotzdem stoßen die Filmemacher auf ein reichhaltiges Ökosystem, was angesichts der Dunkelheit und des enormen Wasserdrucks unmöglich scheint.

Musik: George Fenton und die Berliner Philharmoniker

Fünf mal wurde George Fenton für seine Filmmusiken schon für den Oscar nominiert. Ob für „Ghandi“, „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder „Email für dich“, Fenton stellt sich sensibel auf jedes Thema ein. Um den gewaltigen Bildern von „Deep Blue“ Rechnung zu tragen, komponierte er ein sehr dynamisches und symphonisches Musikscore. Und manchmal braucht man auch ein bisschen Glück. Die Berliner Symphoniker haben sich erstmals im Laufe ihrer 130jährigen Geschichte bereit erklärt, eine Filmmusik aufzunehmen. Der Film ist fast durchgehend orchestriert, und die Musik auf den Bildinhalt und die Schnitte hin komponiert. Sie ist weit entfernt davon, lediglich Untermalung zu sein, sondern spielt eine ganz eigene Art der Hauptrolle.



Produktion: BBC – Natural History Unit NHU

Die NHU ist die größte auf Naturaufnahmen spezialisierte Programmgruppe der Welt. Sie beherbergt zudem das weltweit größte Archiv mit naturkundlichen Aufnahmen. Als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt hat die BBC einen Bildungsauftrag, den ihre Natural History Unit besonders ernst nimmt. Sie wollen den Zuschauern nicht nur das Wunder der Natur zeigen und erklären, sie erheben auch den Anspruch, bisher Unbekanntes zu erschließen und die Zuschauer für die Umwelt zu sensibilisieren. Für die Fernsehserie „The Blue Planet“ und den daraus entstandenen Kino-Film „Deep Blue“ gaben sie rund 17 Millionen Euro aus. Insgesamt 20 Kamerateams belichteten 7000 Stunden Film an über 200 Drehorten. In den 90 Filmminuten sind Glanzstücke zu bewundern, die uns die gewaltige Schönheit und Majestät unseres Planeten eindrucksvoll vorführen. Alastair Fothergill und Andy Byatt ist mit „Deep Blue“ ein Quantensprung in der Kategorie Naturfilm gelungen.

h.f. - red / Februar 2004





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