Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Interview

OFIR RAUL

GRAIZER


Max-Peter Heyne im Gespräch mit dem CAKEMAKER-Regisseur, der 2019 für Israel den Oscar holen könnte


Ofir Raul Graizer in Karlovy Vary 2018 | Foto (C) Manfred Thomas


Ofir Raul Graizer, geboren 1981 in Ra’anana, wuchs in Israel auf, wo er schon als Sechzehnjähriger Bagels verkaufte und später als Kellner und Koch arbeitete. Vor einigen Jahren zog er nach Deutschland, wo er auch sein Spielfilmdebüt entwickelte. The Cakemaker gewann bei der Verleihung der nationalen Filmpreise Israels vor vier Wochen in Ashdot sieben Preise, darunter als Bester Film, Beste Regie, Beste Ausstattung und Beste Hauptdarstellerin (Sarah Adler). Zuvor gewann er beim Internationalen Filmfestival im tschechischen Karlovy Vary (Karlsbad) ausgerechnet den Preis der ökumenischen Jury, die von den christlichen Kirchen entsandt wird.


*


Gibt es zu dem Thema Bisexualität und dem gezeigten Beziehungsdreieck mit homo- und heterosexueller Komponente eigentlich irgendwo kontroverse Kritiken oder Kommentare?

Ofir Raul Graizer:
Bislang haben die Menschen in den unterschiedlichsten Ländern sehr positiv auf die Geschichte reagiert, weil sie mit den Charakteren mitgefühlt und dadurch verstanden haben, dass es um eine starke Liebesgeschichte geht, gerade auch zwischen den beiden Männern Thomas und Oren. Und warum die beiden daraus ein Geheimnis machen. Das erreicht man natürlich nur mit guten Schauspielern, die dem Publikum ihre Gefühle überzeugend vermitteln können. Es war mir wichtig, jeweils sehr gefühlvolle Figuren zu zeigen, um über diese emotionale Ebene die Story zu transportieren, die auch ein Mainstream-Publikum anspricht.


Wie hast du das unglaublich kleine Budget von nur 180.000 Euro und ein so bemerkenswertes Team zusammenbekommen?

ORG:
Den meisten hat das Drehbuch sehr gut gefallen, das war das überzeugendste Argument. Und die deutsche Crew fand es auch interessant, einmal in Israel zu drehen. Das brauchte natürlich eine exakte Planung. Ich und mein Kameramann Omri haben jede einzelne Aufnahme vorab überlegt, alle Motive ausgesucht und fotografiert. So konnten wir sehr effektiv in nur wenigen Wochen den Film drehen. Außerdem haben wir alle in der Nähe des Hauptdrehortes, also dem Café der weiblichen Hauptfigur, gewohnt.


Wie bist du auf deinen famosen Hauptdarsteller, Tim Kalkhof, gekommen?

ORG:
Ich habe lange nach einem geeigneten deutschen Schauspieler gesucht, dessen Figur im Film nicht viel Dialog hat, aber eine überzeugende physische Präsenz mitbringen musste. Und der einen sehr wichtigen Monolog hat. Nach einer ganzen Weile habe ich schließlich den Showreel [Video-Kostprobe, MPH] seiner Agentur gesehen und wusste, das ist der Richtige. Tim hat dann noch backen gelernt, um authentisch zu wirken. Das Witzige ist: dazu brauchte er nur zu seinen Eltern fahren, die eine Backstube besitzen und hat sich dort wichtige Handgriffe abgeguckt. Ich selbst habe übrigens gut backen und kochen bei meiner Großmutter gelernt und kürzlich ein Kochbuch mit 70 Rezepten, darunter viel zum Backen, herausgebracht. Deshalb war mir für die Geschichte auch wichtig, dass viel in der Küche stattfindet, die für mich immer der wichtigste Raum in einer Wohnung ist.


Deiner Großmutter verdankst du auch, dass du nach Deutschland gekommen bist?

ORG:
Ja, ich habe von ihrem Erbe ein Haus in Gerswalde, einem kleinen Ort in der Uckermark, gekauftund dann renoviert. Ich kann derzeit leider nur selten da sein, jetzt, wo wir mit dem Film weltweit unterwegs sind. Der Film ist mittlerweile in 22 Länder verkauft, darunter auch die USA, Frankreich und Argentinien. Aber ich habe neulich gesehen, dass es in Gerswalde ein neues Café und Restaurant gibt. Der scheinbar so abgelegene Ort entwickelt sich und wird langsam hip.


Was sind denn deine persönlichen Lieblingsrezepte?

ORG:
Ich liebe Tiramisu. Und in Israel gibt es herrlichen Kuchen mit Zitrusgeschmack, den ich abschließend noch mit etwas ausgepresstem Saft übergieße.




Ofir Raul Graizer bei der Preisverleihung auf dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary 2018 | Foto (C) Manfred Thomas

Interviewer: Max-Peter Heyne - 3. November 2018
ID 11014
Link zu Ofir Raul Graizers Kochbuch: https://www.suhrkamp.de/buecher/ofirs_kueche-ofir_raul_graizer_17766.html


Post an Max-Peter Heyne

Filmkritiken

Interviews



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



 

FILM Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

BERLINALE

DOKUMENTARFILME

DVD

EUROPÄISCHES JUDENTUM IM FILM
Reihe von Helga Fitzner

FERNSEHFILME

FEUILLETON
Beiträge zu Film und Festivals

INTERVIEWS

NEUES DEUTSCHES KINO

SPIELFILME

TATORT IM ERSTEN
Gesehen von Bobby King

UNSERE NEUE GESCHICHTE


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2018 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de