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Rezension


Filmstart: 7. April 2011

„The Fighter“ (USA 2010)

Drehbuch: Scott Silver, Paul Tamasy und Eric Johnson (nach einer wahren Geschichte) / Regie: David O. Russell


Dicky Eklund (Christian Bale) ist immer noch ein Star unter den Bewohnern der Kleinstadt Lowell bei Boston, auch wenn er mittlerweile Straßen pflastern muss. Er war ein Underdog, als er vor einigen Jahren in einem legendären Boxkampf den Favoriten Sugar Ray Leonard auf die Bretter schickte. Seitdem zehren er und seine Familie von dem einstigen Ruhm. Die Familie lebt in Armut. Dicky wurde schwer drogensüchtig und die resolute Mutter Alice (Melissa Leo) muss sehen, wie sie ihre Großfamilie von insgesamt neun Kindern durch bekommt, denn sie hat neben den beiden Söhnen noch sieben Töchter. Die Hoffnungen ruhen nun auf Dickys Halbbruder Micky Ward (Mark Wahlberg), der von Dicky im Boxring trainiert und von seiner Mutter gemanagt wird. Die tun zwar, was in ihrer Macht steht, aber die Defizite an Bildung und finanziellen Ressourcen der unterprivilegierten Familie machen sich immer wieder bemerkbar.

Micky, der zurückhaltende Hoffnungsträger der Familie und die eigentliche Hauptfigur der Geschichte, verliebt sich in die Bardame Charlene (Amy Adams). Die erkennt sein Potential als Boxer und redet ihm zu, seine Karriere ohne seine Familie fortzusetzen. Das tut Micky auch und kann tatsächlich seine ersten Erfolge einheimsen. Der Protest und Widerstand seiner Familie ist erheblich. Da sein Bruder Dicky von einem Filmteam begleitet wird, das eine Dokumentation über ihn dreht, glauben sie immer noch, dass sie die Dinge in der Hand haben. Doch davon entfernen sie sich immer weiter. Dicky muss seinen Drogenkonsum finanzieren und wird straffällig. Wegen Betrugs muss er ins Gefängnis. Dort kommt er ohne medizinische Versorgung oder sonstige Unterstützung in den kalten Entzug. Er überlebt ihn irgendwie. Während seines Gefängnisaufenthaltes wird die Dokumentation über ihn gesendet und alle Insassen dürfen fernsehen. Schnell wird klar, dass es in dem Film nicht über einen Boxchampion geht, sondern um den Niedergang eines einst erfolgreichen Sportlers durch Drogen.



Trainiert ohne seinen Bruder: Micky Ward (Mark Wahlberg) - Foto (C) Senator Film Verleih

Familie ist das, was wirklich zählt. Familienidylle mit Micky (Mark Wahlberg), Mama Alice (Melissa Leo) und Dicky (Christian Bale) - Foto (C) Senator Film Verleih


Dickys Optimismus oder Realitätsverlust ist aber bewundernswert. Nach seiner Haftentlassung glaubt er wirklich, seinen Bruder weitertrainieren zu können, obwohl der ohne ihn viel erfolgreicher ist. Dann kommt eine überraschende Wende... Spätestens jetzt wird klar, dass das kein Underdog-Sportlerfilm à la Rocky ist. Es geht um Familie, es geht um Drogensucht und um Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Der Film ist eher vergleichbar mit Clint Eastwoods Million Dollar Baby, der als Boxfilm beginnt, aber eigentlich ein Film über Sterbehilfe ist. Der Sport ist nur der äußere Rahmen.

Die ganze Crew hat sich den realen Boxern Dicky Eklund und Micky Ward verpflichtet gefühlt, die am Ende des Films auch kurz zu sehen sind. Das Team war um größstmögliche Authentizität bemüht. So wurden die Boxszenen nicht kinematografisch überhöht. Man nahm Kameraleute aus dem Nachrichtenteam, die die Szenen originalgetreu nachfilmten. Mark Wahlberg ließ sich drei Jahre trainieren und bereitete sich intensiv auf den Film vor. Christian Bale als Drogensüchtiger hungerte sich bis zum Skelett ab. Er ist kaum wiederzuerkennen mit eingefallenen Wangenknochen und schwarzen Augenhöhlen.

Während Mark Wahlberg Micky introvertiert spielt, ist seine Mutter um so energischer. Melissa Leo läuft in zu engen Klamotten und auf Stöckelschuhen wie eine Dompteuse durch die Sporthalle. Christian Bale und Melissa Leo erhielten 2011 beide den Golden Globe und den Oscar als beste Nebendarsteller für ihre Leistungen.

Der echte Micky Ward war begeistert, wie gut er und seine Familie getroffen wurde. „Ich habe es enorm genossen, das miterleben zu können“, äußerte er sich zu dem Ergebnis. „Nicht zuletzt, weil ich voll unterschreiben kann, wovon der Film erzählt. Dass dir nämlich, egal wie schlimm die Lage ist, immer wieder Gutes passieren wird, solange du nie aufgibst, immer weiter machst und zu den Menschen stehst, die dich lieben. Ich bin der lebende Beweis dafür.“

Das Märchen geht weiter: Der Film hatte ein Mini-Budget von 25 Millionen Dollar, was kaum für die technischen Kosten reichte, und spielte in den ersten Wochen in den USA 88 Millionen Dollar ein.


Helga Fitzner - red. 9. April 2011
ID 5144

Weitere Infos siehe auch: http://www.thefighter.senator.de/


E-Mail an Helga Fitzner: fitzner@kultura-extra.de



 

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