Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Filmkritik

Melancholia (2011)

Film von Lars von Trier


Lars von Trier hat sich Gedanken über den Weltuntergang gemacht. Er hat also - wie jedes Erdenbürgerlein - so Bilder, die ihm ab und an, wenn's um das irdischste der Enden geht, durch seinen Kopf schwirren; und wenn wir Erdenbürgerlein den Untergang der Welt, der uns seit Jahr und Tag (zuletzt dann mehr und weniger in esoterisch-kommerzieller Hinsicht [Stichzahl: 2012]) durch sogenannte Sachverständige herzugegaukelt wird, vor aller Augen haben, ist das also meistens, von der Optik her, wohl was klischierter und auch vorgeprägter als beim Lars von Trier - - denn Lars von Trier hat, wie wir jetzt besahen, ein so ganz und gar von uns verschiedenes Weltuntergangsbewusstsein. Und wir stellen, nach Besichtigung des Filmes Melancholia, sowohl berauscht als wie bewundernd fest: Bei so'nem Allzeitende möchte man am liebsten, falls es in der schönen Weise hoffentlich dann irgendwann, möglichst jedoch nicht vor dem Ende unsrer eignen Lebzeit, so passieren sollte, live dabei gewesen sein...

Und Lars von Trier verweilte kurz mit seinem Melancholia-Film beim diesjährigen Festival in Cannes, das er - sich rechtslastig um Kopf und Kragen schwatzend - folgenschwer und folgerichtig als persona non grata umgehend wieder verließ.

Wir lasen oder sahen oder reflektierten dieses Alles, und wir schüttelten und schütteln weiterhin den Kopf und konstatieren dennoch eine Art von Unzusammenhang zwischen dem handfest-hochpolitischen Skandal des Auftritts eines Machers (Lars von Trier) und seines abgehoben-artifiziellen Kunstfertig- und Künstlichkeitsraumgleiters (Melancholia).



Kirsten Dunst (Justine) hat auf einmal keine Lust mehr auf die eigne Hochzeit und verstrickt sich, melancholisch abgekühlt, in eine (ihre) Welt danach - Foto © Concorde Filmverleih GmbH

Nächtliches Stilleben zu dritt im Scheine Melancholias - Foto © Concorde Filmverleih GmbH

Melancholia / Erde prallen gleich zusammen - Foto © Concorde Filmverleih GmbH



Das Vorspiel aus dem Ersten Akt von Wagners Tristan und Isolde [wir erinnern daran, dass der Filmemacher einst sogar in Bayreuth für den Ring des Nibelungen vorgesehen war; er warf dann rechtzeitig das Handtuch] transportiert uns Zuhörer und Zuschauer in unaufhörlicher Verzücktheit von dem einen Melancholia-Bild zum anderen. Beginnen tut das Alles mit dem wundersamen Vorende vom eigentlichen Ende (einem lautlos-feuerball'nen Knall mit abschließender schwarzer Leinwand), wo in zeitlupiger Dehnung so noch nie zuvor Gesehenes passiert... wo Vogelleiber unfliegend nach unten segeln... wo aus Fingerspitzen weiße Blitze kaskadieren... wo in grünes Gras wie in ein Moor getapst wird... wo ein schwarzes Pferd zu Boden stürzt und und und...

Melancholia ist der Name eines die Erde anpeilenden Großplaneten. Und melancholisch ist die Hauptfigur im Film; sie heißt Justine (Kirsten Dunst) - sie kommt mit ihrem frisch vermählten Mann (Alexander Skarsgård) zu spät zur familiären Hochzeitsfeier. Handlungsort und -orte sind - hermetisch abgeriegelt - irgendwo im Grafschaftlichen; wir begreifen, dass es sich um Leute handelt, die wahrscheinlich nur im Geld so schwimmen oder halt von denen, die dann nur im Geld so schwimmen, einvermeindet sind.

Justine rastet melancholisch aus. Die Hochzeitsfeier wird durch sie gesprengt. Ihr junger Gatte, der sie liebte und auch weiter liebt, verlässt sie daraufhin. Ein familiäres Großdesaster sondergleichen! Und Justines leibhaftige Mutter (Charlotte Rampling) wunderte sich schon, weswegen ihre kranke Tochter überhaupt dann heiratete. Und Justines leibhaftiger Vater (John Hurt) begreift das Alles so und so nicht; er ist Alkoholiker. Ja und Justines Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) richtete die schöne Chose aus; ihr Ehemann, also Justines Schwager (Kiefer Sutherland), hätte eine Unsumme für diesen Unsinn ausgegeben usw. usf.

Und Claire & John erwarten dann im zweiten Teil des Filmes das Herannahen von Melancholia, dem "feindlichen" Planeten...

Justine ahnt in weisheitlich vorausschauender Gabe diesen planetarischen Zusammnenprall, der wohl bald kommen würde - aber ihr ist eh ja Alles schon egal; ihr Schwager John verübt noch vorher Selbstmord; ihre Schwester wird vor lauter Angst hysterisch - - - zu dritt (die beiden Schwestern und das leibhaftige Claire-Kind) heißen sie den Melancholia willkommen!!!

Wahnsinnsfilm!!!!!!!!!!


Bobby King - red. 11. November 2011
ID 00000005473
MELANCHOLIA (Dänemark, Schweden, Frankreich, Deutschland 2011)
Drehbuch und Regie: Lars von Trier
Produktion: Meta Louise Foldager und Louise Vesth
Kamera: Manuel Alberto Claro
Schnitt: Molly Malene Stensgaard
Besetzung:
Justine ... Kirsten Dunst
Michael ... Alexander Skarsgård
John ... Kiefer Sutherland
Claire ... Charlotte Gainsbourg
Gaby ... Charlotte Rampling
Dexter ... John Hurt
Hochzeitsplaner ... Udo Kier
Tim ... Brady Corbet
130 min


Weitere Infos siehe auch: http://www.melancholiathemovie.com


E-Mail an Bobby King



 

FILM Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

BERLINALE

DOKUMENTARFILME

EUROPÄISCHES JUDENTUM IM FILM
Reihe von Helga Fitzner

FERNSEHFILME

FEUILLETON
Beiträge zu Film und Festivals

INTERVIEWS

NEUES DEUTSCHES KINO

SPIELFILME

TATORT IM ERSTEN
Gesehen von Bobby King

UNSERE NEUE GESCHICHTE


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


Home     Impressum     Autorenverzeichnis     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2017 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de