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Filmfestival

24. 4. - 4. 5. 2014 | Haus der Kulturen der Welt

KOREAN CINEMA TODAY

Leistungsschau des koreanischen Kinos




Sinui-Seonmul – Godsend (2013)
Regie: Moon Si-hyun


Das Leben ist das kostbarste Gut der Menschen, doch es wird viel zu wenig wertgeschätzt. Auf dieses Problem wollte uns Regisseurin Moon Si-hyun aufmerksam machen, als sie dem Drehbuch des kontroversen Regiemeisters Kim Ki-duk Leben verlieh: Die Teenagerin So-young ist schwanger. Eine Katastrophe für das junge Mädchen, welches das Kind abtreiben möchte. Seung-yeon, eine Dame mittleren Alters, bekommt dies zufällig mit. Sie selbst versucht schon lange schwanger zu werden, allerdings vergebens. Da kommt ihr die Idee zu einem Tauschhandel. So-young ist nicht abgeneigt und verlangt, im Gegenzug für das ungeborene Kind ein teures Auto. In der Folge machen sich die beiden Frauen auf den Weg in ein Haus, weit weg von der Stadt, da die Ruhe dort besser für eine junge, schwangere Frau ist. In der idyllischen Bergwelt gibt es nichts als die Frauen und einen geheimnisvollen, jungen Maler.
Mit der Zeit bauen sich allerdings erste Konflikte auf. Seung-yeons Ehemann, welcher in der Stadt blieb um zu arbeiten, kommt nur ab und an zu Besuch. Da der Liebesakt immer wieder gestört wird, sieht er sich mit der Zeit in der Stadt nach Ersatz um. Als Seung-yeon dies rausfindet, rächt sie sich an ihrem Mann und will sich daraufhin scheiden lassen. Der Handel scheint auf der Zielgeraden zu scheitern. So-young aber stört sich daran nur wenig, da sie erste Liebesgefühle für ihr Ungeborenes entwickelt. Doch wird sie das Kind wirklich behalten?

Moon Si-hyun hat es geschafft, einem typischen Kim Ki-duk Film ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Sie lässt die Protagonisten auf den Zuschauer sehr angenehm, teilweise auch wirklich lustig wirken, wodurch man direkt Sympathie entwickelt. Alle Figuren machen einen charakterlichen Wandel durch, der sie allesamt stärker aus der Geschichte herausgehen lässt. Detailverliebt nahm sich die Regisseurin, die das Wunder der Geburt selbst noch nicht miterlebt hat, den Akt des Kinderkriegens vor, bei dem man die Schmerzen der jungen So-young beinahe selbst fühlen konnte.



Sinui-Seonmul – Godsend | Bildquelle http://www.hkw.de


Bewertung:    


Saibi - The Fake (2013)
Regie: Yeon Sangho


„Don't you worry, don't you worry child. See heaven's got a plan for you”, oder doch nicht? Was in diesem Song der Swedish House Mafia gesagt wird, zweifelt der Säufer Min-chul an. Yeon Sangho kreiert mit The Fake einen düsteren Anime, der sich in extremer Art und Weise mit Gottesglauben und kriminellen Machenschaften, wie das Ausbeuten einer gefügigen Gesellschaft, auseinandersetzt.

Ein Dorf soll geflutet werden, weil ein Staudamm errichtet wird. Die Bewohner werden alles verlieren, sind für jede Hilfe dankbar. Ein krimineller Geschäftsmann will dies ausnutzen und verspricht den Bewohnern, bei genügend Spenden, ein Gebetshaus zu errichten, wo sie Unterschlupf finden würden. Ein charismatischer Pastor, welcher zunächst wie der Gutmensch schlechthin wirkt, hilft ihm unbewusst dabei. Doch auch seine Vergangenheit wirft einige Fragen auf. Für den Geschäftsmann läuft alles nach Plan, wäre da nicht Min-chul, der ins Dorf zurückkehrt und ein Säufer ist, der seine Familie misshandelt. Nachdem er seiner Tochter das Geld für die Aufnahmegebühr zum Studium in Seoul gestohlen und versoffen hat, beginnt eine zufällige Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmann.

In der Folge kommen bei Min-chul immer mehr Zweifel auf, was die Versprechungen des Geschäftsmannes angehen. Doch trotz Beweisen schenkt niemand dem verhassten Dorfbewohner Glauben, denn der Glaube der Dorfbewohner gilt Gott und dieser wird durch den Pastor und den Geschäftsmann ja vertreten – beide tun angeblich nur Gutes. Es beginnt ein Kampf von Min-chul gegen Alles und Jeden, er will beweisen, dass er Recht hat und alles nur Schwindel ist. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse mit unvorhersehbaren Wendungen.

Yeon Sangho hat einen Anime geschaffen, bei dem es dem Zuschauer schwer fällt, sich mit einer der Figuren zu identifizieren. Alle Protagonisten umgibt eine Aura des Bösen. Dennoch fesselt die Geschichte, die einen sehr zum Nachdenken anregt. Die Figuren sind hervorragend animiert, sodass man die Emotionen deutlich herauslesen kann und zeitweise vergisst, dass die Figuren keine Schauspieler sind. The Fake ist ein Meisterwerk der Animekunst und sollte von jedem Fan, aber auch von Neueinsteigern in die Mangawelt, gesehen werden.



Saibi – The Fake | Bildquelle http://www.hkw.de


Bewertung:    


Ship Bun – 10 Minutes (2013)
Regie: Lee Yong-seung


Im Leben kann man nicht immer seinen Träumen nachjagen, manchmal muss man sie zugunsten eines stabilen und sicheren Lebens auch aufgeben. Dies ist die Geschichte von 10 Minutes in einem Satz zusammengefasst. Regisseur Lee Yong-seung hat in seinem Werk die Erfahrungen, die er im koreanischen Arbeitsleben machte, verarbeitet, ohne jedoch sein eigenes Leben darzustellen:

Ho-chan beginnt neben seinem Studium ein Praktikum bei einer kleineren Firma, die eigentlich nicht auf das spezialisiert ist, was er sich für später wünscht. Als man ihm jedoch unter vorgehaltener Hand verspricht, dass er fest angestellt werden soll, erkennt er die nötige finanzielle Sicherheit, mit der er seine Familie ernähren kann. So gibt Ho-chan sein Studium auf, um sich voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Dann aber wird er übergangen und eine weit weniger qualifizierte, junge Dame wird stattdessen eingestellt, Ho-chan bleibt Praktikant. Nach diesem Tiefschlag verändert sich Ho-chans Charakter. Von der Enttäuschung, die mit der Firmenstruktur und generell der Arbeitswelt einhergeht, übermannt, entwickelt sich aus dem vorher so aufgeschlossenen und beliebten Kollegen ein grimmiger und aggressiver Außenseiter. Nach einer Gefühlsachterbahn entschließt sich Ho-chan doch wieder zu kündigen, allerdings winkt ihm nun erneut die Stelle, die ihm einst versprochen war, diesmal auf Kosten eines neuen Praktikanten. Er hat 10 Minuten Zeit sich zu entscheiden…

Lee Yong-seung gelingt es sehr überzeugend, den Arbeitsalltag in Korea einzufangen. Die Zuschauer empfinden sich dank der Mimik des sehr starken Hauptdarstellers als Teil der Belegschaft und fühlen mit dem Jungen. Eine Stärke des Filmes ist die unglaubliche Ruhe, die er ausstrahlt, mittels derer die Gefühle noch intensiver wirken. Ein sehenswerter, preisgekrönter Film, den man definitiv weiterempfehlen kann.



Ship Bun – 10 Minutes | Bildquelle http://www.hkw.de


Bewertung:    


Tobias Gürtler - 29. April 2014
ID 7785
Unser Gastautor Tobias Gürtler studiert z.Z. Journalistik an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation – MHMK, Standort Berlin, und wird von Max-Peter Heyne betreut.

Weitere Infos siehe auch: http://www.hkw.de/




 

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