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Rezension


Filmstart: 14. Oktober 2010

„Oskar und die Dame in Rosa“ – „Oscar et la dame rose“ (Frankreich/Belgien 2009)

Buch, Drehbuch und Regie: Eric-Emmanuel Schmitt nach seinem gleichnamigen Bestseller


“Oskar und die Dame in Rosa“ handelt von dem 10-jährigen Oscar (Amir Ben Abdelmoumen), der an Krebs erkrankt ist. Obwohl es im Film ums Sterben geht, erzählt er eigentlich eine herzerwärmende Geschichte vom Leben. Oskars behandelnder Arzt (Max von Sydow) hat alles für den Jungen getan, was in seiner Macht stand, nun muss er seinen Eltern mitteilen, dass keine der Therapien mehr anschlägt. Es geht zu Ende mit dem Kleinen. Die Eltern sind bestürzt und können mit ihrem Sohn nicht darüber reden. Und auch Oskar redet plötzlich nicht mehr mit ihnen. Niemand weiß warum, niemand hat gesehen, dass Oskar das Gespräch des Arztes mit seinen Eltern mitbekommen hat. Nun nimmt er ihnen übel, dass sie sich nicht offen mit ihm über seine Krankheit unterhalten. Er glaubt, dass sie nur einen gesunden Jungen lieben können.

Aber das weiß noch keiner und alle im Krankenhaus sind ratlos. Der Junge liegt praktisch im Sterben und ist für niemanden mehr zugänglich. Die einzige, mit der er reden würde, ist die Dame in Rosa, von der zunächst niemand weiß, wer sie ist. Es stellt sich heraus, dass es ausgerechnet die resolute Pizzaverkäuferin ist, die immer patzige Antworten gibt und sich ständig gegen irgendetwas zur Wehr setzt, auch wenn niemand sie angreift. Aber genau dieses Raue und Unverstellte ist es, was Oskar nun braucht. Rose (Michèle Laroque) ist das zunächst gar nicht recht, den Jungen regelmäßig zu besuchen. Sie empfindet das Leben als hart, ist aber offensichtlich selbst nicht so hart geworden, wie sie das beabsichtigen würde. Da man ihr aber regelmäßiges Einkommen durch Pizzaverkauf zusichert, lässt sie sich auf Oskar und sein kleines Universum im Krankenhaus ein und wird nach und nach doch davon gefangen genommen.



Oskar (Amir) und Rose (Michèle Laroque) verstehen sich gut - Foto (C) Kinowelt



Rose erzählt Oskar von ihrer Vergangenheit als Catcherin. In grellbunten Farben inszeniert Schmitt die hanebüchenen Kämpfe mit schrillen und furchterregenden Gegnerinnen, die Rose natürlich alle besiegt hat. Diese Geschichten muntern den Kleinen sehr auf. Da er sich selbst aber nur sehr zögerlich äußert, schlägt Rose ihm vor, Briefe zu schreiben und zwar an Gott. Er soll sich jeden Tag etwas von ihm wünschen. Oskar ist nicht gerade überzeugt und, wenn es Gott gibt, hätte er schon ein Wörtchen mit ihm zu wechseln, aber er willigt ein und schreibt Briefe, die Rose an einen Luftballon hängt und gen Himmel schickt. Heimlich nimmt sie die Originale heraus und so erfahren die Erwachsenen allmählich, was in dem Jungen vorgeht.

Rose erweist sich als wahrer Glücksgriff. Da Oskars Tage gezählt sind, kommt sie auf die Idee, dass er an jedem Tag die Erfahrung von einem ganzen Jahrzehnt machen soll. Dann ist er an seinem Todestag ein alter Mann, der sein Leben gelebt hat. Die nächste Nacht verbringt Oskar im Bett der schwerkranken kleinen Peggy Blue. So lernt er gefühlsmäßig die erste Liebe kennen. In seinem nächsten Brief an Gott schreibt er: „So, lieber Gott. Ich weiß nicht, was ich mir heute von Dir wünschen soll, denn es war ein wunderschöner Tag. Oder doch. Mach, dass die Operation von Peggy Blue morgen früh gut verläuft. Nicht so, wie bei mir, wenn Du verstehst, was ich meine.“

Peggy Blue wird eifersüchtig, als Oscar sich von einem geistig behinderten Mädchen küssen lässt. So dreht sich das Liebeskarussell des „30-Jährigen“. Es folgen Ehekrisen und die Midlife-Crisis, schließlich die Abgeklärtheit des Alters. Oskar vollzieht in ein paar Tagen emotional die Stadien eines ganzen Lebens nach. Er erlebt in der kurzen Zeit noch das schönste Weihnachtsfest seines Lebens und am Schluss gehen alle gestärkt hervor, auch als Oskar seinen letzten Tag erlebt.

Eric-Emmanuel Schmitt hat mit seinem Buch und Film ein sehr schwieriges Tabu-Thema behandelt: das Sterben eines Kindes. Herausgekommen ist eine überzeugende Liebeserklärung an das Leben und das, was wir daraus machen könn(t)en.




Rose (Michèle Laroque) schickt Oskars Brief an Gott - Foto (C) Kinowelt


Helga Fitzner - red. / 15. Oktober 2010
ID 00000004887

Weitere Infos siehe auch: http://www.kinofilmtrailer.de/kinofilm/oscar-und-die-dame-in-rosa


Post an Helga Fitzner



 

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