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Rezension


Die Lincoln-Verschwörung (USA 2010)

Regie: Robert Redford

Starttermin: 29. September 2011

“Das wirkliche Leben ist of viel spannender als ausgedachte Geschichten“, sagt Joe Ricketts, der 2008 die TAFC , The American Film Company, gründete, um historisch authentische Filme über die Vereinigten Staaten zu produzieren. Mit ihrem ersten Film, „Die Lincoln-Verschwörung“, ist der Firma auch auf Anhieb ein großer Wurf gelungen. “Die TAFC ist sich bewusst, dass diese historischen Geschichten eine große Relevanz für die Gegenwart haben“, erklärt Ricketts. Das Polit-Drama behandelt gleich drei wichtige Themen: Das Attentat auf den US-Präsidenten Abraham Lincoln wurde 1865 nicht von einem Einzeltäter verübt, wie uns die Geschichtsschreibung bislang glauben ließ, es handelte sich um eine Verschwörung, bei der auch zeitgleich ein Anschlag auf Außenminister William H. Seward verübt wurde und ein Attentat auf den Vizepräsidenten Andrew Johnson geplant war. Die Fakten wurden dann aber wegen der instabilen politischen Lage in der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg der Allgemeinheit bewusst unterschlagen. Ein weiteres Hauptthema ist die Todesstrafe, zu der die Mutter eines der Attentäter verurteilt wurde, ohne dass ihre Schuld schlüssig beweisbar war. Das Drehbuch stammt von dem Journalisten James D. Solomon, dessen Rechercheergebnisse in den Film eingeflossen sind, der von den Fakten her durchaus dokumentarischen Charakter hat, da er auf den originalen Prozessprotokollen beruht.

Im Jahr 1865 gelingt es dem Schauspieler John Wilkes Booth (Toby Kebbell) während einer Vorstellung in die Theaterloge von Präsident Abraham Lincoln einzudringen und einen Schuss auf ihn abzufeuern. Lincoln stirbt später an den Folgen dieser Verletzung. Der Präsident ist tot, der Außenminister schwer verletzt und so fällt die Macht an einen engen Berater Lincolns, den Kriegsminister Edwin Stanton (Kevin Kline). Die Nordstaaten haben den Krieg gegen die Südstaaten zwar gewonnen, aber es herrschen immer noch Unruhen. Deshalb entscheidet der Kriegsminister, dass die Attentäter so schnell wie möglich gestellt und hingerichtet werden müssen. Regisseur Robert Redford erklärt: “Jedem war klar, dass ein Frieden, der allein auf der Kapitulation einer Seite beruhte, höchst prekär war. Das Attentat war eine konkrete Bedrohung dieses Friedens. Stanton griff blitzschnell ein und ersann eine ebenso kathartische wie finale Lösung. Er ging dabei nicht legal vor, war aber in der Lage, die juristischen und militärischen Anführer von seinem Vorhaben zu überzeugen.“

Die Schuldigen werden auch schnell gefasst und verurteilt. Nur einer, John Surratt (Johnny Simmons), ist noch auf freiem Fuß. Da seine Mutter, Mary Surrat, eine Pension betreibt, in der sich die Attentäter gelegentlich getroffen haben, steht sie ebenfalls unter dem Verdacht der Verschwörung, den nur ihr flüchtiger Sohn ausräumen könnte, der sich aber nicht stellt. Kriegsminister Stanton und Chefankläger Josef Holt (Danny Huston) haben ein Tribunal vorbereitet, bei dem das Urteil schon längst gefällt ist. Mary Surrat (Robin Wright) ist schon vor dem Prozess zum Tode verurteilt. Dabei versucht der junge Anwalt Frederick Aiken (James McAvoy) sein Bestes, das zu verhindern. Er ist ein Kriegsheld, der auf Seiten der Nordstaaten für Präsident Lincoln gekämpft hat. Während er zu Anfang die Verteidigung der Südstaatlerin nur widerstrebend übernimmt, merkt er, dass es letztendlich um viel mehr geht als ein Einzelschicksal. Das Tribunal verstößt gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten, die heute noch vorbildlich ist und auf die die Amerikaner zurecht sehr stolz sind. Für diese Verfassung hat Aiken vier Jahre lang im Krieg gekämpft und nun sieht er, dass sie außer Kraft gesetzt werden soll. Er engagiert sich deshalb sehr für seine Mandantin Mary Surrat, der die Schauspielerin Robin Wright (alias Robin Wright Penn) Tiefe und Größe zugleich verleiht.

Mary Surratt (Robin Wright) auf dem Gefängnishof mit ihrem Anwalt Frederick Aiken (James McAvoy) © Tobis Film
James McAvoy, der Darsteller des Aiken hatte nur wenige Dokumente zu dem historischen Vorbild der Rolle gefunden. Er spekuliert: „Aiken gab schon bald nach dem Prozess die Juristerei auf. Ich werte das als Zeichen, dass dieser Prozess tatsächlich etwas in ihm zerstört hat. Ich finde es sehr interessant, dass er Journalist wurde, damit er wenigstens über die Dinge schreiben konnte, die ihn empörten.". Aiken wird 1877 der erste Lokalreporter der neu gegründeten Zeitung „Washington Post“. (Die „Washington Post“ gilt heute noch als eine der führenden politischen Tageszeitungen. Sie sorgte 1972 für die Aufdeckung des Watergate-Skandals).

Kevin Kline, der den Kriegsminister Stanton spielt, meint: “Ich glaube zwar, dass Stanton Gerechtigkeit wollte, aber noch mehr wollte er, dass es schnell vorbei sein sollte. Er wollte die Verschwörer aus dem Bewusstsein der Menschen auslöschen und danach hat er gehandelt.“

Kriegsminister Stanton (Kevin Kline) vor schweren Entscheidungen (c) Tobis Film


Helga Fitzner, 29. September 2011
ID 00000005406

Weitere Infos siehe auch: http://www.dielincolnverschwoerung.de





 

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