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12. achtung berlin - new berlin film award | 13. - 20. 4. 2016

Fideliche

Weltpremiere



Abseits des Spielfilmwettbewerbs in der Sektion „Berlin Highlights“ hatte im kleinen Kino 5 des Filmtheaters am Friedrichshain die kleine filmische Meditation Fideliche ihre Weltpremiere. So nennt zumindest der in Berlin lebende russische Filmregisseur, Theatermacher, Schauspieler und Musiker Alexey Shipenko sein neuestes Werk. Er hat es gemeinsam mit dem Schauspieler Stipe Erceg produziert, der auch eine der Hauptrollen übernahm. Gedreht wurde in Indien und Portugal, was nun nicht gerade Berlin-Bezüge vermuten lässt. Es geht auch eher um ein Gedankenspiel, das sich um den 9. Oktober 1967 dreht und ebenso geschickt im Filmtitel versteckt ist.

Vermutlich haben sich Shipenko und Freunde nach Dreharbeiten zu anderen Projekten in Indien bei einem guten Joint gedacht, man müsste mal was zum zufälligen Zusammentreffen des 27. Geburtstags von John Lennon und dem Tag der Exekution Che Guevaras im bolivianischen Urwald machen. John Lennon hielt sich zu dieser Zeit mit Yoko Ono und den Beatles in Indien beim Guru Maharishi Mahesh Yogi auf und schrieb neben der Mediation die Songs zum Weißen Album der Beatles. Wenn man sich so die Bilder von damals ansieht, wirkt der hagere, langhaarige Lennon ein wenig wie die Reinkarnation von Jesus Christus. Später schreibt er mit Yoko Ono Happy Xmas (War ist over).

Nachdem der lateinamerikanische Befreiungskampf nach dem Tod Che Guevaras beendet war, wurde Che zur bekannten Ikone, die ebenso an Jesus erinnert und die Hoffnung auf die Auferstehung der Revolution in sich trägt. Ob das nun genau die Intensionen Shipenkos waren, lässt sich nicht genau aus dem Gezeigten eruieren. Möglich wäre es schon. Zumindest wird auf zwei Ebenen in einer portugiesischen Theatergarderobe in spanischer Sprache viel über die Revolution sinniert und in einem indischen Landhaus über Jesus und das Leben an sich. Dazu treffen in besagtem Theater ein Fidel-Castro-Darsteller (Rui Madeira) und ein Toter in Militäruniform (Carlos Feio) aufeinander. Während Fidel revolutionäre Reden vor leeren Rängen schwingt, wäscht sich Che den Dreck des bolivianischen Dschungels vom Körper und raucht genüsslich eine letzte Zigarre.

Als Reinkarnation in dreifacher Hinsicht dürfte sich die Figur Stipe Ercegs, ein Musiker, der mit japanischer Freundin (Fumie Kimura) und Kind Ferien auf dem indischen Land macht, fühlen. Er schwingt sich aufs Motorrad und fährt - wie Jesus einst in die Wüste -in den indischen Dschungel und macht sich dort seinen eigenen brennenden Dornbusch als Zeichen der Auferstehung. Dazu hören wir noch den Working Class Hero von John Lennon und erfahren von einem lächelnden Rastafari (Pranaji Bindoobaba), dass Ringo Star the King und Paul McCartney the Queen of Clubs ist. Auch Lennon wurde 1980 erschossen und ist zur Pop-Ikone auferstanden. So weit, so gut und in unserer kurzlebigen Zeit der TV-Stars und Sternchen ein paar Gedanken wert. Aber ob sich dafür ein Kinopublikum finden lässt?

Bewertung:    



Fidelichel | (C) Nondual Productions

Stefan Bock - 22. April 2016 (3)
ID 9269
Weitere Infos siehe auch: http://www.achtungberlin.de/


Post an Stefan Bock

blog.theater-nachtgedanken.de



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