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BERLINALE

Für Kultur eine gute Adresse: die französische Botschaft




Ebenfalls stark besucht, wenn auch etwas strenger gefiltert, ging es in der Französischen Botschaft zu. Hier drängten sich neben jenen Repräsentanten der Filmszene, die mit Frankreich schon einmal zu tun hatten, etliche der französischen Filmschaffenden, die auf der diesjährigen Berlinale vertreten waren, darunter der haitianische Regisseur Raoul Peck, dessen neuer Spielfilm Meutre à Pacot über das Leben auf Haiti nach dem schweren Erdbeben 2010 im diesjährigen Panoramaprogramm lief, als auch Benoit Jacquot. Der eigenwillige und fleißige Regisseur hatte erst im Dezember mit Trois Coeurs die französische Filmewoche eröffnet (Kinostart: 19. März 2015) und präsentierte im Wettbewerbsprogramm bereits seinen neuen Historienfilm, eine Variation des Bunuel-Films von 1964, Journal d‘ une femme de Chambre, der von den meisten Medienvertretern aber sehr verhalten aufgenommen wurde.

Während in anderen Botschaften „nur“ zum Empfang eingeladen wird, vergibt der jeweils amtierende französische Botschafter in Berlin seit einigen Jahren anlässlich der Berliner Filmfestspiele einen Kulturorden an ausgewählte deutsche Persönlichkeiten. Dass es sich um Menschen handelt, die sich durch ihre künstlerische Arbeit um die deutsch-französische, aber auch europäische Zusammenarbeit verdient gemacht haben, lässt eine große Auswahl zu. In diesem Jahr kamen die deutsche Schauspielerin Nina Hoss (Phoenix, 2014) und die Produzentin und ehemalige Vorsitzende der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO) Manuela Stehr (X Filme Creative Pool) in den Genuss, Chevaliers des Arts et des Lettres zu werden; der Theaterintendant und –regisseur Thomas Ostermeier wurde Commandeur. Die drei dürfen sich also ab jetzt Ritterinnen bzw. Ritter der Kultur nennen.

Diesmal war zum Berlinale-Empfang die französische Kulturministerin Fleur Pellerin persönlich erschienen, die als erste Diplomatin im Elysée asiatischer Abstammung ist. Sie beschwor in ihrer Ansprache den Geist der Aufklärung, das Wirken Immanuel Kants und Heinrich Heines und – naturelment – die Exception Culturelle, der kulturellen Ausnahme Frankreichs, nicht ohne speziell die bedrohten Urheberrechte zu nennen: „Das ist der Kampf von heute“, sagte Pellerin offenkundig in Anspielung an das geplante, umstrittene transatlantische Freihandelsabkommen, in dessen Vertragswerk die amerikanische Regierung die Kultur gerne als ein Produkt unter vielen rangieren lassen möchte.

Jeder der Ausgezeichneten hielt anschließend eine kurze Dankesrede, von denen die Thomas Ostermeiers die politischste Ansprache war, denn der Leiter der legendären Berliner Schaubühne am Lehniner Platz zollte Frankreich Respekt vor dem vorbildlichen Umgang mit Kultur als Teil gesellschaftspolitischen Lebens. Ostermeier verwies in Zeiten globaler Krisen auf die besondere Bedeutung, die der Kultur als Vermittler zwischen den Nationen und Zivilisationen zukommt und betonte, dass diese Rolle in Frankreich in besonderem, beneidenswertem Maße anerkannt und herausgehoben werde – dies alles in fließendem Französisch, was die bereits vernehmlich vor sich hin plaudernde Gästeschar wenigstens noch ein wenig disziplinierte, bevor der Botschafter das Büffet eröffnete.



Bei Empfängen wird auch immer viel umsonst gegessen und getrunken... | Foto (C) Max-Peter Heyne


Nur der Doyen der deutsch-französischen Publizistik und Politikwissenschaft, Alfred Grosser (90), musste sich nicht ins Gedränge stürzen. Er durfte mit seiner Begleitung in den großen Salon der Botschaft, in der auch das Transparent „Nous sommes Charlie“ stand, das infolge des islamistischen Attentats in Paris vor der Berliner Botschaft mit vielen Unterschriften versehen wurde. Wieder einmal waren insbesondere die Spezialitäten der häuslichen Patisserie nicht zu toppen. Und Champagner ist in der französischen Botschaft ohnehin obligatorisch. Direkt gegenüber drängten sich weitere, frankophile Film- und Fernsehleute hinter dem Brandenburger Tor, wo der deutsch-französische Kultursender ARTE in die Akademie der Künste geladen hatte. Empfangs-Hopping leicht gemacht. Wer noch zur brasilianischen oder Premierenparty des Wettbewerbsfilms Als wir träumten vom deutschen Regisseur Andreas Dresen (mit Techno-DJane Marusha) wollte, musste schon einen weiteren Weg in Kauf nehmen.
Gabriele Leidloff & Max-Peter Heyne - 15. Februar 2015
ID 8437
Weitere Infos siehe auch: https://www.berlinale.de


Post an Max-Peter Heyne

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